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Dahme-Spreewald Posse um Radwegbrücke
Lokales Dahme-Spreewald Posse um Radwegbrücke
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00:16 30.06.2017
Lücke über der Dahme: Hier verband die gut 60 Meter lange Holzbrücke Wildau mit Niederlehme. Im November wurde sie wegen Einsturzgefahr abgebaut. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Die Posse um die kaputte Brücke über die Dahme zwischen Wildau und dem Königs Wusterhausener Ortsteil Niederlehme geht weiter – sehr zum Verdruss der Radfahrer und Fußgänger, die sie als kurze Verbindung seit September nicht mehr nutzen können. Nachdem Experten zunächst die Reparatur der verfaulten Holzbrücke empfahlen, wird nun ein kompletter oder teilweise Neubau als Ersatz wahrscheinlicher. In jedem Fall wird die Lücke noch monatelang klaffen.

Hier liegt sie gut: die marode Holzbrücke lagern im Hafen, nur wenige Meter von der Lücke entfernt, die sie hinterlassen hat. Quelle: Frank Pawlowski

Brücken-Gipfel in Königs Wusterhausen

Am kommenden Montag soll es eine gemeinsame Beratung der beiden Hauptausschüsse von Wildau und Königs Wusterhausen zur Brücke geben. Angeregt hatte das Wildaus Stadtratsvorsitzende Angela Homuth (SPD). „Wir müssen endlich gemeinsam eine Lösung finden.“ Eine Reparatur wollen die Wildauer laut Homuth nicht, einen kompletten Neubau aber auch nicht. Statt dessen gibt es den Vorschlag, den unteren Teil der Brücke aus Stahl zu fertigen und den oberen als Holzkonstruktion zu belassen. Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke) erhofft sich vom Brücken-Gipfel mit den Königs Wusterhausenern mehr Klarheit: „Wir wollen eine möglichst schnelle und wirtschaftlich vernünftige Lösung.“ Auch eine Reparatur ist für ihn noch nicht vom Tisch. Ebenso wie für einen Neubau könnten dafür Fördermittel beantragt werden, sagte Malich.

Kein Vertrauen mehr in Holzkonstruktion

Im Königs Wusterhausener Hauptausschusses neigt das Pendel eher zu einem kompletten Neubau. „Eine Reparatur der Brücke ist nicht ausgeschlossen, aber wenig wahrscheinlich“, sagte Ausschussvorsitzender Peter Dittrich (CDU). Das Vertrauen in eine reine Holzkonstruktion ist dahin. Was haben wir davon, wenn wir in ein paar Jahren wieder Probleme bekommen?“, so Dittrich. Ein reine Stahlbrücke ist für ihn die nachhaltigste Lösung. Aber alle Varianten würden noch überprüft. „Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“ Im Gespräch ist auch eine Verkleidung der Holzbrücke, die sie vor dem Wasser schützen soll. Das stößt im Königs Wusterhausener Stadtrat aber auf wenig Gegenliebe.

Kein Durchkommen: Abgesperrter Brückenzugang. Quelle: Frank Pawlowski

Brücke hielt nicht mal 20 Jahre

Die Radwegbrücke war 1999 eröffnet worden. Sie kostete 1,4 Millionen Euro. Im Spätsommer des vorigen Jahren wurde sie zunächst wegen Einsturzgefahr gesperrt, im November schließlich sogar abgebaut. Seither liegt sie im Königs Wusterhausener Hafen, nur einen Steinwurf weit entfernt. Gutachter stellten später fest, dass Pilze das Tragwerk massiv beschädigt hatten. Im Mai folgten die beiden Stadtverwaltungen einer Empfehlung von Experten, die Brücke zu reparieren.

Keine Mehrheit für Reparatur-Idee

Das schadhafte Holz sollte erneuert werden. Bis zum Jahresende sollte das erledigt sein, hieß es. Ein Neubau aus Stahl sei zu teuer und würde zu lange dauern. Doch bei den Stadtpolitikern fiel der Vorschlag durch. Der Hauptausschuss in Königs Wusterhausen lehnte ihn schon Ende Mai ab mit dem Hinweis, auch eine Neubauvariante zu prüfen. Die Wildauer sprachen erst gar keine Empfehlung mehr aus, drängten auf eine gemeinsame Sitzung.

Wiederaufbau erst in zwei Jahren?

Frühestens im Frühjahr 2018, so hieß es, könnte eine reparierte Brücke wieder aufgebaut sein. Bei einem Neubau würde das mindestens ein weiteres Jahr dauern. Königs Wusterhauen hat bisher 800 000 Euro, Wildau 600 000 Euro im Haushalt für einen Wiederaufbau der Brücke eingeplant. Für eine Reparatur würde das wahrscheinlich reichen, für einen Neubau eher nicht.

Von Frank Pawlowski

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