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Frühere Deponie in Großziethen Perspektive gesucht

Die frühere Deponie im Schönefelder Ortsteil Großziethen wird seit Jahren saniert. In fünf Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Jetzt befassen sich die Gemeindevertreter mit der Nachnutzung des 50-Hektar-Areals, auf dem etwa eine Sommerrodelbahn denkbar wäre

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Toralf Stück von der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde und Cosa-Geschäftsführer Axel Niestlé.

Quelle: Uta Schmidt

Großziethen. Der Schönefelder Ortsteil Großziethen hatte mit der Altlastendeponie auf seiner Gemarkung bis 1990 eine tickende Zeitbombe direkt vor der Haustür. In den 1970er Jahren wurde dort der Hausmüll aus Westberliner Haushalten entsorgt und gelagert. 1995 begann im Auftrag des Landkreises Dahme-Spreewald die aufwendige Absicherung der Fläche unter Bauleitung der Cosa GmbH. Jetzt stehen neue Fragen vor den Schönfelder Gemeindevertretern: Was passiert derzeit auf der Baustelle, wann sind die Sicherungsarbeiten endgültig beendet, wie kann die Fläche später genutzt werden?

Antworten gaben Toralf Stück von der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises sowie Cosa-Geschäftsführer Axel Niestlé während der ersten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr. „Das Herzstück der Sicherungsmaßnahme ist der derzeitige Bau des Profilierungskörpers. Darauf kommt die Oberflächenabdichtung, die noch begrünt wird“, erläuterte Stück. Allein im vergangenen Jahr wurden 840 000 Tonnen Abfall als Füllmaterial in den Profilierungskörper verbaut. „Abfalltechnisch ist die Altablagerung Großziethen für Berlin und Brandenburg sehr relevant“, ergänzte Niestlé. Es werde nicht nur Abfall verbaut, auch das anfallende Deponiegas abgesaugt und verstromt. Im vergangenen Jahr fielen 2,4 Millionen Kubikmeter Gas an, 60 Prozent davon Methangas. Im vergangenen Jahr erhielt das Energie-Unternehmen zudem die Genehmigung für den Bau einer Photovoltaikanlage. Der Aufbau soll 2017 erfolgen. Dann wird auf der ehemaligen Deponiefläche auch Solarstrom erzeugt.

Bisher wurden insgesamt 11,5 Tonnen Abfall zur Befestigung des Profilierungskörpers eingesetzt. „Dieser ist zu 85 Prozent fertiggestellt und die Oberflächenabdichtung ist zur Hälfte abgeschlossen. Wir hoffen, dass wir in fünf Jahren den Bau abschließen können“, so Niestlé. Nun stehen aber Kommune und Investoren vor der Frage: Was soll mit dieser 50 Hektar großen Grünfläche inmitten in der Flughafengemeinde nach 2020 passieren? „Die ist viel zu schade, um sie brachliegen zu lassen. Man kann dort viel mehr machen als grüne Wiese“, so Niestles Blick in die Zukunft. Die Nähe zu Berlin und einer U-Bahn-Station würden eine Nutzung regelrecht aufdrängen. Jedoch müssten dazu jetzt schon Planungen beginnen. Das gegenwärtig geplante Abdichtungssystem würde bislang keine Spielräume für eine Bebauung bieten.

Die Spielräume der Gemeinde sind allerdings auch begrenzt. Diese müsste die Fläche erwerben und als Investor in Erscheinung treten. Das ist aber nicht vorgesehen. Und auch der Kreis erstellt kein Nachnutzungskonzept. Der Geschäftsführer informierte darüber, dass viele der 25 Eigentümer die Fläche als Belastung empfinden und gern abgeben würden. „Ich bin sicher, es werden sich Investoren und Interessenten finden.“ Denkbar sei eine Mountainbike-Arena oder eine Sommerrodelbahn.

Gemeinderatsvorsitzender Olaf Damm stellte die Mitarbeit der Gemeinde an einem geeigneten Nutzungskonzept in Zusammenarbeit mit dem Kreis in Aussicht. „Ohne Investitionen in Größenordnungen ist eine spätere Nutzung aber nicht möglich.“ Christian Hentschel (BIS/Bündnis/Grüne): „Wir streben nicht den Kauf der Fläche an, wollen diese aber einer geeigneten Nutzung zuführen.“ Die Gemeindevertreter wollen die Anlage demnächst besuchen und sich ein Bild von den späteren Nutzungsmöglichkeiten verschaffen.

Von Uta Schmidt

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