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Dahme-Spreewald Rentner wollte Gerechtigkeit und dann das...
Lokales Dahme-Spreewald Rentner wollte Gerechtigkeit und dann das...
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00:28 10.11.2015
Hannelore Dreger (l.) sowie Karin und Günter Thamm harken das Laub der großen Linden in der Rotdornstraße zusammen. Quelle: Franziska Mohr
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Zeesen

Günter Thamm ist erbost über den jüngsten Beschluss der Stadtverordneten Königs Wusterhausen, wonach die Bürger ab Januar das Laub auf den Gehwegen ausschließlich selbst entsorgen müssen (MAZ berichtete). Die bisher kostenpflichtige Laubabfuhr durch die Stadt entfällt ersatzlos.

Der Zeesener ist fassungslos und kann noch immer nicht glauben, dass ausgerechnet seine bereits 2010 beim Verwaltungsgericht in Cottbus eingereichte Klage gegen die gebührenpflichtige Laubabfuhr diesen unsäglichen Beschluss ausgelöst hat. So hatte er sich das Ergebnis nicht vorgestellt. Dabei war seine Klage zur Straßenreinigungssatzung der Stadt Königs Wusterhausen sogar von Erfolg gekrönt. „Als Gewinner fühle ich mich ganz und gar nicht. Im Gegenteil, ich bin jetzt ebenso wie viele andere Eigentümer, vor deren Grundstück Straßenbäume stehen, gleich dreifach gelackmeiert“, stellt Thamm fest. Bisher musste er vor seinem Grundstück in der Rotdornstraße „nur“ das Laub der großen Linden zusammenharken, die Stadt hat es abgefahren und er bekam dafür eine Rechnung von jährlich etwa 60 Cent pro laufenden Meter Straßenfront. Fertig. Das belastete sein Budget pro Jahr mit knapp 25 Euro. Jetzt aber muss Thamm – ebenso wie die Anlieger von 94 anderen betroffenen Straßen im Stadtgebiet – das Laub nicht nur zusammenharken, sondern auf Hänger laden, zur Deponie fahren und dort auch noch kostenpflichtig entsorgen. Können die Blätter auf dem eigenen Grundstück nicht kompostiert werden, bleiben den Anwohnern als zweite Variante nur die Grünsäcke des SBAZV, die pro Stück 1,45 Euro kosten. Nachbarin Hannelore Dreger meint, dass sie davon mehr als 40 Stück bräuchte. Für Thamm ist diese Neuregelung untragbar. Betroffen seien viele ältere Menschen, die weder Auto noch Hänger haben. Die schweren Laubsäcke könnten sie nicht bewältigen.

Schon beim Einreichen der Klage hatte der einstige Hauptamtsleiter im Unteren Dahmeland betont, dass es ihm nicht um die jährlich 25 Euro ginge. Die Kosten der Klage seien höher. „Mir geht es um Gerechtigkeit“, begründet Thamm sein Vorgehen. Es könne nicht sein, dass einige Anwohner ihre Bürgersteige aufgrund der Bäume 35-mal im Jahr reinigen und andere nur zweimal. Und neben der Arbeit müssten jene mit Straßenbäumen auch noch für die Laubabfuhr aufkommen, während sich die anderen ins Fäustchen lachten. In Zeesen beglichen knapp 20 Prozent der Anlieger die Laubentsorgung im gesamten Ort. „Die Straßenbäume sind Allgemeingut, so dass die Kosten auch von allen und nicht nur von einigen wenigen Bürgern getragen werden müssen“, sagt Ehefrau Karin. Das will das Paar auch durchsetzen. Da die Bürger aber keinen Gebührenbescheid mehr erhalten, gegen den sie klagen könnten, bleibt Thamm zufolge nur noch eine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht. Der Senior rechnet diesbezüglich mit Kosten von etwa 5000 Euro. Das Ehepaar sucht jetzt Bürger, die sich dieser Klage anschließen würden.

Von Franziska Mohr

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