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Dahme-Spreewald Region benötigt Unterstützung des Landes
Lokales Dahme-Spreewald Region benötigt Unterstützung des Landes
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00:30 07.09.2015
Wenn der BER voll an den Start geht, brauchen die Umlandkommunen eine bessere Infrastruktur. Quelle: zielke
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Wildau

Die Eröffnung des BER stellt die S-Bahngemeinden des Landkreises vor neue Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich ihrer verkehrstechnischen und sozialen Infrastruktur. Darin waren sich die Bürgermeister der Region, Landrat Stephan Loge (SPD) sowie Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) bei einer Regionalkonferenz rund um das Thema BER am Mittwochnachmittag im Zentrum für Luft- und Raumfahrt III in Wildau einig. „Bei der Gestaltung der Lebensbedingungen der hier derzeitig beheimateten etwa 82 000 Einwohner benötigen die Kommunen die Unterstützung des Landes“, betonte der Wildauer Bürgermeister Uwe Malich (Linke). Zumal Experten mit der Eröffnung des Flughafens ein rasantes Anwachsen der Bevölkerung prognostizieren.

Hilfe vom Land erwarten die Städte Königs Wusterhausen und Wildau vor allem beim Bau neuer, bezahlbarer Wohnungen, die bereits jetzt in der Region sehr knapp sind. „Bei Neubauten ist ein Mietniveau unter 7,50 Euro pro Quadratmeter in der Region allerdings unrealistisch“, sagte der Königs Wusterhausener Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU). Diesbezüglich müsse die Landesregierung neue Wege einschlagen. Als vordringlich betrachtet Perlick auch die Entwicklung des Technologieparks auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen, auf dessen erstem, acht Hektar großen Baufeld, sich in den nächsten fünf Jahren Unternehmen mit hochwertigen Arbeitsplätzen ansiedeln sollen. Ein Anker für die Ansiedlung könnte ein modernes Energiekompetenzzentrum sein. Langfristig betrachten die Kommunen auch den Bau eines zweiten Ferngleises am Bahnhof Königs Wusterhausen für unumgänglich. Dies gilt ebenso für die Verkürzung der Takte von Regional- und S-Bahnen in den Spitzenzeiten. Auch beim Straßenbau sind in Königs Wusterhausen und Wildau noch so manche Wünsche offen. Das betrifft beispielsweise den grundhaften Ausbau der Potsdamer Straße in Königs Wusterhausen oder des Westkorsos in Wildau.

Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) sieht erhebliche Belastungen auf seine Gemeinde in Bezug auf den neuen Flughafen zukommen. „Unsere Bevölkerungszahl wird sich künftig mehr als verdoppeln“, sagte er. 30 000 Einwohner bräuchten aber auch eine gut funktionierende Infrastruktur wie Kitas und Schulen, aber auch Straßen und einen Autobahnanschluss. 80 Millionen Euro werde Schönefeld allein im Tiefbau investieren müssen. Erwartungen, dass Schönefeld über die Kreisumlage (7,6 Mio Euro im Monat) und den Länder-Finanzausgleich (rund 30 Mio im Jahr) hinausgehende finanzielle Leistungen für die Nachbargemeinden bereitstellt, schob Haase einen Riegel vor. Stattdessen unterbreitete er den Vorschlag, Mittel aus dem Länder-Finanzausgleich für drei, vier Jahre ausschließlich in die Flughafen-Region zu stecken, anstatt sie über 400 Kommunen zu vertröpfeln. „Dann hätten wir genug Geld, unsere gesamte Infrastruktur hier in Ordnung zu bringen“, meinte Haase. Er sieht ein Zusammengehen aller sechs Flughafen-Gemeinden eher kritisch. Schönefeld gehöre zum Wachstumskern Königs Wusterhausen, Wildau. Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf bildeten eine weitere Einheit.

Ähnlich sehen es die drei Bürgermeister von Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf. Beate Burgschweiger (SPD), Bürgermeisterin in Zeuthen, sieht in allen drei Kommunen den Faktor Wohnen als vorrangig. Das bestätigt auch Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). „Schulzendorf steht für Wohnen und hält damit den anderen Kommunen den Rücken frei, damit die Fachkräfte, die hier Arbeit haben werden, in Schulzendorf Wohnflächen finden“, sagte er. Mücke – wie auch die anderen Bürgermeister – wandten sich an Ministerin Schneider mit der Bitte nach finanzieller Unterstützung.

„Wir müssen an dieser Stelle über den eigenen Tellerrand hinaus schauen“, mahnte Burgschweiger. Bernd Speer (parteilos), Bürgermeister von Eichwalde, sieht seine Gemeinde vorrangig ebenfalls als Wohnort. Er beklagte, darum von allen Fördertöpfen mehr oder weniger abgeschnitten zu sein. Die seien eher den Kommunen des regionalen Wachstumskerns vorbehalten. „So wie es jetzt ist, werden wir die vor uns stehenden Probleme nicht stemmen können. Als Eichwalde allein werden wir sang- und klanglos untergehen“, erklärte Speer.

Von Andrea Müller

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