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Porzellan-Sammler zeigt Stücke aus Meißen

Zeuthen Porzellan-Sammler zeigt Stücke aus Meißen

Feuerfestes Geschirr aus Meißen gehörte früher in nahezu jeden Haushalt. Doch die Kochgewohnheiten haben sich geändert. Eine aktuelle Ausstellung in der Gemeindebibliothek zeigt, wie vor 100 Jahren gekocht und gebacken wurde.

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Nicht schön, aber robust: feuerfeste Gugelhupfformen.

Quelle: Josefine Sack

Zeuthen. Alles fing mit dem kobaltblauen Zwiebelmustergeschirr an: „Ich bin damit aufgewachsen“, sagt Karl B. Thomas. Nach dem Tod seiner Mutter erbte der heute 73-Jährige das Familienporzellan. Ende der 1980er Jahre war das. Ob es Nostalgie war oder einfach nur das Interesse an dem wohl erfolgreichsten Blaudekor der Porzellangeschichte, vermag der Zeuthener nicht mehr zu sagen. Jedenfalls packte ihn damals die Leidenschaft für das Meißner Geschirr.

der passionierte Sammler Karl B

der passionierte Sammler Karl B. Thomas beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Meißner Keramik.

Quelle: Josefine Sack

An die tausend Tassen, Teller und Kännchen mit dem berühmten blau-weißen Muster zählen heute zur Sammlung des früheren Berufschullehrers. Längst hat sich Thomas’ Passion für Porzellan auch auf Zierfiguren, Vasen und Keramik ausgeweitet. Denn was viele nicht wissen: Aus Meißen stammt nicht nur das traditionsreiche Blaudekor. In und um die sächsische Stadt gab es im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert eine ganze Reihe von überregional bedeutenden Kachelofenherstellern. Viele davon produzierten in erster Linie Haushalts- und Zierporzellan, manche erweiterten ihr Sortiment um Wand- und Bodenfliesen. Die Firma Cölln-Meißener Ofenfabrik Saxonia, rechts der Elbe gelegen, ging einen anderen Weg: Als vermutlich einer der ersten Hersteller produzierte sie von 1908 bis in die 1920er Jahre feuerfestes Kochgeschirr. Mehr als 2500 der feuerfesten Tiegel umfassen Thomas’ Sammlung.

Na, kennen Sie sie noch

Na, kennen Sie sie noch? Fisch-Puddingform.

Quelle: Karl B. Thomas

Die Puddingform im Fischmotiv, der schwere Bräter, die klobige Gugelhupfform – noch heute kommt so manches Kochgeschirr aus Sachsen vor allem bei älteren Menschen zum Einsatz. Wer es nicht kennt oder in Kindheitserinnerungen schwelgen will, kann die feuerfeste Keramik derzeit in der Gemeindebibliothek Zeuthen besichtigen. Noch bis Ende September können Besucher zu den Öffnungszeiten anhand von 50 Objekten erfahren, wie vor 100 Jahren gekocht wurde.

Nicht schön, aber robust

Optisch kann das robuste Geschirr nicht unbedingt mit dem filigranen Zwiebelmuster mithalten. Die Gefäße waren außen meist braun geflammt und innen mit einer braunen Bleiglasur versehen. Billig war die feuerfeste Keramik nicht: Thomas hat herausgefunden, dass der größte Kochtopf mit 18 Litern laut Katalog von 1917 immerhin 17 Mark kostete – je nach Einkommen zwischen zehn und 35 Prozent eines Wochenlohns.

Jedes Wochenende auf Flohmärkten unterwegs

Woher Karl B. Thomas das weiß? Als studierter Historiker und früherer Hobby-Ahnenforscher kennt er sich mit Quellenarbeit aus. Zudem ist der Rentner nahezu jedes Wochenenden auf Flohmärkten unterwegs, um neue Fundstücke zu erstehen. Mehrere tausend Exponate aus Meißen , die er allesamt sorgfältig fotografiert und in seinem E-Book-Reader archiviert, füllen seine heimischen Regale. „Meine Verwandten und Freunde sagen, ich bin verrückt, aber irgendwie muss man sich ja im Alter fit halten“, sagt Thomas.

Von Josefine Sack

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