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Roboter machen das Leben leichter

Studentische Projekte an der TH Wildau Roboter machen das Leben leichter

Ob als Assistenten in intelligenten Wohnungen, die älteren Menschen oder jenen mit körperlichen Einschränkungen den Alltag realisieren helfen, oder als Sprachtrainer für Kinder mit Down-Syndrom: An der Technischen Hochschule Wildau werden humanoide Roboter von Studierenden entsprechend programmiert. Eines der Projekte ist bereits preisgekrönt.

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Tilmann Bock und sein Nao: Er hat den humanoiden Roboter als Assistenten für die häusliche Pflege programmiert.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Annabell beherrscht die Gebärdensprache. Nach Aufforderung zeigt sie deutlich die Geste für „Lesen“. Dazu benutzt sie ihre drei Finger, denn Annabell ist ein Nao – ein kleiner humanoider Roboter, der an der Technischen Hochschule Wildau entsprechend programmiert worden ist. Ein studentisches Projekt, das von Telematik-Professorin Janett Mohnke betreut wird. Anfang 2014 konnte die Hochschule sieben dieser kleinen Roboter anschaffen. „Es geht darum, generell kennenzulernen, wie man mit den Systemen arbeitet“, sagt sie über die Kurse für Studierende, die sie seitdem anbieten kann. Die jungen Leute lernen, die Programmiersprache C++ anzuwenden. Das habe für viele einen Aha-Effekt, denn gängige Vorstellungen von humanoiden Robotern selbst aus älteren Science-Fiction-Filmen haben mit der Realität nichts zu tun. Die konkreten Ziele setzen sich die Studierenden dann selbst, so lernte Annabell die entsprechenden Zeichen.

Tilmann Bock hat soeben für seine Bachelor-Arbeit den ersten Preis gewonnen für die beste studentische Leistung bei den Smart Home Deutschland Awards. Auch er hat einen Nao programmiert. „Die Idee ist folgende: Man will forschen und Systeme bauen, damit ältere Menschen länger Zuhause wohnen können“, sagt er über sein Projekt, bei dem er ein Assistenzsystem für die häusliche Pflege entwickelt hat. Sein Nao reagiert, wenn in einer Wohnung Wasser oder Herdplatte nicht ausgestellt wurden. Der Roboter kann dann denjenigen informieren, der es vergessen hat, oder, wenn der nicht reagiert, Hilfe alarmieren. Er sei auf die Idee gekommen, weil seine Großmutter, trotz altersbedingter Einschränkungen in ihrem Haus, in dem gewohnten Umfeld bleiben wollte.

Akzeptanz humanoider Roboter erforscht

Tilmann Bock hat auch analysiert, welche Akzeptanz ein solcher humanoider Roboter als Assistent daheim finden würde und wie viel diejenigen bereit wären auszugeben, wenn ihr Alltag in Eigenständigkeit sich durch ein derartiges Wesen vereinfachen ließe. Mittlerweile ist er Masterstudent an der Technischen Hochschule.

Roboter in Smart Homes, also intelligenten Wohnungen mit Systemen, die älteren Leuten oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen den häuslichen Alltag erleichtern, sind auch für Mohnkes Kollegin Birgit Wilkes ein großes Thema. Die Professorin für Gebäudetelematik hat in Berlin eine Musterwohnung eingerichtet mit vielen solcher hilfreichen Annehmlichkeiten. Humanoide Roboter mit Fähigkeiten wie jenen von Tilmann Bock konzipierten sind ein weiterer Baustein dafür.

Roboter können Brücken für autistische Kinder schlagen

Bereits im ersten Jahr, das die Naos in Wildau verbrachten, hatte mit Janine Breßler eine Studentin ein besonderes Thema aufgegriffen: Hilfe für Kinder mit Beeinträchtigungen. „Diese humanoiden Roboter, die ja menschenähnlich sind, aber keine menschliche Mimik haben, sprechen Kinder an“, erklärt Janett Mohnke. Insbesondere für autistische Kinder können so Brücken geschlagen werden, denn über die Naos lernen sie zu interagieren und können dadurch künftig vielleicht auch besser mit anderen Menschen umgehen. Benjamin Körner gehört zu denjenigen, die in diesem Bereich geforscht haben. An einem System, die Sprachentwicklung zu fördern, arbeitete dagegen Enrico Scholz. Er hatte sich auf Kinder mit Down Syndrom spezialisiert.

„Social Robotics“ nennt Mohnke diese komplexen Bereiche, in denen sie mit ihren Studierenden arbeitet und an die die Mitarbeiter des TH-Schülerlabors „RoboticLab“ auch Jugendliche heranzuführen versuchen. „Wir sind gerade dabei, ein Forschungsprojekt zu beantragen“, erzählt sie. Es soll um gebärdengestützte Kommunikation gehen, Mohnke und ihre Mitstreiter wollen dafür mit Etta Wilken zusammenarbeiten, der Expertin für die Förderung von Kindern mit Down-Syndrom. Das Projekt aber soll noch weiter reichen, erklärt Mohnke: „Es ist nicht nur für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen gedacht, sondern auch für Kinder, die Schwierigkeiten haben mit der deutschen Sprache.“

Von Karen Grunow

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