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Richtkrone über dem Gerichtsensemble

Königs Wusterhausen Richtkrone über dem Gerichtsensemble

Mehr als 200 Gäste fanden sich am Donnerstagnachmittag zum Richtfest für das neue, mehr als 20 Millionen Euro teure Gerichtsensemble in Königs Wusterhausen ein. Sie alle wollten diesen historischen Augenblick nicht verpassen, auf den die Bürger dieser Stadt sowie die Gerichtsbediensteten mehr als 20 Jahre gewartet haben.

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Der traditionelle Hammerschlag für das neue Gerichtsensemble.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. „Seit 2003 hatte ich als damaliger Königs Wusterhausener Bürgermeister die Hoffnung, dass das Amtsgericht endlich saniert und erweitert wird. Jetzt aber bin ich mir sicher“, stellte schmunzelnd der Brandenburger Justizminister Stefan Ludwig (Linke) am Donnerstagnachmittag beim Aufziehen der Richtkrone für den Komplex des Amtsgerichts fest. Dabei erinnerte er ebenso wie Finanzminister Christian Görke (Linke) daran, dass wohl kein Projekt in Königs Wusterhausen so viel Gedankenschweiß bedurfte wie die Sanierung und der Ausbau dieses schon 1914 eröffneten Gerichtsgebäudes.

Hintergrund

Das Amtsgericht wurde 1914 eröffnet. Damals lebten in Königs Wusterhausen etwa 4500 Menschen.

Die Sanierung des Altbaus begann im September, wobei er nach Auflagen des Denkmalschutzes wieder in den Originalzustand versetzt wurde.

Auf dem 4389 Quadratmeter großen Grundstück entsteht jetzt ein Gebäudeensemble mit einer Nutzfläche von insgesamt 3481 Quadratmetern. Davon entfallen 2062 Quadratmeter auf den Erweiterungsbau. Die Kosten betragen insgesamt 20,3 Millionen Euro.

In fast 20 Jahren lagen drei Projekte auf dem Tisch. Eines sah eine „Seufzerbrücke“ vor, die über den damaligen Weg am Kreisgericht zum Erweiterungsbau führen sollte, ehe der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) im Oktober 2014 endlich den jetzigen Bau nach Entwürfen des Berliner Büros „Abelmann, Vielain, Pock“ in Angriff nahm. „Die architektonische Lösung und die Qualität der Bauausführung dieses Projektes können sich sehenlassen“, verkündete der Technische Geschäftsführer des BLB, Norbert John, den über 200 Gästen stolz. Die Architekten nahmen dabei die mehr als 100 Jahre alte Idee der preußischen Baumeister auf, die schon 1912 ein L-förmiges Gebäude für eine künftige Erweiterung des Gerichtsgebäudes vorsahen. Die Planer passten die Entwürfe den heutigen Anforderungen an, sodass die 91 Gerichtsbediensteten sowie die Besucher nach der Fertigstellung im Sommer 2018 das gesamte Ensemble aus Neu- und Altbau rundum auf allen Etagen komfortabel begehen können. Nach dem Ausbau stehen den Gerichtsbediensteten acht Verhandlungssäle zur Verfügung. Der größte ist mit 115 Quadratmetern der Großen Strafkammer vorbehalten. Komplettiert wird das Ensemble mit etwa 60 Büros, einer kleinen Bibliothek, dem im Keller befindlichen Grundbuchamt sowie dem Archiv mit einer Größe von insgesamt etwa 700 Quadratmetern.

Erinnerung an schwierige Zeiten

„Heute ist für das Amtsgericht ein Glückstag“, sagte dessen Leiter Matthias Deller. Er freue sich besonders, dass nahezu alle seine Mitarbeiter auf der Baustelle sind und das Richtfest feiern. Sie hätten schließlich ebenso wie die Besucher all die Jahre die völlig unzureichenden Bedingungen mit kaputten Dächern, defekten Toiletten und viel zu engen Räumen ertragen müssen. Auch Justizminister Ludwig meinte, dass die Mitarbeiter künftig, wie in den vielen Jahren zuvor, keine Decken mehr für die zugigen Fenster mitbringen müssten. Elke Seibold, die seit 1979 im Gericht arbeitet, kann den Umzug in den ausgebauten Gebäudekomplex am alten Standort in Königs Wusterhausen kaum erwarten. Schließlich denkt sie mit Grausen an die Zeit zurück, in der sie in dem unsanierten Altbau selbst bei Dacharbeiten und mit zugenagelten Fenstern arbeitete. „Gerichtsgebäude aber sind für den Rechtsstaat wichtig“, betonte Deller. „Sie sind für den Bürger das Tor zur Justiz, das Tor zur Gerechtigkeit. So soll es bald in Königs Wusterhausen sein.“ Noch aber benötigen Mitarbeiter und Besucher des Gerichts weitere knapp zwei Jahre Geduld. Schließlich werden erst Anfang 2017 die Fenster eingesetzt.

Von Franziska Mohr

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