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Dahme-Spreewald Rassismus-Vorwurf gegen Vize-Bürgermeister
Lokales Dahme-Spreewald Rassismus-Vorwurf gegen Vize-Bürgermeister
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18:15 07.11.2017
Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU) bestreitet den Vorwurf, Flüchtlinge rassistisch beleidigt zu haben. Quelle: Rolf Arnold
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Königs Wusterhausen

Unglaublicher Vorwurf gegen Königs Wusterhausens Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU). Der 51-Jährige soll in einer Dienstberatung im Februar 2015 mehrfach Flüchtlinge als „Bimbos“ bezeichnet haben. Ein Teilnehmer der Beratung offenbarte sich jetzt dem neuen Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW), der umgehend Strafanzeige gegen seinen Stellvertreter Perlick erstatte. „Sollte sich die im Raum stehende rassistische Äußerung meines Stellvertreters bestätigen, wäre ich zutiefst erschüttert“, teilte Ennullat am Dienstag mit.

Perlick bestreitet derartige Äußerungen vehement. „Das habe ich niemals gesagt“, sagte er am Dienstag der MAZ. Andere Teilnehmer der Runde hätten das bestätigt. Perlick will sich nun juristisch zur Wehr setzen, gab deshalb keinen weiteren Kommentar ab.

Ex-Bürgermeister bestätigt Perlicks Version

Der damalige Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) sagte der MAZ: „In meiner Anwesenheit ist diese Art von Äußerung nie gefallen, weder während einer Dienstberatung noch außerhalb. Für mich ist diese Äußerung unvorstellbar. Das hätte ich mir verbeten und ich hätte auch sofort reagiert.“

Der damalige Bürgermeister Lutz Franzke (63, SPD) kann sich nicht erinnern, dass Perlick Flüchtlinge als „Bimbos“ bezeichnet hat. „Das hätte ich mir verbeten.“ Quelle: Gerlinde Irmscher

Der Vorwurf gegen Perlick wiegt schwer, der Teilnehmer der Beratung hat dazu eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. Darin zitiert er Perlick mit der Aussage. „Die Bimbos sollen da beiben, wo sie herkommen, im Wald. In die Kernstadt kommen die Bimbos nicht.“ In einer Aktennotiz vermerkte er außerdem, Perlick habe sich während der Beratung mehrfach despektierlich über Flüchtlinge geäußert. Lutz Franzke habe seine Hinweise dazu zur Kenntnis genommen und nicht weiter reagiert. Die Stadt musste damals hunderte Flüchtlinge überwiegend aus afrikanischen Ländern unterbringen, sie kamen in Heime in den Ortsteilen.

Ennullat: Es wäre ein bedauerlicher Einzelfall

Bürgermeister Swen Ennullat machte klar, dass Perlick als Vize-Bürgermeister nicht mehr tragbar ist, sollte sich der Vorwurf bestätigen. Zugleich sprach er von einem „bedauerlichen Einzelfall“, der nicht exemplarisch für die Stadtverwaltung sei. Die Rathaus-Mitarbeiter und er selbst würden sich „von jeder Form extremistischen Gedankengutes auf das Entschiedenste distanzieren“, versicherte Ennullat.

Der Rassismus-Vorwurf ist der vorläufige Höhepunkt der Männer-Fehde in der Königs Wusterhausener Rathaus-Spitze. Der neue Bürgermeister und sein Stellvertreter waren einst politische Weggefährten in der CDU und auch persönlich eng befreundet. Inzwischen gelten sie als verfeindet, fochten schon juristische Auseinandersetzungen aus. Das Verhältnis ist zerrüttet. Im Bürgermeisterwahlkampf nannte CDU-Bewerber Perlick den späteren Wahlsieger Ennullat einen „Blender“. Eine Zusammenarbeit zwischen beiden scheint unmöglich zu sein. Die Fehde wirkt sich auch auf das Rathaus-Klima aus, wo sich Perlick-Anhänger und jene Mitarbeiter gegenüberstehen, die dem neuen Chef Ennullat folgen.

Als Vizebürgermeister abgesetzt werden kann Jörn Perlick allerdings nur vom Stadtrat, er ist Wahlbeamter. Seine Amtszeit läuft noch gut anderthalb Jahre. Eine Suspendierung oder andere disziplinarische Maßnahmen müsste wiederum der Landkreis anordnen.„Es wird derzeit geprüft, ob Anhaltspunkte vorliegen, die den Verdacht eines Dienstvergehens rechtfertigen, infolgedessen ein Disziplinarverfahren einzuleiten wäre“, sagte eine Stadtsprecherin am Dienstag der MAZ. Stadtpolitiker äußerten sich verwundert und besorgt über den Fall.

Von Frank Pawlowski

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