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Dahme-Spreewald Paddel-Gaudi mit Neptuntaufe
Lokales Dahme-Spreewald Paddel-Gaudi mit Neptuntaufe
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02:26 29.05.2015
Die Männer um Udo Itzek (l.) und die Miersdorfer Angler kämpften verbissen um den Sieg beim Gaudi-Bootsrennen. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Zeuthen

Pfingsten und Fischerfest gehören in Zeuthen zusammen. Dann wird von Freitagabend bis Sonntag gefeiert. Das Seebad am Miersdorfer See verwandelt sich in eine Festmeile. Groß und Klein kommen auf ihre Kosten. Während sich die Jüngeren besonders beim Karussellfahren amüsieren, zieht es die Älteren zum abwechslungsreichen Bühnenprogramm mit den diversen Bands.

Der Sonntagmorgen war dem Männerchor Zeuthen vorbehalten. Im Festzelt gab er Kostproben seines Repertoires und die Zuhörer sparten nicht mit Beifall. Besonders die „Berliner Jungs“ sorgten mit ihren altberliner Melodien für Stimmung. So machen Besucher hielt es dann nicht mehr auf den Bänken und die Tanzfläche wurde erstürmt. Erst nach einer Zugabe entließen die Zuhörer den Chor. Zwischen den Auftritten der Sänger spielte das „Blasorchester 1911 Berlin“. Das Ganze wurde von dem Entertainer Steve Horn, genannt Bolle Berlin, gekonnt moderiert. „Ein Frühschoppen, wie man sich ihn wünscht“, so lautete das Urteil der Zeuthener Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD).

Zum Fischerfest gehört traditionell auch eine zünftige Neptuntaufe, die vor allem bei den jüngsten Besuchern beliebt war. Quelle: Gerlinde Irmscher

Für die Schiffsmodellbauer vom Wassersportclub Wildau ist es inzwischen Tradition, ihre Arbeiten beim Fischerfest zu zeigen. Schlepper, Arbeitsboot, Feuerlöschboot und Rennboot im Maßstab von 1:25 bis 1:40 weckten das Interesse der Besucher. Geduldig beantwortete Rainer Weigmann die Fragen und einige Boote wurden auch zu Wasser gelassen.„Ein U-Boot, das nicht taucht, taugt nichts“, erklärte Klaus Helmich und bewies, dass sein Modell, ein amerikanisches U-Boot der Skipjack-Klasse, wohl im Miersdorfer See tauchen kann.

Leonie und Pia waren am Sonntagnachmittag noch ganz aufgeregt, als sie das Abenteuerland – so etwas wie eine Geisterbahn – verlassen hatten. „Das war eigentlich so richtig cool, durch die Spinnennetze zu rutschen und dann noch der viele Nebel“, erzählte Leonie. „Na und Angst hatten wir nicht, auch nicht vor den versteckten Geistern“, berichtete Pia. Aber vielleicht waren die Geister ja auch ein bisschen erstaunt, wer sie da besuchte. Die beiden waren nämlich die Nixen des Neptun und entsprechend verkleidet. Dann ging es auch schon gleich los, sie holten ihren „Boss“ ab, denn der hatte einen Job zu erledigen – die Neptuntaufe. In das Kostüm des Wassergottes war in diesem Jahr Dieter Schulze geschlüpft. Mit Dreizack, Krone und langem Bart stolzierte er mit seinen Gehilfinnen durch die Besucherreihen. Inzwischen hatten die Häscher ihre „Opfer“ gefunden. Lena, Tobias, Enrik und Klara wurden von Neptun getauft und erhielten recht abenteuerliche, maritime Namen.

Hintergrund

1993 hat die Gemeinde Zeuthen zum ersten Mal ein Fischerfest auf dem Siegertplatz am Zeuthener See veranstaltet.

1994 hat der Männerchor Zeuthen die Organisation übernommen und ein neuer Veranstaltungsplatz wurde gewählt – das Seebad am Miersdorfer See.

1995 übernahm der Gewerbeverein Zeuthen die Veranstaltung. Seither wird alljährlich von Freitagabend bis Pfingstsonntag in Miersdorf das Fischerfest gefeiert.

Gleich nach der Taufe folgte mit dem Gaudi-Bootsrennen der nächste Höhepunkt. Viele Besucher hatten sich am Ufer versammelt, um zu sehen, welches Team es schaffte, sein Boot mit Spaten, Paddel, Brett und Kehrschaufel über den See zu bewegen und als erstes im Ziel zu sein. Fünf Mannschaften, bestehend aus jeweils vier Mitgliedern, hatten sich der Herausforderung gestellt. Die Miersdorfer Angler, sie gewannen sechsmal in Folge, die Männer um Udo Itzek und ein Team der Feuerwehren aus Dahme-Spreewald, die allerdings nur zu zweit anreisen konnten, da ihre Kameraden gerade mit dem Löschen eines Waldbrandes beschäftigt waren. Kurzerhand sprangen Zuschauer ein. Die Feuerwehr Miersdorf hatte gleich eine Ersatzmannschaft geschickt. Aus Berlin waren zudem Volleyballer vom BBSC gekommen. Unter ihnen Pia Grätz und Anika Höhne. „Wir sind da, um Spass zu haben“, erklärte Pia Grätz vor dem Start. Nachdem die „Samba Kids“ ein Ständchen für die Paddler gespielt hatten, fiel der Startschuss. Zum Spass der Umstehen wurde verbissen gekämft und am Ende gab es zwei Sieger: die Angler aus Miersdorf und das Team von Udo Itzek teilten sich den ersten Platz.

Am Abend rockten schließlich die „Blind Bankers“ im Festzelt. Eine Band, die den Kontakt mit dem Publikum sucht. Nach dem obligatorischen Feuerwerk war dann auch das Zelt voll. „Es ist toll, wie die Band die Lieder auf ihre intelligente Art und Weise veralbert“, sagte Herbert Gruhn aus Berlin, der extra wegen der Rockmusik gekommen war.

Von Gerlinde Irmscher

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