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Dahme-Spreewald Volieren der Verliebten
Lokales Dahme-Spreewald Volieren der Verliebten
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18:38 13.04.2015
Aussehen egal: Bei der Partnerwahl zählt für Papageien nur das Alter. Vermittlerin Rita Ohnhäuser mit einem hellroten Ara. Quelle: Anne Mareile Walter
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Großziethen

Seit 1997 kümmert sich die gebürtige Münchnerin darum, den optimalen Gefährten für einsame Papageien zu finden. Und ihr ungewöhnlicher Service boomt: Im Durchschnitt werden zehn Vögel pro Monat bei ihr zu diesem Zweck abgegeben. Aus Salzburg, aus der Nähe des Bodensees und sogar aus Frankreich reisen Vogelbesitzer an, um einen Partner für ihren gefiederten Schützling zu finden.

Die Vögel, für die ein Partner gefunden werden soll, setzt Ohnhäuser zunächst in eine großflächige Voliere. Dort kommen sie mit gegengeschlechtlichen Artgenossen zusammen, die ähnlich alt sind und derselben Rasse entstammen. Nach drei bis vier Wochen haben sich die Neuzugänge an die Umgebung gewöhnt. "Dann dauert es nochmal ungefähr zwei Monate, bis sie sich verlieben. Bei dem einen geht es schneller, bei dem anderen langsamer", sagt Rita Ohnhäuser. Danach ist auch bei Papageien traute Zweisamkeit und manchmal sogar Eifersucht angesagt. So schlagen männliche Aras Konkurrenten in ihrem Käfig auch schon einmal mit Beißattacken in die Flucht, um ihre Auserwählte zu verteidigen. "Papageien suchen sich immer gleichaltrige Partner", sagt Rita Ohnhäuser. "Das Aussehen spielt dabei für sie keine Rolle. Es ist ihnen egal, ob der oder die Liebste gerupft oder flugunfähig ist."

Mit Hilfe von vier ehrenamtlichen Helfern betreibt die Großziethenerin, die hauptberuflich als selbstständige Lohnbuchhalterin arbeitet, ihre Papageien-Partner-vermittlung. Obst und Gemüse schneiden, die Vögel füttern, sie duschen und die Volieren putzen, dies ist ein Pensum, das Ohnhäuser alleine nicht stemmen könnte. So viel Zeit wie möglich bringt sie für dieses ungewöhnliche Hobby auf. "Ich will den Vögeln helfen", sagt die 54-jährige Großziethenerin und fügt hinzu: "Papageien faszinieren mich einfach. Vielleicht, weil sie so klug und lernfähig sind."

Das Interesse für die exotischen Tiere beginnt bei Rita Ohnhäuser in den 90er Jahren, als sie sich zu Hause einen Amazonen-Papagei hält. Jedes Mal, wenn sie das Haus verlässt, packt sie in dieser Zeit das schlechte Gewissen. Sie merkt, dass der Vogel auf sie wartet und beschließt, einen Artgenossen zu kaufen. Doch den verschmäht ihr Schützling. Erst der vierte Vogel findet Anklang und wird schließlich zum Partner auserkoren. "Da wurde mir klar, dass die Partnersuche bei Papageien keine leichte Sache ist.

Hintergrund

Papageien, für die ein neuer Partner gefunden werden soll, leben zeitweise bei Rita Ohnhäuser. Andere werden dauerhaft bei ihr abgegeben. Dies geschieht allerdings nur in Notfällen, wenn beispielsweise der Besitzer krank wurde oder gestorben ist.

Für ihre Partnervermittlung verlangt Rita Ohnhäuser keine Gebühren, sondern bittet um Spenden. Die Kosten für die Geschlechtsbestimmung und die erste Untersuchung beim Tierarzt müssen allerdings vom Halter übernommen werden.
 

Damit Papageien artgerecht gehalten werden und nicht beginnen, sich zu rupfen, sollten sie mindestens paarweise zusammenleben.

Rita Ohnhäuser empfiehlt eine ausreichend große Voliere. Sie sollte für zwei mittelgroße Vögel mindestens zwei Meter breit, einen Meter tief und zwei Meter hoch sein. Außerdem sollte sie im Freien stehen.

Rita Ohnhäusers Papageien-Partner-vermittlung ist unter Tel. 0 33 79/37 07 20 zu erreichen.

Kurz darauf besucht Rita Ohnhäuser einen Papageienstammtisch und übernimmt dort die Aufgabe, für einsame Vögel Weggefährten zu finden. Sie sucht zunächst unter den Papageienbesitzern ihres Freundeskreises nach passenden Artgenossen. Als sie schließlich mit ihrem Mann in ein Haus mit Garten in Großziethen zieht, schafft sie sich geräumige Volieren an und baut das Hobby aus. Seit 2002 bringt sie allein lebende Vögel mit Artgenossen zusammen.

Rund 100 gefiederte Gesellen flattern heute auf dem Grundstück von Rita Ohnhäuser umher. Neben Amazonen und Graupapageien leben bei ihr Aras, Schwarzköpfchen, Wellen- und Nymphensittiche. Tiere, die bei ihr wegen Krankheit, Allergie oder Tod des Besitzers abgegeben werden, vermittelt Rita Ohnhäuser nur paarweise und ausschließlich an Halter mit Volieren unter freiem Himmel. "Papageien müssen im Schwarm leben", sagt die Expertin. "Die Vögel gehören nicht in Einzelhaft."

Von Anne Mareile Walter

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