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Dahme-Spreewald Das treibt die Planespotter an
Lokales Dahme-Spreewald Das treibt die Planespotter an
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16:25 08.05.2018
In Aktion: Planespotter Danny Kahra in Schönefeld an der Südbahn. Quelle: Manuel Schubert
Schönefeld

Bei Danny Kahra ist Timing alles. Hat er eine geeignete Position gefunden, dann holt er die Leiter aus dem Kofferraum, lehnt sie gegen die Heckklappe seines VW Caddy und klettert, mit zwei Kameras bewaffnet, hinauf. Den Zeigefinger am Auslöser, hält er Ausschau nach der angekündigten Maschine. Oft wartet der 39-Jährige stundenlang auf den einen Moment. Ist der Moment gekommen, hat Kahra nur ein, zwei Sekunden Zeit, um das perfekte Foto zu schießen – Nervenkitzel pur. „Ich bin gut vorbereitet, meistens klappt’s“, sagt er sichtlich gelassen.

An die 200 Flugzeugfans tummeln sich in Schönefeld und Tegel – Danny Kahra ist einer von ihnen. Die MAZ hat den Hobby-Fotografen begleitet und zeigt seine schönsten Fotos.

Kahra ist „Planespotter“. So nennen sich die Hobby-Fotografen, die Bilder von Flugzeugen machen. Kahra stammt aus Lübben. Seit 18 Jahren lebt er in Berlin-Steglitz. Bis zu dreimal in der Woche fährt der Familienvater raus zu den Flughäfen in Tegel oder Schönefeld, um dort einmalige Aufnahmen zu machen – ein zeitintensives Hobby, das obendrein viel Geld kostet. „Ich reise viel in Deutschland herum, um Fotos an anderen Airports zu machen“, sagt Kahra. Am liebsten ist er in Frankfurt am Main: „Da kann man die richtig großen Flieger sehen, in Berlin starten und landen ja nur kleinere Maschinen.“

Als selbstständiger Unternehmer – Kahra fertigt Zubehör fürs Auto-Tuning – kann er sich seine Zeit so einteilen, dass sich Hobby und Beruf nicht allzu oft in die Quere kommen. Seine drei und sechs Jahre alten Töchter begleiten ihn oft – zuletzt zur Luftfahrtmesse ILA. „Die Kinder sind total begeistert. Meine Frau hat null Interesse, aber sie akzeptiert’s“, sagt Kahra, auf sein zeitintensives Hobby angesprochen.

Mit dem Fotografieren hat Kahra 2010 angefangen. „Anfangs habe ich alles fotografiert. Ich fuhr durch die Gegend und fotografierte Vögel, Insekten, Tiere ...“, erzählt er. „Aber irgendwie fetzte das alles nicht.“ Also fuhr Kahra zum Berliner Flughafen Tegel, machte ein paar Aufnahmen von den Maschinen, die dort starteten und landeten. „Der Geruch von Kerosin, der Sound einer so riesigen Maschine, das ist schon was“, schwärmt Kahra. Die Flugzeuge hatten es ihm angetan. Kahra kam immer wieder. Er legte sich eine entsprechende Ausrüstung zu, kaufte gute Teleobjektive, eine zweite Kamera und lud sich die Spotter-App „Flightradar 24“ aufs Handy. Der Online-Dienst verfolgt Maschinen und deren Positionen in Echtzeit.

Planespotter mit guten Kontakten

Wie ein Besessener graste der Hobbyfotograf sämtliche Positionen rund um die beiden Airports ab, von denen er sich die besten Bilder erhoffte. Acht, neun Stunden war er in der Anfangszeit für ein gutes Foto unterwegs. Heute braucht er dafür längst nicht mehr so viel Zeit. „Für normale Passagiermaschinen fahre ich nach so vielen Jahren gar nicht erst los“, sagt er. Nur wenn sich ein seltenes Flugzeug – ein Militärflieger, Privatjet oder eine besonders große Maschine – ankündigt, jucken dem Fotografen die Finger. Diese außergewöhnlichen Flüge erscheinen zwar nicht auf dem Radar der Handy-App, aber Kahra hat an beiden Berliner Airports Kontakte, die ihm solche Geheimtipps verraten.

Etwa 200 Planespotter gibt es in der Hauptstadt-Region, schätzt der Hobby-Fotograf. Laut Kahra gibt es drei Typen: den Schönwetter-Spotter, den Tracker, der jedes Flugzeug samt Registriernummer fotografiert und katalogisiert, und die Qualitäts-Spotter. Kahra selbst zählt sich zum letzten Typ: „Mir geht’s nicht darum, jede Maschine zu knipsen, egal wie. Ich will das perfekte Foto mit 100-prozentiger Qualität“, sagt er. Der 39-Jährige setzt vor allem auf – wie er sagt – „gestochen scharfe“ Nahaufnahmen von Starts und Landungen. „Ich will die Maschinen in Aktion sehen. Einfache Luftaufnahmen mache ich kaum“, betont Kahra.

Lieblingsspot BER-Parkhaus

Zu seinen Lieblingspositionen in Schönefeld gehört die neue Südbahn. Leider landen dort kaum Flugzeuge, solange der neue Hauptstadtflughafen noch nicht in Betrieb ist. Für das beste Foto greift Kahra immer wieder zu unkonventionellen Mitteln: In Tegel kletterte er schon auf Bäume, um einmalige Aufnahmen von Maschinen auf dem Vorfeld zu machen. Oder er fährt in den 7. Stock des Parkhauses am BER-Fluggastterminal: Von dort hat man einen guten Überblick über die Nordbahn.

Die Flughafengesellschaft ermöglicht Spottern wie Kahra mittels eines eigenen Ausweises den Zutritt zu den Besucherterrassen und bietet regelmäßig Touren an.

Von Josefine Sack

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