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Römische Latrine als Besuchermagnet

Museumsfest in der Germanischen Siedlung Klein Köris Römische Latrine als Besuchermagnet

Beim Museumsfest der Germanischen Siedlung Klein Köris ging es um das Thema Medizin und Körperpflege in der Antike. „Römer“ Ralf Irmscher hat dazu eigens eine römische Latrine gezimmert, auf der die Besucher Probesitzen konnten. Diese entwickelte sich schnell zum Besuchermagneten.

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Freundschaftlich – wenn auch historisch nicht ganz korrekt – trafen sich Römer, Germanen und Wikinger zum Museumsfest.

Quelle: Uta Schmidt

Klein Köris. Mit vielen witzigen und informativen Offerten überraschten die Mitglieder des Freilichtmuseums „Germanische Siedlung“ in Klein Köris am Sonnabend ihre Gäste zum diesjährigen Museumsfest. „Heute geht es uns um das Thema Medizin und Körperpflege in der Antike“, erklärte Vereinsmitgründer Sven Gustavs. „Bei den Ausgrabungen auf der Freifläche wurde ein Teil einer Klingenhalterung aus einem römischen Arztbesteck gefunden. Wir wissen bis heute nicht, welchen Weg dieses Teil genommen hat und wie es in das germanische Dorf gekommen ist.“ Der Senior war einst Chef der Ausgrabungen in der Zeit zwischen 1976 und 1995 und damit ein besonders fachkundiger Gesprächspartner zum Leben von Germanen und Römern vor 2000 Jahren.

Hauptmagnet inmitten des Trubels war der Nachbau einer römischen Toilette, die große und kleine Besucher zum „Probesitzen“ animierte. Vereinsmitglied Ralf Irmscher hatte das Modell aus Holz eigens für das Museumsfest gezimmert. „Anstelle von Toilettenpapier benutzten die Römer einen Schwamm am Stil. Dafür ist hier ein Loch unter dem Sitz ausgespart“, erläuterte er. Irmscher erzählte ebenso, dass die antiken WC-Anlagen nicht durch Wände getrennt waren und man auf der „Latrina“ gern mit dem Nachbarn ins Gespräch kam. „Dabei wurden Geschäfte gemacht“, so Irmscher zur heutigen Redewendung. Festbesucher begutachteten auch den „Strigilis“, mit dem der Römer nach dem Schwitzbad in der Therme die eingeölte Haut abrieb. „Der Schweiß von stattlichen Männern wie erfolgreichen Gladiatoren wurde als Aphrodisiakum verkauft“, so Irmscher.

Ralf Irnscher erklärte den Besuchern die römische Latrine

Ralf Irnscher erklärte den Besuchern die römische Latrine.

Quelle: Ralf Irmscher

Den Museumstag bereicherten die Mitglieder der „Legio XVII–Albica“ aus Dresden, die in ihrem Römerlager über ihre Ausrüstung und das Lagerleben plauderten. Sie stellten Tafelsitten und Kampftechniken vor. Auch das wechselhafte Wetter in den germanischen Gefilden war immer wieder Thema der Gespräche. „Vor zwei Wochen hatten wir hier fast 35 Grad Hitze, jetzt mussten wir die Walsloden aus dem Gepäck nehmen. Das sind Umhänge aus Wolle, die nicht nur wärmen, sondern auch das Wasser abweisen“, so „Legionär“ Renè Schulze. Doch die römischen Götter wie Jupiter, der für Blitz und Donner sorgt, sowie Neptun, der für den Regen zuständig ist, hatten ein Einsehen und ließen die Sonne zum Zuge kommen.

Darüber freuten sich auch die Mitglieder der „Sleipnis-Sippe“ aus Berlin. Der Verein wurde nach dem achtbeinigen Pferd Odins genannt und stellt das Leben der Wikinger vor. „Eigentlich lebten die Wikinger viel später als die Römer und Germanen. Dennoch passen wir heute in die Landschaft und zeigen alte Handwerkstechniken wie das Brettchenweben oder die Leder- und Metallverarbeitung“, so Alexander Kroll.

Die gute Sachkenntnis der Akteure beim Museumsfest beeindruckte Wolfgang Salomon und seine Freunde einer Line-Dance-Gruppe aus Berlin, die erstmals den Weg ins Freilichtmuseum fanden. Museumsvereinschef Michael Böhm freute sich über den großen Zuspruch an diesem kurzweiligen Fest. „Im nächsten Jahr feiern wir das 20. Museumfest. Bis dahin haben wir noch eine Menge auf dem Gelände vor“, kündigte er an. Zu den Vorhaben der 25 Museumsfreunde gehöre zum Beispiel noch ein Gebäude über dem Kalkbrennofen.

Von Uta Schmidt

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