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Dahme-Spreewald Politische Gangart wird härter
Lokales Dahme-Spreewald Politische Gangart wird härter
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07:07 17.10.2017
Für Uwe Malich (Linke) gibt es im Wildauer Rathaus eine weitere Amtszeit. Quelle: Oliver Hein
Wildau

In Wildau zeichnet sich nach der Wiederwahl von Bürgermeister Uwe Malich (Linke) eine härtere politische Gangart im Stadtrat ab. Dort haben SPD, CDU und FDP eine Mehrheit. Deren gemeinsame Bürgermeisterkandidatin Angela Homuth unterlag Malich am Sonntag in der Stichwahl. Zwar betonten alle Seiten am Montag, die Interessen der Stadt stünden im Vordergrund. Doch insbesondere das rot-schwarz-gelbe Bündnis machte deutlich, dass es die Stadtpolitik maßgeblich mitbestimmen will.

Zeit der Großzügigkeit ist für die SPD vorbei

SPD-Fraktionschef Jürgen Mertner drückte es so aus: „Wir haben elf Stimmen. Herr Malich kann jetzt eine Politik machen, die auch den elf Leuten gefällt.“ Die Zeiten der Großzügigkeiten dem Bürgermeister gegenüber seien vorbei. Die Kluft war in den zurückliegenden Monaten bereits zutage getreten, als Malich mit einigen Vorlagen abblitzte. Sie könnte

SPD-Fraktionschef Jürgen Mertner kündigt eine härtere Gangart im Stadtrat an. Die Sporthallen-Pläne des Bürgermeisters lehnt er ab. Quelle: Anja Meyer

sich nun noch vergrößern. Malich plädiert für den Bau einer großen neuen Sporthalle mit mindestens drei, möglichst vier Feldern am Wildorado. Die Fraktionen von SPD und CDU/FDP lehnen das aus Kostengründen kategorisch ab.

Wenn es Wildau dient, wird nichts blockiert

Mertner spricht sich stattdessen für den Bau einer Zweifeldhalle im Zuge der Grundschulerweiterung aus. Den Kita-Neubau und die Erweiterung des Bauhofs nannte er als weitere Schwerpunkte. Der stellvertretende CDU/FDP-Fraktionschef, Winfried Schenk, bezeichnete Malichs Sporthallen-Plan als „Träumerei“. Zur künftigen Arbeit in der SVV sagte er: „Wenn es Wildau dienlich ist, werden wir nichts blockieren.“

Linksfraktion will Konfrontation vermeiden

Der Fraktionschef der Linken, Gert Müller, ist überrascht, dass die beiden anderen Fraktionen nun eine kleine Halle favorisieren. „Ob eine große Halle machbar ist, müssen wir sehen, aber ich denke, das ist ein gangbarer Weg, den wir weiter verfolgen sollten.“ Er hofft, dass die Stadtverordneten gemeinsam Wildau voranbringen können. „Wir gehen nicht auf Konfrontation“, sagte er. Er wünscht sich eine Rückkehr zur Sachlichkeit.

Persönliche Verletztungen im Wahlkampf

Allerdings könnten neben den unterschiedlichen inhaltlichen Positionen auch persönliche Verletzungen aus dem Wahlkampf die künftige

Die unterlegene Bürgermeisterkandidatin Angela Homuth (SPD) wurde von CDU und FDP unterstützt. Sie ist Vorsitzende der SVV. Quelle: Privat

Zusammenarbeit erschweren. Auf beiden Seiten ist von unverzeihlichen Tiefschlägen die Rede. Man bezichtigte sich gegenseitig der Lüge, ein Fraktionschef wurde als senil bezeichnet.

Malich erst frühestens im Dezember wieder im Dienst

Uwe Malich bekräftigte am Montag seine Aussage vom Wahlabend. „Ich gehe immer noch davon aus, dass wir gemeinsam die besten Lösungen für Wildau finden werden.“ Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat änderten daran nichts. Malich ist nach einem schweren Fahrradunfall seit Monaten krankgeschrieben. Er will im Dezember wieder seinen Dienst antreten, wie er am Montag sagte. Bis auf weiteres bleibt Kämmerer Marc Anders der amtierende Bürgermeister.

Bürgermeister schließt früheres Ausscheiden aus dem Amt nicht aus

Malich will die bevorstehende achtjährige Amtszeit absolvieren. Daran waren zuletzt wegen seiner gesundheitlichen Probleme Zweifel laut geworden. Ein früheres Ausscheiden aus dem Amt schloss der 64-Jährige aber nicht aus. „Solange ich fit bin, mache ich das natürlich. Aber wenn es nicht mehr geht, hebe ich die Hand.“

Von Frank Pawlowski

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