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Poller des Anstoßes: Streit um Barrieren aus Beton

Steuerverschwendung am Dahme-Radweg? Poller des Anstoßes: Streit um Barrieren aus Beton

Die 250 aufgestellten Betonpoller am Dahme-Radweg bei Prieros sind ein Ärgernis für einige Bürger. Sie seien eine Steuerverschwendung und verschandelten die Natur. Der Landkreis hält dagegen. Ohne eine Barriere entstünden hohe Folgekosten, wenn schwere Forstfahrzeuge auf den Radweg führen und ihn demolierten.

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Zwischen Prieros und Hermsdorfer Mühle stehen 250 Betonpoller. Sie trennen Rad- und Forstweg.

Quelle: oliver becker

Heidesee. 250 Poller stehen entlang des im Jahr 2009 eröffneten Dahme-Radwegs zwischen Prieros und Hermsdorfer Mühle. Für den Heideseer Radfahrer Hans-Joachim Budig sind sie ein Ärgernis. Der viele Jahre im Baugewerbe als Planer tätige Senior hält sie für eine reine Steuerverschwendung und schätzt die Ausgaben des Landkreises für die Poller auf insgesamt 250 000 Euro. Die in einem Abstand von je 25 Meter eingelassenen Betonpfähle, die Fahrradweg und den nichtöffentlichen und per Schranke verschlossenen Waldweg voneinander trennen, hält er für ein sinnloses Unterfangen.

Poller eine Verschwendung von Steuergeldern

„Da ich viel radele bin ich auf die Poller gestoßen und habe sie gezählt. Der Sinn erschließt sich nicht. Auch müssen Anfertigung, Transport und Einsetzen viel Geld gekostet haben“, sagte Hans-Joachim Budig. „Das ist verschwendetes Geld. Mit diesen Mitteln hätte man den Radweg deutlich länger bauen können“, so der Radfahrer weiter. Auch seien die Poller nicht schön anzusehen und verschandelten die Natur.

Auch Georg Schäfer, Heidesees Tourismusbeauftragter, weiß nichts mit den Pollern anzufangen: „ Ich frage mich, was das soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Forstfahrzeug den Radweg befährt, wenn es doch eine eigene Fahrbahn zur Verfügung hat“, sagte Schäfer.

Betonpoller machen Sinn

„Man hat sich schon etwas dabei gedacht und alles durchgerechnet“, sagte Siegbert Nimtz, Bürgermeister von Heidesee (UWGH). „Das ist deshalb gemacht worden, damit die forst- und landwirtschaftlichen Fahrzeuge nicht den Radweg kaputtfahren“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Wenn der Radweg demoliert sei, könnte es am Ende teurer werden als der Einsatz von Pollern. Betonpoller entwickelten auch keine Folgekosten, weil sie nicht verrotten wie etwa Holzpfähle. Die von Budig geschätzten 1000 Euro pro Pfahl hält er für zu hochgegriffen.

Folgekosten verhindern

„Die Betonpoller wurden zum Schutz des in sandgeschlämmter Schotterdecke hergestellten Radweges eingebaut“, erläutert eine Sprecherin des zuständigen Fachamts für Gebäude- und Immobilienmanagement des Landkreises Dahme-Spreewald. Es bestünde die Gefahr, dass der Radweg von schweren Fahrzeugen der Forstwirtschaft befahren wird.

Über den Hauptweg des Bundesforsts führen viele Holztransporte und Rückefahrzeuge mit hohen Achslasten. Der Radweg sei jedoch von der Traglast her nicht dafür konzipiert. Kostspielige Schäden wären die Folge, weshalb beim Bau des Radwegs vorausschauend eine Barriere zum Schutz gleich mit errichtet wurde. Der Landkreis als Bauherr habe dabei auf ein langlebiges, wartungsarmes und damit Unterhaltungskosten armes System gesetzt.

Poller sind funktional

Die Kosten für die Herstellung und Installation der 2006 installierten Betonpoller betrugen 35 000 Euro, 501 000 Euro der Bau des Dahme-Radwegs. Der Vorwurf der Steuerverschwendung und der Naturverschandelung wird von der Kreisverwaltung zurückgewiesen. Die installierten Poller hätten eine grundlegende Funktionalität.

„Durch das vorausschauende Handeln der Kreisverwaltung mit der Installation der Poller und der Auswahl der Materialien konnten erhebliche Folgekosten durch Schadensbeseitigung am Radweg und erhöhter Instandhaltungsaufwand eingespart werden“, so das Fachamt. Die Entscheidung für die Betonpoller sei am Ende eines Abwägungsprozesses gefallen. Die realisierte Variante sei schließlich nur ein Kompromiss unter Würdigung aller Randbedingungen.

Von Oliver Becker

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