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Dahme-Spreewald ÖPNV-Streiks vielleicht schon kommende Woche
Lokales Dahme-Spreewald ÖPNV-Streiks vielleicht schon kommende Woche
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00:18 13.02.2017
Bereits vor zwei Jahren hatte es Warnstreiks in der Region gegeben. Vielerorts wie hier in Mittenwalde ging nichts mehr, die Busse standen still. Quelle: Marcel Jarjour
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Luckenwalde/Luckau

Schon in der kommenden Woche sind auch in der Region Dahmeland-Fläming Warnstreiks im Nahverkehr möglich. Zwar seien in den nächsten Tagen keine Streiks zu erwarten, doch für die Tage ab Montag wolle man keine Aussage tätigen. „Das wird spontan entschieden“, sagt Verdi-Vertreter Andreas Planemann, betont jedoch, dass die Arbeitgeber noch reagieren und einen Warnstreik somit verhindern könnten: „Die nächste Verhandlungsrunde findet nächsten Donnerstag statt, es können Angebote gemacht werden.“

Verdi kämpft für mehr Lohn

Verdi will für die Angestellten der 16 kommunalen Verkehrsbetriebe in Brandenburg mehr Lohn erkämpfen. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, rief Verdi in mehreren Regionen zu Warnstreiks auf. Mit Erfolg: In den vergangenen Tagen war es im Havelland und Frankfurt (Oder) wegen Warnstreiks der Bus- und Straßenbahnfahrer jeweils für mehrere Stunden weitgehend zum Stillstand gekommen. Schon Ende Januar hatte es in Brandenburg/Havel einen solchen Warnstreik gegeben.

Arbeitskampf vor zwei Jahren

Schon 2015 hatte es in der Region Streiks bei den Busfahrer gegeben. Auch damals waren die Tarifverhandlungen Anlass dafür.

Ein Chaos ist beim Streik vor zwei Jahren ausgeblieben. Subunternehmer bedienten die Notfahrpläne, viele Fahrgäste stiegen aufs Auto um.

Der Arbeitskampf hatte sich bis weit in den Frühling gezogen, selbst im Mai wurde noch in ganz Brandenburg unbefristet im ÖPNV gestreikt.

Verdi hatte in der Tarifrunde 120 Euro mehr Lohn für die Angestellten gefordert.

Anlass für die Ausstände ist die laufende Tarifrunde im öffentlichen Brandenburger Personennahverkehr. Verdi fordert mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen für die 3000 Angestellten der kommunalen Beförderungsunternehmen. Dabei gehen die Vorstellungen von Gewerkschaftern und Arbeitgebern weit auseinander. Verdi fordert einen mehr als 100 Euro höheren Einstiegslohn. Das Argument: Bei einem Bruttoverdienst von aktuell 1900 Euro fänden sich kaum qualifizierte Bewerber für den anstrengenden und verantwortungsvollen Berufskraftfahrerjob in Brandenburg. Die Arbeitgeber hingegen wollen eine Anhebung der Arbeitszeit auf 40 Stunden rund um Berlin beziehungsweise 37 Stunden im ländlichen Raum – eine Lohnerhöhung planen sie allerdings für die Mehrarbeit nicht ein.

Gewerkschaft hält Angebot für nicht akzeptabel

Das vorliegende Angebot der kommunalen Arbeitgeber sei nicht akzeptabel, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik. Es beinhalte zwar die geforderte Lohnerhöhung für Berufseinsteiger, darüber hinaus aber nur niedrige Einmalzahlungen für die meisten anderen Beschäftigten. Die Arbeitgeber ihrerseits erwarten Zugeständnisse von Verdi. Nur wenn die Gewerkschaft Schritte auf die Unternehmen zu mache, wären die Arbeitgeber bereit, eine Entschädigung für geteilte Dienste von jetzt zwei Euro auf vier Euro zu gewähren. Bei diesen geteilten Diensten arbeiten Fahrer beispielsweise innerhalb einer 13-stündigen Schicht zunächst dreieinhalb Stunden am Morgen im Schülerverkehr, haben dann eine lange Pause – laut Verdi unbezahlt – und anschließend sechs Stunden Dienst am Nachmittag.

Gegen solche Pläne wollen die Gewerkschafter mit ihren Warnstreiks Stellung beziehen. Am Donnerstag blieben im Havelland von Betriebsbeginn bis 9 Uhr nahezu alle Busse in den Depots, 90 Prozent der Fahrer beteiligten sich Verdi zufolge an dem Ausstand.

Wenig Verständnis bei den Verkehrsbetrieben

Bei den Verkehrsbetrieben herrscht indes wenig Verständnis für den Arbeitskampf. „Die Arbeitgeberseite bedauert dieses Vorgehen, da diejenigen, die auf einen funktionierenden ÖPNV angewiesen sind, das Nachsehen haben, zumal die aktuellen Tarifverhandlungen laufen und dadurch unnötig behindert werden“, hieß es während des Streiks auf der Internetseite des Nauener Unternehmens Havelbus.

Auch in Dahmeland-Fläming sind Schulkinder Kunden der regionalen Verkehrsgesellschaften. „Ein Streik würde erst einmal alle treffen“, sagt Lutz Strohschein von der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS). Aus Sicht des Luckauer Unternehmens könne man sich auf einen Warnstreik kaum vorbereiten. „Wir haben gewisse Notfahrpläne in der Schublade, um im Ernstfall unsere Subunternehmer gezielt einsetzen zu können“, so Strohschein weiter. Vor zwei Jahren, als die letzte Tarifrunde ausgehandelt wurde, hatten sich rund 90 Prozent der bei der RVS angestellten Fahrer beteiligt.

RVS-Chef: Verhandlungen laufen noch

Ähnlich wie bei Havelbus herrscht für Warnstreiks auch bei der RVS wenig Verständnis. „Die Verhandlungen laufen noch“, sagt Lutz Strohschein, „daher ist es nicht ganz fair, die Positionen von Gewerkschaftsführern auf dem Rücken der Fahrgäste durchzukämpfen.“ Er sagt, Verhandlungen seien ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten. „Wenn eine Tarifrunde gescheitert ist, ist das etwas anderes“, sagt Strohschein. Dann sei ein Streik schließlich das Mittel der Arbeitnehmer und eher nachvollziehbar.

So sieht es auch die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF): „Wenn Verdi während der Verhandlungen streikt, können wir nichts tun“, sagt VTF-Prokurist Andreas Franke in Luckenwalde. Er hofft auf frühe Infos der Gewerkschaft – in Brandenburg soll es diese nicht gegeben haben, der Streik war eine Überraschung.„Wir müssen unsere Fahrgäste informieren können, insbesondere die Schulkinder“, appelliert er. Denn gerade die Kleinen stünden sonst am Morgen buchstäblich allein auf weiter Flur.

Von Saskia Kirf

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