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Reuterstraße sitzt im Dunkeln

Beleuchtungsprogramm in Schulzendorf Reuterstraße sitzt im Dunkeln

Petra Prohaska wohnt seit mehr als 30 Jahren in der Fritz-Reuter-Straße in Schulzendorf. Hier gibt es keine Beleuchtung mehr, seitdem die Wasser- und Abwasserkanäle gebaut wurden und die alten Laternen mit den Oberleitungen weggenommen wurden. Dass jetzt in der Thälmannstraße ein Fußweg samt Beleuchtung gebaut wird, regt sie auf.

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Petra Prohaska fordert Straßenbeleuchtung für die Fritz-Reuter-Straße. Sie hat die Nase voll und will nicht mehr länger warten.

Quelle: Andrea Müller

Schulzendorf. Für Petra Prohaska ist die Fritz-Reuter-Straße eine der schönsten Straßen in Schulzendorf. Umso ärgerlicher ist es für die 59-Jährige, dass es dort keine Straßenbeleuchtung gibt. „Wir sitzen am Abend sprichwörtlich im Dunkeln“, sagt sie. Und sie sieht nicht ein, dass jetzt ein paar Hundert Meter weiter in der Ernst-Thälmann-Straße ein Gehweg samt Beleuchtung errichtet wird, obwohl dort nur ein Dutzend Leute wohnen.

Mit dem Problem steht die Schulzendorferin, die schon mit ihren Eltern 1960 in die Gemeinde gezogen war, nicht allein da. Noch viele Straßen im Ort haben eine schlechte Beleuchtung oder gar keine Laternen. Die Anwohner haben in der Dunkelheit genau wie Petra Prohaska kein Licht vor den Fenstern. Wenn sie das Haus verlassen oder kommen, tappen sie im Dunkeln oder müssen eine Taschenlampe benutzen.

Früher und bis in die 90er Jahre gab es in der Reuterstraße sogar Straßenlampen, erinnert sich Prohaska. Sie waren an Holzmasten befestigt, die mit elektrischen Oberleitungen miteinander verbunden waren. „Als die Wasserwirtschaft ihre Leitungen hier erneuert hatte, wurden auch die Masten weggenommen, die Oberleitungen entfernt“, so Prohaska. Auch wenn es auf der ganzen Straße nur vier oder fünf Leuchten gewesen seien, so sei es doch etwas Licht gewesen und man wäre nicht gezwungen gewesen, im Stockdunkeln unterwegs zu sein, wenn man von der Arbeit kommt. Dass alles zu seiner Zeit kommt, habe sie bisher geduldig ertragen.

Doch damit sei nun Schluss. Die Bauarbeiten an der Thälmannstraße hätten das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. „Wir bezahlen doch genauso in Schulzendorf Steuern wie jeder andere“, sagt sie. Petra Prohaska wohnt gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter in dem Haus in der Reuterstraße. Jeden Tag müsse sie nach Berlin, wo sie in Charlottenburg als Finanzökonom tätig ist. Wegen der Sache mit der Straßenbeleuchtung hatte sie schon einmal eine Unterschriftensammlung angeregt. Sie sei damals im Sande verlaufen. Jetzt aber will sie keine Ruhe geben.

Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) beruhigt die Gemüter. „Wir haben mit dem Gemeindeparlament ein Beleuchtungs-Programm für Schulzendorf aufgelegt“, sagt er. In dessen Zug werde auch die Fritz-Reuter-Straße bedacht. Wann die allerdings genau ihre Laternen erhalten wird, kann das Gemeindeoberhaupt zum derzeitigen Termin nicht sagen. „Jedes Jahr stellt die Gemeinde 300 000 Euro für Straßenbeleuchtung zur Verfügung“, so Mücke. Stück für Stück sollen dann die dunklen Straßen Licht erhalten. „Alles auf einmal kann sich Schulzendorf nicht leisten“, meint er. Immerhin sei in der Gemeinde am südlichen Stadtrand Berlins von den insgesamt etwa 60 Kilometern Straße noch ein Drittel unbeleuchtet. Deswegen stellt Schulzendorf ab dem kommenden Jahr zwei Millionen Euro allein dafür zur Verfügung. Dieter Stahn, sachkundiger Anwohner, hatte für dieses Vorhaben bereits eine sogenannte Lichtkarte erarbeitet, die genau ausweist, wo es ohne Tageslicht noch stockdunkel ist im Ort.

Petra Prohaska ist nun einerseits froh, dass für sie und die Anwohner der Fritz-Reuter-Straße das Ende der Fahnenstange absehbar ist. Dennoch will sie sich nicht auf Glück verlassen, sondern dem Glück ein wenig nachhelfen und Druck machen, damit die Reuterstraße nicht erst Ultimo an die Reihe kommt, sondern bald – möglichst schon 2016.

Von Andrea Müller

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