Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Ortsvorsteher zieht erste Bilanz
Lokales Dahme-Spreewald Ortsvorsteher zieht erste Bilanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.02.2016
Der 34-jährige Ortsvorsteher Ralph Zander zeigt stolz den neuen Spielplatz in Blossin Quelle: Franziska Mohr
Anzeige
Blossin

Mehr als 20 Jahre führte der inzwischen verstorbene Joachim Koßatz als Bürgermeister beziehungsweise Ortsvorsteher Regie in Blossin. Sein Nachfolger, der Wirtschaftsingenieur Ralph Zander, gibt Auskunft über die Entwicklung im Dorf.


MAZ:
Pardon, aber mit 34 Jahren gehören Sie zu den Küken unter den Ortsvorstehern, die meist schon im reiferen Alter sind. Was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Ralph Zander: Mich hat es erst 2012 durch meine Freundin, eine Ur-Blossinerin, in den Ort verschlagen. Davor habe ich über 30 Jahre in Wildau gelebt. Wir übernahmen damals das Haus ihrer Oma, dass wir jetzt schrittweise ausbauen. Schon damals suchte Herr Koßatz händeringend einen Nachfolger und da dachte ich mir zur letzten Kommunalwahl, warum soll ich es eigentlich nicht wagen? Es hilft schließlich nichts, wenn alle immer nur quatschen, aber nicht mit anpacken.

Am Ende gab es sogar drei Kandidaten für den Ortsbeirat. Sie als Neu-Blossiner aber haben die meisten Stimmen bekommen. Wie erklären Sie sich das?

Zander: Ich bin kein Schreibtischmensch, sondern suche das direkte Gespräch mit den Bürgern. Vor meiner Wahl habe ich im Ort an jeder Haustür geklingelt und mich persönlich vorgestellt. In so einem kleinen Dorf werden keine Parteien oder Bündnisse, sondern in erster Linie Personen gewählt. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Heidesee (UWGH) bot mir einen Platz auf ihrer Liste an, da griff ich zu. Für die Dorfbewohner ist dies ohne Belang. Eigentlich wollte ich für Blossin noch den Sprung in das Heideseer Gemeindeparlament schaffen, aber das hat leider nicht geklappt. Vielleicht ist es auch gut so, denn inzwischen bin ich noch Papa einer kleinen Emma.

Wie würden Sie Ihre ersten Erfahrungen als Ortsvorsteher umreißen?

Zander: Meine erste Erfahrung lautet, dass die meisten Einwohner nur kommen, wenn ihnen persönlich irgendwo der Schuh drückt. Als es darum ging, dass in Blossin ein Funkmast aufgestellt werden sollte, haben wir an alle Einwohner Flyer verteilt. Zum Bauausschuss kamen letztlich aber nur fünf Bürger. Nicht selten sitzen Marko Grundmann und ich bei den Sitzungen des Ortsbeirates allein da. Und das, obwohl wir durchaus schon etwas erreicht haben.

Was können Sie denn schon auf der Habenseite verbuchen?

Zander: Den Bau des neuen Spielplatzes direkt hinter dem Gutshaus am Anger. Seit Dezember können die Kinder hier rutschen und spielen. Darüber bin ich richtig glücklich. Nach den ersten Gesprächen in der Verwaltung ging der Aufbau dann sogar relativ schnell.

Welche Wünsche sind noch offen?

Zander: Gerade für die dunkle Jahreszeit wäre ein Radweg nach Friedersdorf die Krönung. Aber dieses Vorhaben ist noch weit weg. Für den Strand benötigen wir dringend ein Konzept. Dort fehlen noch immer Toiletten. Auch der Anlegesteg am Kanal bedarf der Generalüberholung.

Und was ist mit dem Dorfgemeinschaftshaus? Mir scheint, dass der ausgebaute alte Konsum ziemlich verwaist ist oder täuscht das?

