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Revierpolizist Peter Klotz geht in den Ruhestand

Nach 40 Jahren Revierpolizist Peter Klotz geht in den Ruhestand

40 Jahre lang hat Peter Klotz seinen Dienst bei der Polizei getan, 26 Jahre davon als Revierpolizist in den Königs Wusterhausener Ortsteilen Wernsdorf, Niederlehme, Zernsdorf und Kablow. Am 31. August trägt er das „bunte Kleid“, wie er seine Uniform nennt, zum letzten Mal. Peter Klotz geht in den Ruhestand, will sich dann statt der Polizei der Volkssolidarität widmen.

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Hans Dieckmann und Bodo Nitschke (v. l.) vom Wernsdorfer Heimatverein haben Peter Klotz beim Sommerfest verabschiedet.
 

Quelle: Heidrun Voigt

Königs Wusterhausen.  Peter Klotz’ letzter Arbeitstag ist der kommende Montag, 31. August. Dann gibt er seine vier Sterne ab und geht in Pension. Genau 40 Jahre und vier Monate hat er dann seinen Dienst bei der Polizei getan. 26 Jahre davon als Revierpolizist für Wernsdorf, Niederlehme, Zernsdorf und Kablow.

„Es war eine schöne Zeit. Die Wende habe ich ja auch mitgemacht, da war es sehr anstrengend“, erinnert sich der Mann mit dem dunklen Schnauzbart. Er erzählt, dass die soganannten ABVs, die Abschnittsbevollmächtigten, nach der Wende „wegrationalisiert“ wurden. „Plötzlich merkte man, dass es keine Ansprechpartner mehr für die Leute gab, da wurden wir wieder zurückversetzt“, erinnert er sich. Aus den ABVs wurden Revierpolizisten. Bis zum Jahr 2006 hatte der Polizeihauptmeister sein Büro in Wernsdorf. Als die Kita die Räume brauchte, zog er nach Niederlehme. Aber die besondere Verbundenheit mit Wernsdorf ist erhalten geblieben. Die Wernsdorfer laden den Polizisten regelmäßig zu ihrem Sommerfest ein und verabschiedeten ihn dort in diesem Jahr feierlich auf der Bühne.

Viel in Schulen und Kitas unterwegs

Wird Peter Klotz seine Arbeit fehlen? „In der ersten Zeit auf alle Fälle. Ich habe schließlich mehr als 40 Jahre fast jeden Tag das ‚bunte Kleid’ angezogen“, sagt er nachdenklich. Das „bunte Kleid“, so nennt er seine Uniform verschmitzt. Am meisten werde er die Gespräche unterwegs und die Arbeit mit den Kindern vermissen. Als Revierpolizist war Klotz viel in Kitas und Schulen unterwegs, wenn es um das richtige Verhalten im Straßenverkehr, hauptsächlich mit dem Fahrrad, ging. „Es war immer ein Erlebnis mit den Kindern und auf der Straße riefen sie: ,Mutti guck mal, da ist Herr Klotz’“, erzählt er.

Sich die Sorgen und Nöte der Einwohner auf seinen Diensttouren anzuhören, dafür brachte Peter Klotz gern die nötige Geduld auf. „Man muss sich Zeit nehmen, wenn man unterwegs ist und mit den Leuten redet. Wenn es zum Beispiel um Nachbarschaftsstreitigkeiten geht, ist das in der Regel nicht mit zwei Worten zu lösen“, weiß der Mann aus langjähriger Erfahrung. Manchmal suchte auch jemand nur einen Gesprächspartner, der ihm zuhörte. Und dann habe er sich schon mal „zutexten“ lassen. Den einen oder anderen Tipp könne man schließlich immer geben.

Schwere Stunden in der beruflichen Laufbahn

Wenn Peter Klotz von seiner Arbeit erzählt, ist zu spüren, mit welcher Wärme er dabei war und dass er Freude an seinen Aufgaben hatte. Aber auch an belastende Erlebnisse erinnert er sich. „Es gab einen Verkehrstoten im Tiergarten, einen Fahrradfahrer. Ich hatte damals gerade eine traurige familiäre Sache hinter mir und war emotional sehr angegriffen“, erinnert er sich an einige der schwersten Stunden seiner beruflichen Laufbahn.

Peter Klotz’ Traumberuf war Lehrer – er wollte gern mit Menschen arbeiten –, aber dafür reichte sein Notendurchschnitt nicht ganz aus. Stattdessen lernte er Elektromonteur im Gaskombinat „Schwarze Pumpe“. Als Klotz dort gefragt wurde, ob er im gleichnamigen Strafvollzug als Polizist arbeiten wolle, überlegte er nicht lange und sagte zu. Der Strafvollzug war dem Gaskombinat angegliedert. Die Gefangenen wurden in „Schwarze Pumpe“ als Arbeitskräfte eingesetzt.

Pläne für das Leben nach der Arbeit

In den 70er Jahren lernte Peter Klotz seine Frau Petra kennen, mit der er zwei Kinder hat. 1980 zog er schließlich der Liebe wegen nach Königs Wusterhausen. Dort wohnt er noch heute. In den Jahren 1987 bis 1989 absolvierte Klotz ein Studium zum ABV und noch im selben Jahr begann sein Dienst im damaligen Bereich „Unteres Dahmeland“.

Pläne für seine Pension hat der Revierpolizist einige. „Ich werde reisen, meine Kinder in der Schweiz besuchen.“ Er möchte auch etwas mehr für seine Gesundheit tun und Sport treiben. Da seine Frau noch berufstätig ist, will er sich auch den Aufgaben eines Hausmannes stellen. „Die Volkssolidarität hat in Königs Wusterhausen eine neue Gruppe eröffnet, dort möchte ich mich auf jeden Fall engagieren.“ Peter Klotz ist sich sicher, dass er auch an den neuen Aufgaben Freude haben wird und sie ihm helfen, seine Arbeit nicht all zu sehr zu vermissen.

Von Heidrun Voigt

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