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Rathaus-Rücktritt wegen Ennullat-Wahl

Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) Rathaus-Rücktritt wegen Ennullat-Wahl

Aus Protest gegen die Wahl von Swen Ennullat (Freie Wähler KW) zum neuen Bürgermeister von Königs Wusterhausen will die Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales im Rathaus, Bianca Luban, kündigen. In einer persönlichen Erklärung begründete sie am Montagabend im Stadtrat ihre Entscheidung.

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Bianca Luban gibt ihre Spitzenposition im Königs Wusterhausener Rathaus auf.

Quelle: Karen Grunow

Königs Wusterhausen. Mit tränenerstickter Stimme hat Fachbereichsleiterin Bianca Luban am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung öffentlich ihre Kündigung erklärt. Sie begründete das mit der Wahl von Swen Ennullat (Freie Wähler KW) zum neuen Königs Wusterhausener Bürgermeister. „Ich sehe keine Möglichkeit für eine Zusammenarbeit“, sagte sie schluchzend zu den Stadtverordneten.

„Was publiziert worden ist, beschämt mich“

Luban gab ihre persönliche Erklärung zum Ende der öffentlichen Sitzung ab. Sie weinte, musste immer wieder um ihre Fassung ringen. Sie warf Ennullat insbesondere seine Äußerungen im Wahlkampf zur Kitaplatzsituation vor. „Was publiziert worden ist, beschämt mich und lässt den Fachbereich in einem Licht erscheinen, das nicht gerechtfertigt ist. Ich bin stolz auf jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter“, sagte sie. Er habe seinen Wahlkampf auf dem Rücken des Fachamtes ausgetragen. Am Kitaplatzmangel in der Stadt gab sie Ennullat eine Mitschuld, der den Fachbereich vor vier Jahren selbst einmal leitete. „Alle Defizite bestanden schon damals, wieso hat er es versäumt, sie zu beheben?“, fragte sie. Unter ihrer Leitung sei mit Hochdruck an langfristigen Lösungen gearbeitet worden.

Swn Ennullat (Freie Wähler KW) wird neuer Bürgermeister von Königs Wusterhausen

Swn Ennullat (Freie Wähler KW) wird neuer Bürgermeister von Königs Wusterhausen. Er ist noch Leiter des Jugendamtes Teltow-Fläming.

Quelle: Jutta Abromeit

Zu Ennullats Wahlversprechen von beitragsfreien Kitas und Horten in der Stadt sagte sie: „Eine Führungskraft wie er muss einfach wissen, dass dieses Thema nicht auf kommunaler Ebene gelöst werden kann.“ Dafür müsse das Landesgesetz geändert werden.

Bürgermeister Franzke gratuliert Ennullat zum Wahlsieg

Swen Ennullat, der als Besucher in der SVV war, hatte zum Zeitpunkt von Lubans Erklärung die Sitzung schon verlassen. Die Aussagen könne er deshalb nicht kommentieren, teilte er am späten Abend auf MAZ-Anfrage mit. Er erklärte: „Fehlende Kitaplätze haben alle Kandidaten im Wahlkampf zum Thema gemacht.“ Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) und sein unterlegner Kontrahent in der Stichwahl, SVV-Vorsitzender Georg Hanke (SPD), gratulierten ihm zu Beginn der Sitzung zum Wahlsieg. Die zahlreichen Besucher und Stadtverordnete quittierten das mit Beifall. „Ich wünsche Ihnen eine glückliche und ausgleichende Hand bei der Entwicklung unserer Heimatstadt“, sagte Franzke.

> Mehr dazu: Tag eins nach Ennullats Wahlsieg

Ennullat hatte die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag mit 10445 Stimmen (71,5 Prozent) klar gewonnen. Georg Hanke bekam 4163 Stimmen (28,5 Prozent). Die Amtszeit von Bürgermeister Lutz Franzke endet in wenigen Tagen, am 15. Oktober.

Von Frank Pawlowski

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