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Dahme-Spreewald Paul Gerhardt soll für Mittenwalde werben
Lokales Dahme-Spreewald Paul Gerhardt soll für Mittenwalde werben
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11:40 03.06.2016
Das Paul-Gerhardt-Denkmal in Mittenwalde: Die Stadt will künftig auf Zusatzschildern auf den berühmten Kirchenlieddichter hinweisen. Quelle: Andrea Müller
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Mittenwalde

Die Stadt Mittenwalde möchte schon bald einen neuen Beinamen tragen. Sie soll dann „Paul-Gerhardt-Stadt Mittenwalde“ heißen. Das sollte eigentlich schon bei der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im Mai beschlossen werden. Doch der Tagesordnungspunkt habe gestrichen werden müssen, da nicht genügend Abgeordnete anwesend waren, so die amtierende Bürgermeisterin Hedda Dommisch (parteilos). Mindestens 14 Stadtverordnete hätten an der Abstimmung teilnehmen müssen. Anwesend waren aber an jenem Abend nur zwölf. Also wurde der Punkt vertagt und soll nun am 27. Juni wieder auf dem Sitzungsprogramm stehen.

Paul Gerhardt, der von 1651 bis 1657 als evangelischer Pfarrer und Seelsorger in Mittenwalde wirkte, soll mit seinem Namen künftig dazu beitragen, die touristische Attraktivität der Stadt aufzuwerten. „Besonders auch mit Blick auf das Reformations-Jubiläum im kommenden Jahr“, so Dommisch. Am 31. Oktober 2017 erinnern evangelische Christen an die 95 Thesen, die Martin Luther vor dann 500 Jahren an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hat. Mittenwalde möchte so an zwei Personen der Weltgeschichte erinnern, die eng miteinander verbunden sind, obwohl sie nicht zur selben Zeit lebten. Gerhardt hatte sich aber als junger Mann an der Universität Wittenberg immatrikulieren lassen, um Luthers Lehre zu studieren. Er selbst erlangte Weltruhm mit Crügers Gesangsbuch, das 1653 in fünfter Auflage erschien und 64 neue Lieder von Paul Gerhardt beinhaltete. Während Gerhardts Zeit in Mittenwalde entstand auch das Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“, das heute sogar zum Weltkulturerbe zählt. Es fand Eingang in die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. In Mittenwalde wurde auch Gerhardts erste Tochter Anna Maria geboren, die jedoch ein halbes Jahr später starb. Für sie wurde in der St.-Moritz-Kirche ein Epitaph errichtet. Dem Paar wurden später vier weitere Kinder geboren, von denen drei früh starben. Nur Sohn Paul Friedrich überlebte seine Eltern.

Denkmal erinnert an Paul Gerhardt

Heute erinnert vor allem das Denkmal im Garten der Kirche an Paul Gerhardt. Es wurde im Jahr 2001 von Karl-Heinz Drogula gestiftet, der sich auf diese Weise seiner Heimatstadt erkenntlich zeigen wollte. Es wurde nach der Vorlage des Gipsmodells von Friedrich Johannes Pfannschmidt im Paul-Gerhardt-Stift in Berlin angefertigt. In der Mittenwalder Kirche hat man zudem im Jahr 1950 buntbleiverglaste Chorfenster von Gerhard Olbricht eingefügt, die Gerhardt als Prediger und Dichter zeigen.

Auf die Mittenwalder Ortsschilder will man den Zusatznamen jedoch nicht schreiben. „Dagegen hatte man sich in den Ortsteilen ausgesprochen“, so die amtierende Bürgermeisterin. Der Grund: Paul Gerhardt habe ja nur in Mittenwalde selbst gearbeitet, was jedoch nicht richtig ist. Sein Wirkungskreis erstreckte sich bis nach Königs Wusterhausen, Gräbendorf, Gussow und Teupitz. Die Kirche in Ragow trägt sogar den Namen des weltbekannten Mannes. Stattdessen soll es künftig touristische Zusatzschilder geben: „’Herzlich willkommen in der Paul-Gerhardt-Stadt Mittenwalde’ soll auf den Schildern zu lesen sein“, sagt Dommisch. Genutzt werden könne der Beiname auch auf Visitenkarten, Kopfbögen oder Flyern.

Sollte im Juni von den Stadtverordneten beschlossen werden, den Beinamen Paul Gerhardt zu tragen, will man in Mittenwalde nicht lange warten mit dem Aufstellen der Schilder. Der weltberühmte Kirchenlieddichter soll wieder ins Gedächtnis rücken und mehr Besucher in die Paul-Gerhardt-Stadt Mittenwalde locken.

Von Andrea Müller

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