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Dahme-Spreewald „Piano Day“ über drei Kontinente
Lokales Dahme-Spreewald „Piano Day“ über drei Kontinente
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00:29 17.03.2018
Jörg Dagenbach koordiniert den auf drei Kontinenten stattfindenden „Niendorf Piano Day" am 29. März von der Luckenwalder Firmenzentrale aus. Quelle: Gerald Bornschein
Luckenwalde

Der global stattfindende „Piano Day“ am Gründonnerstag wird seine Zentrale in der Kreisstadt von Teltow-Fläming haben. Basierend auf den 88 Tasten eines Klaviers findet er am 88. Tag des Jahres, also am 29. März, statt. Ausgangspunkt dafür ist die Luckenwalder Niendorf Flügel- und Klavierfabrik. In deren Konzertsaal stellte Aktionstag-Koordinator Jörg Dagenbach am Dienstag das Programm vor.

Der „Piano Day“ ist keine Erfindung des traditionsreichen Unternehmens. Er gehe auf eine Idee des Berliners Felix Grimm zurück, mit dem die Niendorf-Aktion abgestimmt sei, erklärte Dagenbach.

Klavierkonzerte zum Mitmachen auf der ganzen Welt

In vier Städten rund um den Globus werden mehrstündige Mini-Konzerte mit Pianisten an Niendorf-Instrumenten in belebten Einkaufsmeilen oder sogar am Strand zu erleben sein. Die Mitmach-Veranstaltungen, die in sozialen Medien unter „#niendorfpianoday“ zu finden sein werden, sollen den Firmennamen wieder zum Begriff für gute Flügel und Klaviere werden lassen.

ShanghaiLos AngelesLuckenwalde

Der „Niendorf Piano Day“ startet um 12 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit. Auftakt ist auf dem Qibao Baolong Square in Shanghai, wo zu diesem Zeitpunkt schon Abend sein wird. Die nächste Präsenz sind die Promenaden des Leipziger Hauptbahnhofs ab 15 Uhr, gefolgt vom englischen Macclesfield beim Partner Shackleford Pianos ab 18 Uhr. Höhepunkt und Abschluss wird die Aktion am Venice Beach von Los Angeles sein – die dortige Mittagszeit wird 21 Uhr in Luckenwalde entsprechen.

Klavierbaumeister Friedmar Lohöfener mit einem Flügelkorpus. Quelle: Gerald Bornschein

In der Kreisstadt laufen die Fäden zusammen. Dazu findet in der Klavierfabrik ein Tag der offenen Tür von 12 bis 23 Uhr statt mit Führungen durch die Manufaktur, Workshops mit der Pianistin Natalija Nikolayeva und einem großen musikalischen Rahmenprogramm. Per Skype-Schaltungen können die Besucher die Events rund um den Erdball live verfolgen. Für Musiker aus der Region wird die Möglichkeit bestehen, sich in Sessions zusammenzufinden. Entsprechendes Equipment wird auf der Bühne des Konzertsaals vorhanden sein.

Anna VR am Niendorf-Flügel Quelle: Gerald Bornschein

Künstlerisch wird auch Anna VR alias Anna von Raison aus Berlin zu erleben sein. Sie vereint Elemente aus elektronischem Pop, Rhythm and Blues und zeitgenössischer Klaviermusik. Am Dienstag präsentierte sie ein Stück, das auf einem „in Fetzen zerlegten“ Teil aus Carl Orffs Carmina Burana basierte. Nach ihrem letzten Auftritt mit einem fünf Jahre alten Yamaha-Flügel in der Berliner Philharmonie sei das Spielen in Luckenwalde „noch etwas ganz anderes“, sate sie: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, hier etwas gemeinsam zu entwickeln.“

Friedrich der Große als Botschafter des „Piano Day“

Am „Piano Day“ wird Anna von Raison in ihrem Quartett auftreten – mit Bruder Max an der Gitarre, Drummer Luca Marini und Sebastian Kreis am Laptop. Des Weiteren wird es klassische Konzerte von Vladimir Mogilevsky und Natalija Nikolayeva sowie Swing vom Frank Hollmann-Trio geben.

Hintergrund zur Klavierfabrik

Die Firma wurde 1896 von Hermann und Karl Niendorf in Luckenwalde gegründet.

Als Niendorf Flügel- und Klavierfabrik GmbH produziert das Unternehmen seit 2014 Flügel und Klaviere „Made in Germany“.

2015 stieg ein chinesischer Investor ein.

Mit derzeit 25 Beschäftigten werden Flügel in vier und Klaviere in zwei Größen gefertigt.

Im Jahr 2017 wurden etwa 50 Instrumente gebaut, davon ein Drittel Flügel.

Als Botschafter für den Piano Day war sogar der Alte Fritz angereist. Hermann Lamprecht aus Teltow mimt den preußischen Regenten, zu dessen Zeit man mit der französischen Sprache Wert auf internationale Verständigung gelegt habe, sagte er. Auch wenn er musikalisch eher der Traversflöte zugeneigt war, konnte er auch das Cembalo und den Hammerflügel bedienen. Ein solches Instrument bestellte er 1730 beim Orgelbauer Gottfried Silbermann, es steht heute noch im Schloss Sanssouci.

Von Gerald Bornschein

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