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Ortsvorsteher setzt auf Eigeninitiative

Ortsentwicklung Kolberg Ortsvorsteher setzt auf Eigeninitiative

Seit gut einem Jahr im Amt hat der Kolberger Ortsvorsteher Steffen Reichelt gelernt, sich über die vielen Dinge im Dorf zu freuen, von denen nicht die Welt abhängt, die aber dennoch die Lebensqualität der Einwohner verbessern. Das betrifft eine neue Kreativgruppen ebenso wie die Reparatur des Brunnens am Platz der Einheit.

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Steffen Reichelt vor dem reparierten Springbrunnen am „Platz der Einheit“.

Quelle: Franziska Mohr

Kolberg. Steffen Reichelt ist seit gut einem Jahr Ortsvorsteher in Kolberg.

MAZ: Sie sind Inhaber einer Werbe- und einer Babyschwimm-Agentur. Dennoch haben Sie noch das Ehrenamt des Ortsvorstehers angenommen. Warum?

Steffen Reichelt: Mich hat es vor fünf Jahren durch mein Hobby, das Segeln, nach Kolberg verschlagen. Seither suche ich Kontakt zu den Bürgern und bin selbstverständlich auch bereit, mich für das Zusammenleben im Dorf zu engagieren. Ich denke, dass ich seither ein gutes Verhältnis zu den Kolbergern aufgebaut habe. Sonst hätten sie mich sicher auch nicht gewählt.

Worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe im Dorf?

Reichelt: Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch. Mein Ziel ist es daher, vor allem das Verhältnis zwischen den Bewohnern auf dem Berg und denen im Unterdorf zu verbessern.

Und wie wollen Sie das meistern?

Reichelt: So schwierig ist das gar nicht. Ein Motor sind dabei unsere Dorffeste, bei denen die Bürger vom Berg sowie aus dem Unterdorf ganz zwanglos miteinander ins Gespräch kommen. Das jüngste Beispiel ist unser Herbstfest am 3. Oktober, das wir sogar mit einer kleinen Versteigerung von herbstlichen Utensilien verbunden haben. Irgendwie hatte bei dieser Veranstaltung im „Pfauenhof“ jeder Spaß. Aber auch Sommerfeste und Weihnachtsfeiern stellt unser kleines Dorf auf die Beine, wobei wir ganz selbstverständlich mit Spielen, Basteln und Malen auch an die Kinder denken. Wir haben auch das Osterfeuer wieder entfacht, an dem immerhin 200 unserer 347 Einwohner teilnahmen. Das ist doch ein Riesenerfolg.

Über Kolberg hinaus haben sich die Kreativabende herumgesprochen. Was steckt dahinter?

Reichelt: Initiatorin ist Maritta Pfau. Sie lädt an jedem dritten Donnerstag im Monat dazu ein. Hier kommen meist sieben bis zehn Leute zusammen, die völlig verschiedene Dinge fertigen. Von Handarbeiten aller Art bis zum Mixen von leckeren Smoothies oder schmucken Holzarbeiten ist alles dabei. Da wird vorher angesagt, was beim nächsten Mal mitzubringen ist und los geht’s.

Ihnen eilt bereits der Ruf voraus, dass Sie sich mit den Bearbeitungswegen der Verwaltung ziemlich schwer tun. Stimmt das?

Reichelt: Verwaltungsrechtlich bin ich ein Hornochse. Das gebe ich gern zu. Ich setze viel mehr auf die Eigeninitiative der Dorfbewohner. Aber da stößt man verwaltungs- und versicherungstechnisch eben leider oft an Grenzen. Trotzdem haben wir schon einiges auf die Beine gestellt. Zum Frühjahrsputz kamen immerhin 40 Kolberger, so dass wir den kompletten Ort gereinigt haben. Auch den Badestrand und das Volleyballfeld brachten wir wieder in Ordnung. Auf dem Berg gelang es, zwei Wege und eine Treppe ordentlich herzurichten. Das sind alles kleine Dinge, von denen die Erde nicht stillsteht. Aber für die Lebensqualität in so einem kleinen Dorf sind sie wichtig. Mich als Ortsvorsteher freuen sie jedenfalls.

Offenbar geht auch der Springbrunnen auf dem „Platz der Einheit“ wieder.

Reichelt: Ja, auch das ist ein kleiner Erfolg, nachdem das Wasser dort aufgrund eines Leitungsschadens jahrelang nicht plätscherte. Auch die Elektrik in der Kapelle ist repariert und ein neuer Zaun für den Friedhof beauftragt.

Das hört sich so an, als hätte man in Kolberg gerade überhaupt keine Sorgen.

Reichelt: Hat es auch nicht. Höchstens Herausforderungen. Eine davon ist der seit Jahren überfällige Radweg an der Landesstraße zwischen Prieros und Kolberg. Sein Fehlen hat eine Kolbergerin schon mit dem Leben bezahlt.

Für diesen Radweg wurden zwar seit Jahren schon Unterschriften gesammelt, aber bewegt hat sich noch nichts. Ist das jetzt anders?

Reichelt: Hier zieht Bewegung ein. Das Geld für die Planung des Radweges wird höchstwahrscheinlich in den Haushalt der Gemeinde Heidesee für 2016 aufgenommen. Das ist doch schon etwas.

Und was ist mit der Holperpiste, der Landesstraße 39, auf der teilweise schon die Fahrzeuge aufsetzen?

Reichelt: Diese Straße hat das Land in den sogenannten „Grünen Gürtel“ eingestuft, in dem angeblich kein Ausbau erforderlich ist. Wir Kolberger nehmen das aber nicht einfach hin. Wir werden in jedem Fall weiter Druck machen und irgendwann führt dies auch zum Erfolg. Da bin ich ganz sicher.


Von Franziska Mohr

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