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Region wird immer älter

Dahmeland-Fläming Region wird immer älter

Die Region Dahmeland-Fläming wird immer älter. In den 20 Jahren von 1995 bis 2015 ist die Bevölkerung in beiden Landkreisen um durchschnittlich 6,6 Jahre gealtert. Dabei sind die Kommunen im Speckgürtel weniger von einer alternden Bevölkerung betroffen, als die fernab von Berlin.

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Schönefeld ist die jüngste Gemeinde im Kreis. Das sieht man auch in der Kita Sonnenblick im Ortsteil Großziethen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Dahmeland-Fläming. Der demografische Wandel hat die Region Dahmeland-Fläming längst erreicht – von 1995 bis 2015 ist das durchschnittliche Alter der Menschen in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald um 6,6 Jahre gestiegen. Das wird bei einem Vergleich des Durchschnittsalters der Bevölkerung in den Kommunen der Region deutlich, welches das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erfasst hat. Aktuellere Daten als die von 2015 liegen zurzeit nicht vor.

In Teltow-Fläming stieg das Durchschnittsalter innerhalb von 20 Jahren von 39,37 auf 45,87 Jahre, in Dahme-Spreewald von 40 auf 46,71 Jahre. „Den Zahlen allein kann man nicht ansehen, was in der ganzen Zeit passiert ist“, erklärt der Rangsdorfer Matthias Förster, der im Arbeitskreis „Städte und Regionen“ der Deutschen Gesellschaft für Demografie forscht. Das habe auch viel mit dem Zuzug in die Kommunen zu tun. Mit der Flüchtlingsbewegung haben sich die Durchschnittsalter auch noch einmal etwas gesenkt.

Klar ist jedoch: Die Bevölkerung wird immer älter und trotz des Babybooms im vergangenen Jahr werden noch immer nicht genügend Kinder geboren, um den demografischen Wandel aufzuhalten. „Eine Frau müsste im Schnitt 2,1 Kinder gebären, um die vorige Generation zu ersetzen“, sagt Förster. „Im vergangenen Jahr ist die Geburtenrate erst auf 1,5 Kinder pro Frau gestiegen.“

Kommunen im Süden altern schneller

Beim Blick auf die Zahlen lässt sich feststellen, dass die Städte und Gemeinden im Speckgürtel im Verhältnis zum jeweiligen Landkreis weniger schnell altern – und die Kommunen im Süden der Kreise schneller. Die jüngste Gemeinde in Teltow-Fläming ist Großbeeren – mit einem Durchschnittsalter von 41,49 Jahren. Mit durchschnittlich 41,63 Jahren ist Schönefeld die jüngste Gemeinde in Dahme-Spreewald. Das liegt vor allem daran, dass in beide Gemeinden immer mehr junge Familien ziehen. Entweder Berliner, die aus der Stadt heraus wollen, oder Familien aus anderen Brandenburger Kommunen, die näher an der Hauptstadt wohnen möchten oder am Flughafen arbeiten.

 

Quelle: Scheerbarth

„Ich wusste, dass wir eine junge Gemeinde sind“, sagt Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos). „Aber nicht, dass wir die jüngste im gesamten Kreis sind.“ Die vielen Kinder stellen die Kommune vor die Herausforderung, ausreichend Kita- und Schulplätze zu schaffen. Eine Grundschule wurde erweitert, eine andere gerade umgebaut. Das Grundstück für eine weitere Oberschule ist gesichert. Auch die Sportvereine haben ihr Angebot in den vergangenen Jahren ausgebaut. Eine Entwicklung, die einen Bürgermeister erfreut. Denn Jugend bedeutet Zukunft.

Dahme ist alle zwei Jahre um ein Jahr gealtert

Sorgen bereitet die Entwicklung hingegen den Kommunen, deren Nachwuchs wegzieht. So geht es etwa dem Amt Dahme/Mark, der Kommune in der gesamten Region mit den ältesten Einwohnern – mit einem Durchschnittsalter von 51,09 Jahren. 20 Jahre zuvor, im Jahr 1995 waren die Bewohner des Amtes im Schnitt noch knapp zehn Jahre jünger, nämlich 41,23 Jahre alt. Schon im Jahr 2005 lag das Durchschnittsalter bei 46,43 Jahren, die Bevölkerung ist im Schnitt also kontinuierlich alle zwei Jahre um etwa ein Jahr gealtert.

In der Verwaltung ist man sich dessen bewusst. „Letztendlich kann man bei uns schon von einer Überalterung der Bevölkerung sprechen“, sagt die Vize-Amtsdirektorin Christina Denkel. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, habe man sich in den vergangenen zehn Jahren intensiv mit dem Thema Barrierefreiheit auseinandergesetzt. Wann immer öffentliche Gebäude saniert wurden, wurden Fahrstühle oder Rampen eingebaut. Beim Neubau von Straßen und Gehwegen senkte man die Bürgersteige ab.

BER soll Verjüngung bringen

Das heißt aber nicht, dass sich das Amt damit abgefunden hat, eine Kommune für Alte zu sein. „Wir wünschen uns, dass sich das ändert und unsere Region nicht ausstirbt“, sagt Christina Denkel. „Denn Dahme ist attraktiv und soll ein Amt für alle sein.“ Als ein Angebot für alle Generationen will die Kommune in diesem Jahr einen Generationenspielplatz im Schlosspark errichten. Dabei sollen Spielgeräte für Kinder und eine Art Trimm-Dich-Pfad für Ältere im Park errichtet werden.

Letztendlich fehlt es trotz der Attraktivität durch günstigen Wohnraum, Bildungseinrichtungen, Freizeit- und Kultur-Angeboten jedoch an guten Arbeitgenden Flughafen BER. Sie hofft, dass dann Menschen zuziehen, die in Schönefeld arbeiten und in Dahme ruhig und günstig wohnen wollen.

Abwärtsspirale droht

Der Wissenschaftler Matthias Förster prognostiziert, dass die Kommunen in der Region in Zukunft noch weiter altern. „Die Lebenserwartung steigt“, sagt er. „Besonders im Speckgürtel ist die medizinische Versorgung gut und erreichbar.“ Die Gefahr für Kommunen fernab des Speckgürtels sieht Förster darin, dass sie in eine Abwärtsspirale geraten und so abgehängt werden. „Wenn weniger Kinder da sind, machen Grundschulen zu“, sagt der Experte. Dann ziehen die wenigen jungen Eltern womöglich auch noch weg, dadurch schrumpfe die Bevölkerung, Gesundheitseinrichtungen schließen, der öffentliche Personennahverkehr wird für zu wenige Menschen zu teuer und so fort. „So eine Abwärtsspirale fördert auch keine großen Investitionen“, sagt Matthias Förster. Deshalb sei es sehr schwierig, dort wieder einmal herauszukommen.

Von Anja Meyer

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