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Dahme-Spreewald Protest gegen Neonazis
Lokales Dahme-Spreewald Protest gegen Neonazis
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12:46 26.10.2013
„Wir kehren den braunen Dreck weg“ – nach diesem Motto fegten Bestenseer und Bewohner benachbarter Orte hinter den Demonstranten her. Quelle: Gerlinde Irmscher
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Bestensee

Anwohner löschten in ihren Häusern die Lichter, um ein Zeichen gegen den von einem Angehörigen der so genannten Freien Kräfte Königs Wusterhausens angemeldeten Neonazi-Aufmarsch zu setzen.

Die gut hundert ‒ zum großen Teil mit der Bahn aus Berlin angereisten ‒ Rechtsextremisten wurden von einer Hundertschaft der Polizei auf dem Weg nach Pätz begleitet. Dort wollten sie gegen das Flüchtlingsheim protestieren. Derweil säuberten Gegendemonstranten den Bahnhofsvorplatz. "Ich will den braunen Dreck wegfegen", sagte Jakob Matthias aus Zernsdorf, "bevor er sich noch weiter in die Mitte der Gesellschaft ausbreitet." Schon zuvor hatten sich im Ortszentrum mehrere Dutzend Menschen eingefunden, die den Neonazis symbolisch den Rücken zukehrten. Alle politischen Organisationen des Ortes hatten dazu aufgerufen.

Polizisten kontrollierten am Bahnhof in Bestensee die größtenteils aus Berlin angereisten Teilnehmer des Rechten-Aufmarsches Quelle: Gerlinde Irmscher

"Wir setzen damit ein demokratisches Gegengewicht und zeigen, dass die Rechten nicht ohne Widerstand durch unsere Gemeinde laufen können", stellte der Kreistagsabgeordnete Michael Kuttner (CDU) fest. "Es geht darum, Menschlichkeit zu beweisen", sagte Wolfgang Krüger, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Gemeindevertretung. "Flüchtlinge haben Anspruch auf ein geordnetes Verfahren", ergänzte er.

Mittenwaldes Pfarrer Christoph Kurz verteilte unter den Umstehenden Kerzen. "Menschen in Not Hilfe zu leisten, ist ein christliches Gebot", sagte er, "deswegen bin ich hier." Es dürfe nicht sein, dass Auswärtige sich Bestensee als Forum wählten, um Hass zu schüren, so Thomas Irmer (SPD). Das Thema Flüchtlingsheim diene den Krawallstiftern lediglich als Vorwand, um Angst zu erzeugen, meinte auch Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf: "Das werden wir nicht hinnehmen."

Bis zum Redaktionsschluss blieb die Rechten-Demonstation laut Polizei ohne Zwischenfälle.
Von Klaus Bischoff

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