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Ich höre ein Phänomen

MAZ-Reporter testet die „Phänomenta“ im Wildauer A-10-Center Ich höre ein Phänomen

Einmal gegen den Strich zeichnen oder eine Handbatterie sein. Unser MAZ-Reporter Peter Degener war einen Tag lang im A-10-Center in Wildau auf der „Phänomenta“ unterwegs und hat für uns die witzigsten und lehrreichsten Experimente getestet. Nicht alle sind ihm gelungen.

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Die Hörkugel bündelt für den Reporter alle Umgebungsgeräusche.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Wildau. Man kann beim Shoppen ja so einiges lernen: die Farbenlehre der Saison, die unendlichen Kombinationsmöglichkeiten von Schuhen mit Röcken oder Hosen, und auch die Besonderheiten von negativen Zahlen auf dem Kontoauszug, was dann zur Zinsrechnung führt. Im Wildauer A10-Center lernt man neuerdings aber auch, wie die alten Römer eine Brücke bauten und das Auftrieb Einkaufstüten leichter macht. Die Wanderausstellung „Phänomenta“ lädt mit 40 Experimenten und Knobeleien noch bis zum 14. Juni zum kurzweiligen Zeitvertreib in den Shoppingtempel.

Murmelbahn statt Hosen anprobieren? Das teste ich aus und treffe mich mit der Ausstellungsbetreuerin Annemarie Blohm und dem Center-Manager Sven Schulze. Blohm führt zur Zeit jeden Tag mehrere Kita- und Schülergruppen, sowie Erwachsene durch die Ausstellung und erklärt die physikalischen Phänomene, die sich dahinter verbergen. Magneten, Resonanzpendel, ein kartesischer Brunnen, Seismograph und ein Tastpfad warten auf mich, außerdem allerlei optische Täuschungen. Doch Blohm und Schulze gehen mit mir gleich in die Vollen.

Man stellt mir den „Spiegelzeichner“ vor und ich unterschätze die Herausforderung. Eigentlich soll ich nur einen Stern auf einem Blatt Papier nachzeichnen. Doch ich muss dabei in einen Spiegel schauen und sehe weder meine eigene Hand noch das Blatt Papier direkt. Das Malen von links nach rechts bleibt unverändert, nur von unten nach oben muss ich umdenken. Heraus kommt eine Zickzack-Linie, die nicht an einen Stern, sondern eher an einen Galaxienhaufen erinnert. „Gehirn und Auge leisten sich einen Kampf“, kommentiert Schulze und kommt durch sein tägliches Training während der Arbeit weitaus besser zurecht als ich. Betreuerin Blohm erreicht das Kindergartenminimalziel beim normalen Ausmalen und fährt trotz Spiegelung an keiner einzigen Stelle mit dem Stift über die Linie. Der Ingenieur-Student Alexander Bau hat die Ausstellung beim Einkaufen entdeckt und beweist danach sofort ein untrügliches optisches Denkvermögen. „Man darf sich nicht auf den Spiegel verlassen“, sagt er. Immer auf der sicheren Seite sein, bevor etwas passiert, typisch Ingenieur.

Experimente im A-10-Center

Insgesamt 40 physikalische Phänomene und Knobelaufgaben laden in den Gängen des A10-Centers an der Chausseestraße 1 in Wildau zum Ausprobieren ein.

Die Wanderausstellung „Phänomenta“ ist noch bis zum 14. Juni täglich von 10 bis 20 Uhr zu sehen, am Freitag und Sonnabend bis 21 Uhr. Die Experimentierapparate sind für jedermann frei zugänglich.
Täglich (außer sonntags) werden um 17 Uhr öffentliche Führungen angeboten. Der Startpunkt ist der Info-Schalter am Haupteingang.

Gruppen von Kindertagesstätten oder Schulen (bis zur achten Klasse) können sich für eine eigene kostenfreie Führung mit der Ausstellungsbetreuerin Annemarie Blohm im A10-Center unter Tel.  03375/56230 anmelden.

Nun bin ich aber gewarnt und halte mich erst einmal zurück. Das Kurbeln zum Erzeugen eines Strudels in einer Wassersäule – ein Kinderspiel! Doch dann folgt die „Handbatterie“ bei der Strom durch meinen Körper fließt. Nur nicht zittern, sondern ruhig die Hände auf die Metallplatten legen. Annemarie Blohm fragt: „Welche Metalle leiten am besten elektrischen Strom?“ Meine erste intuitive Antwort: „Kupfer“. Dann der Test: Auf der Zinkplatte steigt der Spannungsmesser auf 200 Millivolt. Bei Kupfer ist der Wert schon doppelt so hoch. Doch beim Auflegen auf den polierten Edelstahl surren immerhin fast 500 Millivolt durch meinen Körper – ein Drittel einer regulären AA-Batterie. Ich lag also daneben. „Kinder kommen auf bis zu 600 Millivolt“, sagt Annemarie Blohm. Nicht weil sie nach Cola-Genuss unter Strom stünden, sondern „weil sie mehr Wasser im Körper haben und oft auch schwitzige Hände.“ Wär ich mal nervöser gewesen, denke ich. Schulze lässt es dagegen trotz seiner Position als Center-Manager an Leitfähigkeit vermissen – es könnte aber auch daran liegen, dass der stresserprobte Mann bei solchen Spielereien einfach keine Nerven zu zeigen braucht. 

Es folgt das ultimative Reporter-Experiment. Verschieden große Hörkugeln mit kleinen Löchern „bündeln die Geräusche der Umgebung“, sagt Blohm und ich freue mich schon auf das Mitlauschen. Doch von meinen Träumen des investigativen Journalismus mit günstiger Spionagetechnik bringt mich die junge Berlinerin gleich wieder auf den Boden der Tatsachen. „Die Geräusche sammeln sich in der Kugel und werden verrauscht wiedergegeben", erklärt Blohm. Ich höre je nach Größe der Kugel nur tiefe oder hohe Töne. 

Ein letztes Experiment will ich wagen und dabei hoch hinaus! Vertrauen in die Statik wird von mir verlangt, wenn ich einen in der Manier der alten Römer errichteten Brückenbogen betreten soll. Nachdem der Schlusstein gesetzt ist, trete ich mit vollem Lebendgewicht auf die Mitte des Bogens. Alles hält. Ich lasse den Handlauf für Menschen mit Gleichgewichtsstörungen los und hüpfe in die Luft. Die Brücke und ich stehen noch! Nach diesem irrwitzigen Belastungstest ist es für den Center-Manager nun ein leichtes, angstfreie Balance zu beweisen.

Ich gebe mich nach diesem Nervenkitzel zufrieden und beobachte stattdessen die neugierigen Besucher. Nachdenkliche, erstaunte und immer wieder erfreute Gesichter lassen sich an den Apparaturen beobachten. Für Sven Schulze ist damit sein wichtigstes Ziel erreicht: „Das Erlebnis der Ausstellung bedeutet positive Erinnerungen an den Aufenthalt bei uns“ sagt der Hausherr. Ich kaufe mir einen Spiegel zum üben.

Von Peter Degener

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