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Königs Wusterhausen Partner im Kiez

Annika Franz und Roberto Hiekel sind Revierpolizisten in Königs Wusterhausens größter Wohnsiedlung, dem Neubaugebiet. Das Duo pflegt Kontakte zu den Schulen und zu Behörden, kümmert sich um Anliegen der Bewohner. Diese Art von Polizeidienst hat viel mit Sozialarbeit zu tun.

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Die Revierpolizisten Roberto Hiekel und Annika Franz vor dem Bürgertreff am Fontaneplatz. Dort haben sie montags auch Sprechstunde.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Mit fast 9000 Bewohnern ist das Wohngebiet beidseits der Luckenwalder Straße nicht nur das größte in Königs Wusterhausen, sondern in ganz Dahme-Spreewald. Wo so viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, bleiben Probleme nicht aus. Aber als Problemkiez sehen die Revierpolizisten Annika Franz und Roberto Hiekel, beide 39 Jahre alt, das Neubaugebiet nicht.

Gemeinsam unterwegs im Revier

Seit gut einem Jahr sind sie gemeinsam in dem Revier unterwegs. In einem kleinen Büro im Bürgertreff am Fontaneplatz ist jeden Montag von 14 bis 17 Uhr Sprechzeit. Das Angebot wird mal mehr, mal weniger genutzt. Aber ohne Besucher vergeht kein Sprechtag. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Revierdienstarbeit. Annika Franz und Roberto Hiekel halten den Kontakt zu den sieben Schulen in ihrem Revier, vermitteln Präventionsberatungen, arbeiten mit dem Außendienst des Ordnungsamtes zusammen, führen an den Grundschulen die Fahrradprüfungen mit den Kindern durch.

Hilfe in vielen Lebenslagen gefragt

Sie schlichten bei Nachbarstreitigkeiten. Und es kommt auch vor, dass sie in eine Schule gerufen werden, wenn es Ärger mit einem Schüler gibt. „Wir bieten an, mit den Eltern zu reden und versuchen auch Hilfen zu vermitteln“, sagt Annika Franz. Der Bürgertreff bietet sich da regelrecht an, Wohlfahrtsverbände und Bildungsträger haben hier unter anderem ihren Sitz. So ist der Revierdienst immer auch ein Stück Sozialarbeit. Annika Franz sieht das als Vorteil. „Wir lernen die Leute anders kennen, bekommen auch Einblicke in Familien.“

Die Ausrüstung schreckt nicht ab

Einschüchternd wirken die Polizisten nicht, obwohl sie mit kugelsicherer Weste, Pfefferspray, Waffe und Schlagstock ausgerüstet sind. „Zur Eigensicherung muss das einfach sein, außerdem ist es Vorschrift“, erklärt Hiekel. Anwenden mussten sie das alles jedoch noch nicht. An richtig brenzlige Situationen können sich die beiden nicht erinnern. Das liegt wohl daran, dass die Repos die Polizisten von nebenan sind. „Viele Leute kennen und grüßen uns, oft ist auch Dankbarkeit dabei“, erzählt Annika Franz.

Klischee vom sozialen Brennpunkt

Als das Gespräch auf das Neubaugebiet als „sozialer Brennpunkt“ kommt, schüttelt sie den Kopf. „Das ist eine Klischee, das wir nicht bestätigen können.“ Auch ihr Kollege Roberto Hiekel hält den Begriff für unpassend. Er spricht statt dessen von einem Ort mit hoher „kultureller Vielfalt“. Dass trotz vieler Flüchtlingsfamilien im Neubaugebiet große Konflikte bisher ausgeblieben sind, spreche eher für die Bewohner, meint Annika Franz. Es gebe hier nicht mehr Kriminalität als anderswo. Der stellvertretende Revierdienstkoordinator, Peter Bothe, bestätigt das. Zu Streits zwischen Nachbarn würden Polizisten häufiger in die Einfamilienhaus-Siedlungen gerufen. Dort seien die Auseinandersetzungen zum Teil sehr heftig. Im Neubaugebiet falle es allerdings mehr auf, wenn ein Polizeiwagen vor der Tür steht.

Abends fehlen Freizeitangebote für Jugendliche

Dass sich manche Leute trotzdem abends nicht auf die Straße trauen oder das Fontanecenter meiden, wo Jugendliche sich treffen und Alkohol trinken, verkennen die Revierpolizisten nicht. Straftaten seien zwar die Ausnahme, dennoch fühlten sich Bewohner unsicher. „Aber irgendwo müssen die Jugendlichen ja hin“, sagt Annika Franz. Während es für Familien und Kinder gute Freizeitmöglichkeiten gebe, fehlten sie abends für Jugendliche im Kiez.

Internet-Hinweise bitte nicht anonym

Trotz der Revierpolizisten vor Ort ist das Internet aus der Polizeiarbeit nicht mehr wegzudenken. Anzeigen oder Hinweise können auf www.polizei.brandenburg.de aufgegeben werden. Oft geschieht das jedoch anonym, wie Peter Bothe berichtet. „Wir können wenig damit anfangen, weil Rückfragen nicht möglich sind. Anonym sollte man das nicht machen.“

Von Frank Pawlowski

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