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Dahme-Spreewald Prieroserinnen erleben ihre dritte „Einschulung“
Lokales Dahme-Spreewald Prieroserinnen erleben ihre dritte „Einschulung“
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04:18 24.03.2016
Christa Drescher, Meike Grahn, Bärbel Stoll und Else Enters (v. l.) vor dem alten Schulgebäude mit dem Einschulungsbild ihrer Kinder beziehungsweise Enkel. Quelle: Franziska Mohr
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Prieros

Könnten die Steine der alten, 1890 erbauten Prieroser Schule sprechen, in der sich heute die Naturparkverwaltung Dahme-Heidesee sowie die Diakonie Storkow befinden, so würden sie bestimmt auch die Geschichte von Meike Grahn und Bärbel Stoll erzählen. Beide sind gebürtige Prieroserinnen, deren Lebenswege sich ausgerechnet in diesem Gebäude in der Arnold-Breithor-Straße unweit der Dorfkirche bis heute immer wieder kreuzen.

Anfang der 60er Jahre wurden sie als kleine Mädchen hier eingeschult und von ihrem Lieblingslehrer Gottlieb Deutschle unterrichtet. Dort lernten sie das Abc, hatten ihre ersten Freunde und gingen später auch beruflich ihrer Wege. Bärbel lernte Luftverkehrsfrau, Meike Verkäuferin, ehe sich die beiden Frauen in eben jener Schule zur Einschulung ihrer Kinder Claudia und Marcus 1988 wiedertrafen. Beide Kinder gingen in eine Klasse, so dass die Mütter spätestens bei den Elternversammlungen erfuhren, ob ihre Sprösslinge die gleichen oder ähnliche Stärken und Schwächen aufwiesen wie sie einst. Wieder vergingen Jahre, die neue Schule auf dem Palagenberg entstand, so dass in das altehrwürdige Gemäuer mitten im Dorf mit der Naturparkverwaltung längst neue Nutzer einzogen.

Wiedersehen in der Tagespflege in Prieros

Im April vorigen Jahres schlug hier auch die Tagespflege „Hand in Hand“ der Diakonie Storkow ein neues Domizil auf. Selbstverständlich nicht ahnend, dass die beiden Frauen Meike Grahn und Bärbel Stoll auf diese Weise ihre nunmehr dritte „Einschulung“ an diesem Ort erleben sollten. Ihre Mütter, Christa Drescher (80) und Else Enters (95), freuen sich jetzt tagtäglich auf das dortige Angebot, das sich vom gemeinsamen Singen über kleine Spaziergänge bis zum Kochen und Backen erstreckt. „Früher war ich die Fleischverkäuferin und Else die Bäckersfrau im Dorf. Wir hätten uns nie träumen lassen, dass wir gut 25 Jahre später hier täglich gemeinsam frühstücken“, sagt Christa Drescher fröhlich.

Zum Kreis der täglich etwa zwölf Tagesgäste gehören auch die Ur-Prieroser Henni Hess und Fritz Höppner. Da wird oft in alten Erinnerungen geschwelgt, so mancher Lausbubenstreich lebt wieder auf, so dass selbst die Leiterin der Tagespflege, Julia Augstein, oft herzhaft lachen muss. „Meine Mutter kommt sehr gern hierher. Sie mag den Kontakt zu den Menschen, von denen sie viele schon seit Jahrzehnten kennt“, sagt Meike Grahn. Außerdem fahre sie viel beruhigter zur Arbeit, wenn sie weiß, dass ihre Mutter gut versorgt ist. Ähnlich sieht es Bärbel Stoll. 95 sei kein Pappenstiel. Da sei es schon gut, wenn eine Fachkraft die Mutter im Blick habe. Die 60-jährige Tochter sagt es und nimmt die Einladung für den nächsten Angehörigenabend entgegen. Könnte das alte Schulgebäude dies kommentieren, so hieße es wohl: Elternabend eben einmal anders.

Von Franziska Mohr

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