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Piloten-Feeling am Boden in Schönefeld

Ein Flug im Simulator Piloten-Feeling am Boden in Schönefeld

Nicht nur die Lufthansa hat Flugsimulatoren in Schönefeld. Wer das Gefühl kennenlernen möchte, in einem Airbus-Cockpit, einer Boeing-Kanzel oder in einem Hubschrauber zu sitzen, findet am Rande des Rollfelds weitere Möglichkeiten – etwa bei der Firma EVS Flighttraining.

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MAZ-Reporterin im Cockpit-Simulator: Welcher Knopf ist wofür? Und wie groß dürfen die Bewegungen der Hebel sein, damit der Airbus geradeaus fliegt?

Quelle: Gudrun Ott

Schönefeld. „Wir sind Flug Nummer AB 722 und überführen den A 320 von Schönefeld nach Tegel, wir haben eine maximale Flughöhe von 4000 Fuß bekommen.“ Das ist die Aufgabe für die kommenden zwei Stunden im Flugsimulator Airbus 320. Der steht praktisch am Rande des Rollfelds in Schönefeld, in den neuen Räumen der Firma EVS Flighttraining. Die ist gerade vom zu klein gewordenen Gelände im Güterverkehrszentrum Großbeeren nach Schönefeld umgezogen. EVS ist eine von etwa 20 Firmen in Deutschland, die auf 50 Simulatoren Flugstunden anbieten.

Vor der Tür herrscht echter Flugverkehr, drinnen erklärt Geschäftsführer und Pilot Antony Evans, was beim Fliegen am wichtigsten ist: „Nicht in Panik ausbrechen, egal, was passiert. Anders als beim Autofahren können wir bei einer Havarie nicht auf den ADAC warten.“

Rundherum jede Menge blinkende Bildschirme

Dann die Einweisung für all die Technik vor, neben, über und hinter mir: Die Fußpedale bedienen das Seitenruder, linker und rechter Fuß bremsen das Hauptfahrwerk. Das Piedestal zwischen Kapitän und Pilot bedient mit Schubhebeln Triebwerke und Landeklappen. Und dann sind da das Flight-Management-System fürs Navigieren, Bildschirme für Elektrik, Hydraulik, Belüftung, Betankung oder Autopiloten. Hinter dem Sitz ist das Sicherungstableau.

Der Tower „meldet“ sich, wir haben Startbahn zwei fünf R, „die alte Nordbahn“, sagt Evans, und gibt durch: „Abflugroute Mike, Whisky, ... Delta, Bravo... zwei fünf fünf.“ Das heißt: Wir fliegen im Dreieck über Straußberg nach Tegel und starten gegen den Wind.

Jeder Handgriff muss abgesprochen sein zwischen Pilot und Copilot

Die Checklisten: Dutzende Parameter sind immer wieder zu vergleichen  – vor dem Start, nach dem Start, vor dem Abheben, nach dem Abheben, beim Zielanflug, beim Landen, nach dem Landen, beim Parken, beim Abstellen des Flugzeugs. „Jeder Handgriff wird zwischen Pilot und Copilot gegengecheckt und bestätigt“, schärft mir Evans ein, „nichts darf ohne Wissen des anderen passieren.“

Pilot und Geschäftsführer Antony Evans

Pilot und Geschäftsführer Antony Evans

Quelle: Gudrun Ott

Dann schaltet er den Transponder ein und sagt „jetzt ,sieht’ uns der Tower. Vorsichtig Schub geben.“ Wir rollen. Das Bugrad soll der weißen Linie folgen. Gar nicht leicht bei so viel Gewicht von hinten. Dann die Startbahn vor uns. Wir werden immer schneller, immer schneller, bei 130 Knoten gibt es kein Zurück mehr, wir müssen hoch. 140 Knoten, „Abheben!“, 145 Knoten –   „Steigen!“ Nur noch Himmel vor uns.

„Fliegen lernt man nicht in einer Stunde“

Vor mir im Cockpit mein größtes Problem zwischen den Anzeigen und Knöpfen: Anders als beim Auto rollt die Maschine nicht nach rechts, wenn ich den Hebel nach rechts bewege. Der A320 entfernt sich am künstlichen Himmel immer weiter vom weißen Strich. Ich muss umdenken. Viel Zeit habe ich n


Der Simulator für den Airbus 320 bei der Firma EVS Flighttraining

Der Simulator für den Airbus 320 bei der Firma EVS Flighttraining.

Quelle: Mats Martens

Vorsichtig frage ich: „Haben Sie viel geholfen?“ Antony Evans lacht und sagt: „Fliegen lernt man nicht in einer Stunde. Sonst bräuchten Piloten doch nicht die jahrelange Ausbildung.“ Da hat er auch wieder Recht. Meine Enttäuschung legt sich, mein Traum vom Fliegen bleibt.

Der Traum vom Fliegen

Antony Evans lebt seinen Traum vom Fliegen seit 2006 mit eigener Firma. Der Pilot gibt Kollegen Übungsstunden. Es kommen Menschen, die neugierig sind auf das Gefühl in einem Airbus-Cockpit, in einer Boeing oder im Hubschrauber. Es melden sich Menschen an, die kleine Maschinen fliegen, um das Gefühl in großen zu erfahren. Es kommen auch Menschen, die Flugangst überwinden, jemandem etwas besonderes schenken oder ein ausgefallenes Hobby pflegen wollen.

Von Jutta Abromeit

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