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Reif für die Technik im Büchertempel

Wildau Reif für die Technik im Büchertempel

Bereits zum zweiten Mal startet der einzigartige Master-Studiengang Bibliotheksinformatik in Wildau. Die Nachfrage ist groß, sogar aus der Schweiz kommen einige der Teilnehmer. Der Studiengang ist berufsbegleitend konzipiert.

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Die Bibliothek der Technischen Hochschule ist auch mit den hier eingesetzten Technologien ein Vorbild für andere.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Wer bei Bibliotheken noch an Zettelkataloge bestehend aus eng mit Schreibmaschine beschrifteten Karteikärtchen denkt, der ist wirklich im letzten Jahrtausend stehen geblieben. Archivierung, Datenbanken, RFID (Radio Frequency Identification) für Verbuchung und Sicherung der Bücher und sonstigen Medien – alles läuft längst hoch technisiert. Weitreichende IT-Kenntnisse werden heute von Bibliothekaren erwartet. „Dabei gibt es das Ausbildungsziel eines System-Bibliothekars gar nicht“, sagt Frank Seeliger, der Leiter der Bibliothek der Technischen Hochschule Wildau.

Um da Abhilfe zu schaffen, werden für Bibliothekare in Wildau seit einigen Jahren spezielle IT-Workshops angeboten. Resultierend aus der stets großen Nachfrage entstand die Idee, einen eigenen Master-Studiengang für Bibliothekare anzubieten. „Kurz vor Weihnachten 2014 haben wir zusammengesessen und die ersten zehn Module für einen solchen Studiengang entworfen“, erzählt Seeliger. „Wir“, das sind unter anderem er und einige seiner Kollegen aus der TH-Bibliothek sowie Janett Mohnke, Telematik-Professorin an der TH, und Dozenten der IT-Workshops.

17 Studienanfänger in diesem Jahr

Als das Konzept stand, wurde es der Hochschulleitung vorgelegt, das Wildau Institute of Technology e.V. (WIT) an der Technischen Hochschule Wildau wurde als möglicher Kooperationspartner angesprochen. Bereits im September 2015 startete der Studiengang zum ersten Mal mit neun Studierenden. In diesem Jahr haben 17 Frauen und Männer mit dem viersemestrigen und insgesamt zwölf Module umfassenden Master-Studiengang Bibliotheksinformatik begonnen.

Sogar aus der Schweiz kommen die Teilnehmer. Doch nicht nur bei Fachleuten aus Hochschulbibliotheken ist diese Spezialisierung gefragt: Mitarbeiter aus Stadt- und Landesbibliotheken gehören ebenso zum Studierendenkreis. Das ist Frank Seeliger wichtig: „Wir wollen damit die beiden Bibliotheks-Sparten – die öffentlichen und die wissenschaftlichen – bedienen.“

Studierende kommen alle zwei Monate nach Wildau

Alle zwei Monate kommen die Teilnehmer für eine Woche in Wildau zusammen. Mit vielen Aufgaben kehren sie nach der intensiven Zeit wieder in ihren normalen Alltag zurück.

Wer angenommen wird, der hat zuvor eine Art Kennenlern-Gespräch mit Seeliger und seinen Kolleginnen absolviert. „Das ist kein Bewerbungsgespräch“, betont er. Es gehe eher darum, gegenseitig Fragen zu beantworten, das berufliche, aber auch das familiäre Umfeld abzuklopfen, um gemeinsam feststellen zu können, ob der zusätzliche enorme Aufwand des Studiums tatsächlich realisiert werden kann. „Bundesweit liegt die Abbruchquote bei Informatikstudiengängen bei rund 40 Prozent“, gibt Seeliger zu bedenken. Da will genau überlegt sein, ob solch ein berufsbegleitendes Studium tatsächlich auch zu stemmen ist.

Dozenten von der TH, aus Göttingen und Berlin

Der vom WIT angebotene Studiengang ist kostenpflichtig. Viele Teilnehmer hätten aber mit ihren Arbeitgebern verträgliche Lösungen gefunden, werden freigestellt für die Präsenzzeiten, dürfen reduziert arbeiten oder werden sogar finanziell unterstützt, sagt Seeliger.

Er selbst ist Dozent für IT-Sicherheit. „Man muss vorher keine Programmierung gemacht haben“, sagt er über den Start in das Studium. „Wir machen sozusagen die IT-Besohlung der Bibliothekare, denn das Obermaterial ist da“, grenzt er den Wildauer Studiengang ab zu anderen bibliotheksspezifischen Studiengängen. Vor allem von der TH kommen die Dozenten, aber auch aus Göttingen und Berlin.

Wie notwendig ein solcher Studiengang ist, zeigt nicht nur die große Nachfrage. Drei Viertel der Bibliothekare in den brandenburgischen Hochschul- und Universitätsbibliotheken sind über 40 Jahre alt. Ihnen fehlt die Selbstverständlichkeit, mit der spätere Generationen mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien aufwuchsen und aufwachsen. Genau hier setzen die Wildauer an mit ihren Workshops und vor allem diesem Studiengang.

Von Karen Grunow

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