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Pläne für neues Gerätehaus umstritten

Senzig Pläne für neues Gerätehaus umstritten

Gegen die Planungen für das neue Senziger Gerätehaus in der Chausseestraße/ Ecke Gussower Straße machen die Anwohner jetzt mobil. Sie beklagen, dass sie im Vorfeld viel zu wenig die Planungen einbezogen wurden. Bürgermeister Franzke aber steht bei den Feuerwehrleuten im Wort. und könnte jetzt möglicherweise ein Problem bekommen.

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Viele Senziger würden es befürworten, wenn das ortsbildprägende Gebäude der Feuerwehr von 1936 erhalten bleibt.

Quelle: Franziska Mohr

Senzig. Nach der Eröffnung der neuen Gerätehäuser für die freiwilligen Feuerwehren in Zernsdorf/Kablow sowie in Niederlehme wollte Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) in seiner Amtszeit eigentlich auch das nagelneue Domizil für die Senziger Kameraden 2017 eröffnen. „Für die Umsetzung dieser Pläne stehe ich im Wort“, erklärte er im Beisein von Ortswehrführer Sebastian Kanschur am 12. Juni vorigen Jahres in der MAZ. Das allerdings könnte sich jetzt als schwierig erweisen.

Die Anwohner im Umfeld des neuen Gerätehauses machen gegen das Projekt mobil. Allen vor-an der direkte Nachbar Burkhard Hein und seine Frau Roswitha. „Ich begrüße selbstverständlich, dass die Kameraden, die ehrenamtlich in brenzligen Situationen für uns alle den Kopf hinhalten, endlich ordentliche Arbeitsbedingungen erhalten.“ Daher erklärte er am 19. Mai, als ihn das kreisliche Bauordnungsamt in einem Schreiben vom 17. Mai im Zuge der Nachbarbeteiligung „um Zustimmung beziehungsweise etwaige Einwendungen gegen das Vorhaben“ bat, in der anfänglichen Euphorie auch sofort seine Einwilligung. Als er allerdings einen Tag später den vom Bauordnungsamt geschickten Lageplan zur Hand nahm und das Vorhaben vor seiner Haustür genau ausmaß, war ihm sofort klar: „Die Planungen des neuen Gerätehauses gehen hinsichtlich Bauabstand, Wohnkultur und Wertverlust des eigenen Grundstücks gar nicht“, sagt Hein. Am 22. Mai widerrief er seine drei Tage zuvor erteilte Zustimmung. „Anstatt wie bisher ins Grüne würde ich aus meinem Küchen- sowie aus meinem Schlafzimmerfenster in nur 5,50 Meter Entfernung auf eine 3,30 Meter hohe Mauer schauen“, begründet der 56-Jährige seinen Widerruf. Er habe auf dem 1986 erworbenen Grundstück nicht sein Leben lang geackert, um jetzt einen derartigen Wertverlust hinzunehmen. Rechtliche Schritte behält er sich vor.

Rückblick

Rückblick: Lutz Franzke (l.) und Sebastian Kanschur präsentieren im Juni 2015 die Pläne für das neue Gerätehaus.

Quelle: Franziska Mohr

Senziger wollen das alte Gerätehaus erhalten

Unmut erregt das Bauvorhaben auch bei Henry Boettcher, der selbst seit 31 Jahren bei der Senziger Wehr engagiert ist. „Ich bin für den Neubau, aber nicht für einen derartigen Klopper direkt vor meiner Haustür“, sagt er. Außerdem ist ihm ebenso wie der Familie Hein unverständlich, warum die Stadt Königs Wusterhausen die Anwohner nicht schon bei der Erarbeitung der Pläne direkt einbezogen habe. Zumal es auch erhebliche Probleme mit den Medienanschlüssen gibt, die nun alle umverlegt werden müssen. Zahlreiche Senziger plädieren ohnehin dafür, dass das 1936 erbaute, ortsbildprägende Gerätehaus erhalten bleibt und für ein modernes Gerätehaus ein neuer Standort beispielsweise auf dem Bullenberg gefunden wird. Die jetzigen Pläne sehen aber vor, dass der Altbau nach der Eröffnung des Neubaus komplett abgerissen wird.

Burkhard Hein zeigt die Höhe der Mauer vor seinen Fenstern an

Burkhard Hein zeigt die Höhe der Mauer vor seinen Fenstern an.

Quelle: Franziska Mohr

Ortswehrführer Sebastian Kanschur verweist darauf, dass die Feuerwehr seit 80 Jahren an diesem Standort beheimatet ist. „In all den Jahren hat es nie Probleme mit den Anwohnern gegeben“, sagte er. Die Kameraden bräuchten dringend mehr Platz für Sanitäranlagen und Umkleiden, auch die Fahrzeughalle sei viel zu eng. Baurechtlich seien alle Vorschriften einschließlich der Abstandsflächen eingehalten worden. „Zieht sich das Verfahren noch lange hin, so ist nicht auszuschließen, dass so mancher der Feuerwehr endgültig den Rücken kehrt, nachdem die Kameraden ohnehin schon jahrelang vertröstet wurden.“ Die Senziger Ortsvorsteherin Renate Grätz (CDU) bedauert die Verzögerung. Sie schließt auch nicht aus, dass das Vorhaben nach den Protesten der Anwohner jetzt ein wenig abgespeckt werden muss. „Es erweist sich offensichtlich als Fehler, dass das städtische Bauamt die Bürger nicht rechtzeitig in die Planungen einbezogen hat.“ Auch wenn dies möglicherweise baurechtlich nicht unbedingt zwingend gewesen wäre.

1,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung

Diesen Vorwurf weist Bürgermeister Franzke zurück. „Es handelt sich um ein ganz normales Bauverfahren, bei dem jetzt die Interessen aller Beteiligten abgewogen werden.“ Der von einigen Kameraden aufgrund ihrer jährlich „nur“ etwa 35 Einsätze geäußerte Verdacht, dass die Stadt die 1,5 Millionen Euro für den Neubau des Senziger Gerätehauses zugunsten der geplanten neuen Feuerwache auf dem Funkerberg einsparen will, ist für Franzke völlig gegenstandslos. Das Geld sei da. Er stehe zu dem Neubau des Gerätehauses in Senzig. Die Leiterin der Unteren Bauaufsicht des Landkreises, Kirsten Globig, erklärt zum aktuellen Stand lediglich: „Es ist ein laufendes, ergebnisoffenes Verfahren, bei dem nach eingehender Prüfung die notwendigen Entscheidungen getroffen werden.“

Von Franziska Mohr

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