Zander: Es stimmt, die Nutzung ist nicht so, wie wir sie gern hätten. Aber wir arbeiten dran. Am 20. Februar wird dort erst einmal gezempert. Pfingsten steigt der Frühschoppen und der Verschönerungsverein Blossin lädt alljährlich zum Sommerfest sowie zur Weihnachtsfeier der Senioren ein. Einmal im Monat organisieren die Familien Pitt und Mowinski im alten Konsum ein Treffen der Senioren.

Ist der Verschönerungsverein für Sie so eine Art dörfliches Rückgrat?

Zander: In jedem Fall. Ohne ihn und besonders die Vereinsvorsitzende Beate Splettstößer wäre das Dorf weitaus ärmer. Auch Petra Wilke ist hier sehr engagiert.

Wie gestaltet sich eigentlich die Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Jugendbildungszentrum?

Zander: Offen gesagt, der Kontakt ist in den vergangenen Jahren ein wenig lose geworden. Hier ist ein neuer Anlauf vonnöten, um aufeinander zuzugehen.

Liegt es möglicherweise auch daran, dass das Durchschnittsalter im Dorf relativ hoch ist? Wie kommen die Senioren mit der fehlenden In-

frastruktur – kein Konsum, kein Arzt, wenig Busverkehr – klar?

Zander: Im Dorf funktioniert die gegenseitige Hilfe noch. Außerdem wohnen meist die Kinder oder Enkel in der Nähe. Viel helfen auch die mobilen Verkaufswagen für Backwaren, Fleisch und Obst.

Haben sich Ihre Erwartungen in Bezug auf den Posten des Ortsvorstehers in ihrer bisherigen Amtszeit erfüllt?

Zander: Vorher hatte ich überhaupt nichts mit Kommunalpolitik zu tun. Da ist das schon eine schöne Herausforderung. Den damit verbundenen Papierkram habe ich allerdings unterschätzt. Ich hätte nicht gedacht, was da so alles an Protokollen, Beschlüssen und Vorlagen zusammenkommt. Zumal ich auch noch sachkundiger Bürger im Finanzausschuss bin. Die monatliche Fraktionssitzung der UWGH ist ganz informativ. Hilfreich ist auch, dass Gemeindevorsteher Jörg Romberg immer ein Ansprechpartner ist.

Und was ärgert Sie?

Zander: Dass die Eigeninitiative der Dorfbewohner durch unzählige Verordnungen und Vorschriften so stark eingeschränkt ist. Wollen die Bürger im Dorf mal eine Hecke pflanzen, dann ist das gleich ein Riesenakt. Viele verstehen das nicht. Es schreckt sie ab und macht jede Initiative tot. Das ist dann sehr schade.


Von Franziska Mohr

Teltow-Fläming KMS will 23,6 Millionen Euro an Altanschließer zurück zahlen - Ohne Kredit geht es nicht

Der Wasserzweckverband KMS will 23,6 Millionen Euro an Altanschließer zurück zahlen. Das beschlossen die Mitglieder der Verbandsversammlung Dienstagabend im Saal des Wünsdorfer Bürgerhauses. Offen bleibt, woher das Geld kommen soll. Der KMS hat nur fünf Millionen Euro flüssig und die Kreiskommunalaufsicht hat signalisiert, einen Kredit nicht zu bewilligen.

14.02.2016
Dahme-Spreewald Rückblick auf das Jahr 2015 - Noch keine Handlungsgrundlage

MAWV-Verbandschef Peter Sczepanski zieht grundsätzlich eine positive Bilanz für das Jahr 2015. In Sachen Altanschließer jedoch sei noch vieles unklar. Es gebe bisher aus Sicht des MAWV keine Handlungsgrundlage. Deshalb werde auch vorerst kein Geld zurückgezahlt.

13.02.2016

Mit der Inbetriebnahme des Flughafens BER, die derzeit für 2017 geplant ist, wird nicht nur der Fluglärm einen Einfluss auf die Gesundheit der Anwohner haben. Experten warnen zudem vor Ultrafeinstaub am Airport. Das ist das Ergebnis einer Diskussionsrunde mit Wissenschaftlern, Medizinern und Politikern in Eichwalde.

13.02.2016
Anzeige