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Puppenstuben und Zeitreisen

Museumstag im Landkreis Dahme-Spreewald Puppenstuben und Zeitreisen

Zum ersten Mal nahm in diesem Jahr auch der Landkreis Dahme-Spreewald am Museums-Aktionstag des Landes Brandenburg teil. Mit dabei waren am Sonnabend auch das Dahmeland-Museum, das Schloss sowie das Museum für Sender- und Funktechnik in Königs Wusterhausen. Dort gab es nicht nur für Kinder viel zu lernen, auch die Erwachsenen staunten.

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Reiner Liebig (l.) vom Sender- und Funktechnikmuseum in Königs Wusterhausen erklärt den Besuchern die Technik des DDR-Fernsehens.

Königs Wusterhausen. Einfach klasse fanden Anna und Sascha den Museums-Aktionstag, der am Sonnabend zum ersten Mal im Landkreis Dahme-Spreewald stattfand. Das Dahmeland-Museum, das Schloss sowie das Museum für Sender- und Funktechnik in Königs Wusterhausen gehörten zu den 70 Häusern im Land Brandenburg, die unter dem Motto „Feuer und Flamme für unsere Museen“ eingeladen hatten. Von 13 bis 20 Uhr konnten sich die Besucher bei freiem Eintritt umschauen, an Führungen teilnehmen und Sonderangebote nutzen.

Reinhard Jagsch erzählte im Dahmeland-Museum dem siebenjährigen Sascha und seiner zwei Jahre jüngeren Schwester Anna etwas zu Steinen. Der promovierte Geologe forderte den Jungen auf, an einem Stein vorsichtig zu lecken: salzig. „Ich bin öfter mit meiner Mama hier und finde es schön“, meinte Sascha, während seine Schwester nach dem Tisch mit der Puppenstube linste. Saschas Wurzeln liegen in der Ukraine und er ist ein bisschen stolz , der „Familiensprecher“ zu sein: „Ich kann Deutsch und Russisch, weil ich hier geboren bin“, so Sascha.

Die Puppenstube sowie Stoff und Wolle zum Schneidern und Stricken von Puppenkleidern zogen nicht nur Anna an. „Stricken ist wieder in, das wollen alle lernen“, sagte Hannelore Liebl, die die Bastelecke im Museum betreute. Bis zum Ende der Herbstferien bietet die engagierte Frau noch dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 12 Uhr eine bunte Palette an Handarbeiten im Dahmeland-Museum an.

„Die Kulturverantwortliche des Landkreises hat uns angesprochen, ob wir am Museums-Aktionstag teilnehmen wollen“, erzählte Margitta Berger, die Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Königs Wusterhausen. Trotz des umfangreichen Programms für das vergangene und das laufende Quartal haben die ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder ja gesagt. Bei der Taschenlampenführung für Kinder mit dem Dahmeland-Gespenst, der mehlbestäubten Bäckerin und der rubbelnden Waschfrau wurden die selbstlosen Akteure für ihren Einsatz mit der Begeisterung der Kinder belohnt.

Für Sascha und Anna ging es auf dem Funkerberg weiter. Sie staunten dort über die alten Radios. Das ging auch den Erwachsenen so, zum Beispiel Brigitte Grunzke aus Zeuthen: „So ein Museumstag ist eine gute Idee, ich bin zum ersten Mal hier im Museum auf dem Funkerberg.“ Dort erklärte ihr Reiner Liebig ausführlich die Technik, die früher bei Aufnahmen für das DDR-Fernsehen im Einsatz war. Im Schloss ging die Zeitreise noch weiter zurück. Um 17 Uhr stand das Thema „Auf den zweiten Blick: Versteckte Botschaften in Gemälden und Relief, aufgespürt bei einem Rundgang durch das Schloss Königs Wusterhausen“ auf dem Programm. Um 18 Uhr folgte die Familienführung „Ja, ist es denn ein Bär?! Über Waldtiere und Geschichten zu ,Alten Jagdgepflogenheiten’“.

Von Heidrun Voigt

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