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Dahme-Spreewald "Bio ist eine Lebenseinstellung"
Lokales Dahme-Spreewald "Bio ist eine Lebenseinstellung"
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14:34 02.09.2014
Gottsdorf

Kaum hat man den abgedunkelten Raum betreten, steigt einem der frische Geruch von Mehl in die Nase. In der traditionsreichen kleinen Mühle in Gottsdorf stellt Müllermeister und Öko-Landwirt Markus Röthel Bio-Mehl her. „Das macht große Freude, solche Produkte anbieten zu können“, sagt der 42-Jährige.

Alles Bio, oder was?

In den kommenden Wochen widmet sich die MAZ dem Thema Bio. Woher kommen die ökologisch hergestellten Lebensmittel, welche Rolle spielt diese naturnahe Landwirtschaft in der Region Dahmeland-Fläming und was bedeutet der Bio-Trend für unseren Alltag? Mit diesen Themen haben wir uns in der Serie beschäftigt.

Folge 1 : Region ist bundesweit Spitzenreiter

Folge 2 : Schrot und Korn – Ökologischer Getreideanbau

              Regionaler Kreislauf - Bio-Mehl aus Gottsdorf

Folge 3 : Von wegen alles Käse – Bio-Milchwirtschaft

              Brandenburger Biomilch für Deutschland

Folge 4 : Von der Weide auf den Teller – Ökologische Viehzucht

Folge 5 : Auf dem Einkaufszettel – Bio-Produkte in der Region erwerben

Folge 6 : Bio ist nicht gesünder - Lebensmittel unter der Lupe

Folge 7 : Bio auf der Speisekarte – Kleine Kochschule und Gastro-Tipps

Seit 1904 gehört die Obermühle der Familie Röthel, auch zu DDR-Zeiten wurde die kleine Wassermühle von ihr betrieben. „Wir waren so klein, dass uns niemand haben wollte. Deshalb waren wir immer selbstständig“, berichtet Markus Röthel stolz von der Unternehmensgeschichte. Und schon immer wurde das Mehl hauptsächlich für die Bäcker in Luckenwalde und Umgebung hergestellt. Früher wurde in der Obermühle nur Roggen zu Mehl verarbeitet, heute wird auch Dinkel- und Weizenmehl gemahlen.

Bio ist für Markus Röthel nicht nur eine Lebenseinstellung, sondern auch regional. Quelle: Pensold

Regionaler Kreislauf mit Bio-Getreide

Früher gab es enge Beziehungen zwischen Bauern und den Mühlen. „Die Landwirte mussten meist nur acht bis zehn Kilometer zurücklegen, um die Mühle zu erreichen“, erzählt Markus Röthel. Heute liegen dagegen oft hunderte Kilometer zwischen Getreidefeldern, Mühlen und Herstellungsbetrieben. Mit seinem Konzept ist es dem Gottsdorfer aber gelungen, den regionalen Kreislauf der landwirtschaftlichen Produkte aufrecht zu erhalten. Er kauft Bio-Getreide von Bauern aus der Umgebung auf, um es zu mahlen und beliefert damit die Bio-Bäckerei Fahrland in Potsdam.

"Bio ist eine Lebenseinstellung"

Auch Röthel selbst baut seit vielen Jahren Getreide nach ökologischen Kriterien an, um es zu Bio-Mehl zu verarbeiten. Außerdem vermarktet er Bio-Rindfleisch. Den Wechsel in die Öko-Sparte hat er nie bereut. „Bio ist eine Lebenseinstellung“, sagt der Müllermeister. Für ihn ist es aber nicht nur ein Dienst am eigenen Boden und der Natur, sondern auch an seiner Kundschaft. „Die Leute freuen sich, wenn sie etwas aus der Region unterstützen können. Sie wollen einen Bezug zu dem Produkt haben, das sie kaufen“, sagt Markus Röthel.

Tipps der Redaktion

Ihm geht es vor allem darum, für die regionale Landwirtschaft zu werben, aber auch ein Bewusstsein für die Erzeugung der Produkte zu schaffen. Besonders ärgert ihn daher der Preiskampf auf dem Lebensmittelmarkt. „Man kann elektronische Geräte gut und billig verkaufen. Bei der Lebensmittelproduktion funktioniert das nicht“, sagt Röthel. „Die Leute müssen verstehen, dass ein Produkt hier in der Region hergestellt wird und nicht durch ganz Europa gefahren werden muss. Für Bio-Produkte muss man aber mehr ausgeben, weil auch mehr Mühe drinsteckt“, sagt der Müllermeister.

Mehr zum Biohof in Gottsdorf: www.obermuehle-gottsdorf.de

Von Nadine Pensold

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