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Dahme-Spreewald Passagiere reagieren entspannt auf Warnstreik
Lokales Dahme-Spreewald Passagiere reagieren entspannt auf Warnstreik
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19:33 16.02.2017
Gähnende Leere herrschte in den Schönefelder Abfertigungshallen. Quelle: Saskia Kirf
Berlin

Mit einem Warnstreik des Bodenpersonals hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Donnerstag die beiden Berlin-Brandenburger Flughäfen weitgehend lahmgelegt. In Schönefeld (Dahme-Spreewald) ging zum angekündigten Streikbeginn um 16 Uhr fast nichts mehr, bei mehr als 50 gestrichenen Flügen hoben lediglich vereinzelt Maschinen ab. In Tegel wurden sogar mehr als 150 Flüge gecancelt, gut ein Dutzend Maschinen mussten zudem auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Mit dem Warnstreik will Verdi im aktuellen Tarifstreit Druck auf die Arbeitgeber machen. Die Auseinandersetzung zieht sich seit Monaten hin, bislang gingen vier Verhandlungsrunden ohne Ergebnis zu Ende. Am Freitag sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Gewerkschaft Verdi zufrieden

Auf Seiten der Streikenden herrscht Zufriedenheit. „Mehr als 90 Prozent der Beschäftigten sind unserem Aufruf gefolgt“, sagt Gewerkschaftssekretär Holger Rößler. Die Kommunikation mit Flughafen und Fluglinien laufe gut, die Versorgung der wenigen landenden Flugzeuge sei sichergestellt. „Es wird vielleicht etwas länger dauern, aber kein Passagier wird die Nacht in der Maschine verbringen“, so Rößler.

Holger Rößler von der Gewerkschaft Verdi ist mit dem Warnstreik zufrieden. Quelle: Saskia Kirf

Arbeitgeber angespannt

Auf Arbeitgeberseite ist die Stimmung deutlich angespannter. „Wir haben kein Verständnis für einen Warnstreik während der laufenden Verhandlungen, zumal es bereits der zweite binnen kürzester Zeit ist“, sagt Tim Alexandrin, Sprecher des Allgemeinen Verbands der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg. Der Verband vertritt die Arbeitgeberseite im Tarifstreit. „Die Unstimmigkeiten sind am Verhandlungstisch zu klären, nicht zu Lasten der Passagiere in Berlin und Brandenburg“, so Alexandrin weiter.

Verdi fordert Gehaltserhöhung auf etwa zwölf Euro

2013 waren in der letzten Tarifrunde Einmalzahlungen und Gehaltserhöhungen beschlossen worden. Diese Lösung galt für die Beschäftigten aller sechs Dienstleistungs-Unternehmen an den Flughäfen, sie alle sind nunmehr Teil des selben Tarifvertrags. In der aktuellen Verhandlungsrunde will Verdi für die Beschäftigten eine deutliche Gehaltserhöhung von einem Euro auf etwa zwölf Euro in der Stunde und bessere Aufstiegschancen für die Mitarbeiter.

Viele Passagiere strandeten in Schönefeld, hatten aber Verständnis für den Streik Quelle: Saskia Kirf

Verständnis für den Streik

Dafür hat Familie König aus Dresden Verständnis. „Wir sind nicht gegen Streiks“, sagt Horst König. Er kritisiert das Krisenmanagement am Flughafen. Niemand könne ihm als gestrandeten Reisenden nun sagen, wie es weitergehe, klagt König, der mit Gattin und Enkel nach Mallorca hatte fliegen wollen. Die Familie war nach einem Anruf ihrer Airline extra früh aus Dresden losgefahren – dies sei der Rat der Fluggesellschaft gewesen. Alexander Schmidt aus Lörrach hingegen erfährt erst am Gate, dass sein Flieger nach Basel nicht abheben wird. Seine Airline habe ihn nicht informiert, sagt Schmidt. Bis zum nächsten Tag mit der Reise zu warten, kommt für ihn nicht in Frage: „Ich werde einen Mietwagen nehmen und nach Hause fahren.“

Eisige Stimmung am Verhandlungstisch

Am Verhandlungstisch herrscht indes eisige Stimmung. Verdi bezeichnet das Angebot der Arbeitgeberseite als „unzureichend“ und „nicht verhandelbar“. Diese sieht ihre Möglichkeiten als ausgeschöpft. „Wir haben in der letzten Woche ein faires Angebot gemacht“, sagt Arbeitgeber-Sprecher Alexandrin. Die Unternehmen schrieben bekanntermaßen seit der Einigung 2013 rote Zahlen, die Forderungen der Gewerkschaft seien unverständlich. Die Arbeitgeber hatten eine über vier Jahre gestaffelte Gehaltserhöhung angeboten.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein Warnstreik den Flugverkehr in Tegel und Schönefeld über Stunden fast zum Erliegen gebracht. 115 Flüge mussten in Tegel gestrichen werden, 22 in Schönefeld. Dazu kamen zahlreiche Verspätungen.

Von Saskia Kirf

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