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Dahme-Spreewald Rosige Aussichten für Schulabgänger
Lokales Dahme-Spreewald Rosige Aussichten für Schulabgänger
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05:05 12.05.2016
Azubis in der Gastronomie werden dringend gesucht. Quelle: dpa
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Dahmeland-Fläming

Schulabgänger haben in der Region Dahmeland-Fläming beste Berufsperspektiven – auch wenn sie das nicht immer wissen. In wenigen Wochen startet das neue Ausbildungsjahr und es sind immer noch viele Lehrstellen unbesetzt. Zum 1. August, beziehungsweise zum 1. September bieten in der gesamten Region ansässige Betriebe noch mindestens 1247 unbesetzte Ausbildungsplätze an.

531 dieser freien Plätze liegen laut Angaben der Arbeitsagentur Cottbus im Landkreis Dahme-Spreewald, 716 in Teltow-Fläming. Da nicht alle Unternehmen ihre freien Stellen bei den zuständigen Arbeitsagenturen melden, dürften es insgesamt sogar noch mehr sein. Die meisten freien Stellen gibt es in den Branchen Hotel- und Gaststättengewerbe, Handel und Handwerk.

Deutlich mehr Lehrstellen als suchende Jugendliche

Wie Doreen Ließ, Pressesprecherin der Arbeitsagentur in Potsdam sagt, sind in Teltow-Fläming 547 junge Menschen gemeldet, die noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind. Es sind also deutlich mehr Stellen als Bewerber vorhanden, auf einen suchenden Jugendlichen kommen demnach gut 1,31 unbesetzte Ausbildungsstellen. In Dahme-Spreewald sieht die Quote ähnlich aus: Wer sucht und einigermaßen qualifiziert ist, wird also etwas finden.

Hintergrund

Die Handwerkskammer Cottbus zählt derzeit noch 76 freie Lehrstellen in Dahme-Spreewald. 2015 blieben dort 59 Stellen unbesetzt.

Die IHK Cottbus verzeichnet in Dahme-Spreewald 233 offene Lehrstellen.

In Teltow-Fläming sind bei IHK-Betrieben noch 285 Lehrstellen offen.

Die meisten freie Stellen gibt es im Handwerk für die Berufe Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatroniker, Anlagenmechaniker, Friseur und Metallbauer.

In Industrie und Handel sind Lehrstellen vor allem für Lagerlogistiker, Kaufleute für Büromanagement, Industriemechaniker, Speditionskaufleute und Berufskraftfahrer vakant.

Am beliebtesten sind Ausbildungsberufe in der Medienbranche.

Wolfgang Spieß kennt die Situation des Ausbildungsmarktes in der Region. Als Leiter des Geschäftsbereiches Bildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Potsdam hat er direkt mit Schulabgängern zu tun. „Die Schüler sollten noch vor der Sommerpause die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen“, sagt er. Dabei sieht er auch die Unternehmen selbst in der Verantwortung. Die sollten frühzeitig den Kontakt zu Schülern suchen und möglichst schnell Verträge abschließen. Für das kommende Ausbildungsjahr sind bei den Betrieben der IHK Potsdam 126 Verträge unterzeichnet, im vergangenen Jahr waren es um diese Zeit bereits 143.

Eltern beeinflussen Ausbildungswahl ihrer Kinder

„Wer zu lange wartet, verliert qualifizierte Bewerber an Unternehmen in Berlin“, sagt Spieß. Rund 580 in Teltow-Fläming lebende Auszubildende absolvieren laut Spieß ihre Ausbildung in der Hauptstadt. Das sei besonders in den gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossenen Städten und Gemeinden ein Phänomen. Dabei würden viele Auszubildende lieber in unmittelbarer Umgebung arbeiten, als lange Pendelzeiten in Kauf zu nehmen. Das Problem: „Sie wissen nicht, dass sie in der Region genauso gute Zukunftschancen haben, wie in Berlin“, erklärt Spieß. Das gehe häufig noch von den Eltern aus. „Die denken wahrscheinlich noch, dass es hier nichts gibt“, sagt Spieß. Die Eltern beeinflussen die Ausbildungswahl ihrer Kinder laut IHK-Studien zu etwa 70 Prozent.

Ein Unternehmer, der seine freien Ausbildungsplätze nicht mehr komplett besetzen kann, ist Marco Otto vom Morada Hotel „Am Mellensee“. In der Lehrstellenbörse der IHK inseriert er derzeit eine Lehrstelle für Köche und eine für Hotelfachleute. In jedem dieser Berufe hätte Marco Otto pro Jahr Kapazitäten für zwei Auszubildende, so dass parallel zwölf Azubis beschäftigt werden könnten. Aktuell sind jedoch nur vier angestellt. „In den letzten vier Jahren ist es immer schwieriger geworden“, sagt Otto. Er weiß, dass es nicht nur ihm so geht.

Kammern Arbeitsagenturen haben Projekte initiiert

„Im Handel ist es genauso schlimm“, sagt er. Die Gründe für das geringe Interesse an einer Ausbildung in seinem Betrieb kennt Otto: „Die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind unattraktiv, wir sind schlecht erreichbar und viele Jugendliche wollen sowieso studieren.“ Dazu käme noch, dass immer mehr Jugendliche laut Otto auch gar keine Lust mehr haben, zu arbeiten. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken überlegt er nun, Flüchtlinge in den Betrieb zu integrieren.

Um Eltern wie Schülern bewusst zu machen, dass die Chancen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt groß sind, haben die zuständigen IHKs, die Handwerkskammern (HWK) in Potsdam und Cottbus sowie die Arbeitsagenturen verschiedene Projekte initiiert. Dazu gehören Ausbildungsmessen, Kontaktbörsen und Beratungsgespräche. Seit diesem März betreibt die Arbeitsagentur Potsdam im Landkreis Teltow-Fläming Jugendberufsagenturen in Luckenwalde und in Zossen. Die Mitarbeiter beantworten Fragen zu Ausbildung, Studium und finanzielle Hilfen.

Von Anja Meyer

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