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Rot in allen Nuancen

Königs Wusterhausen Rot in allen Nuancen

Der Eichwalder Fotograf Burkhard Fritz eröffnet das neue Ausstellungsjahr beim Kulturbund Dahme-Spreewald im Königs Wusterhausener Bürgerhaus: „Die Farbe Rot“ heißt seine faszinierende Bilderschau.

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Diese Kamelhändler mit ihren faszinierend gewundenen roten Turbanen beobachtete und fotografierte Burkhard Fritz in Indien.

Quelle: Burkhard Fritz

Königs Wusterhausen. Beim Gespräch trägt er eine Kapuzenjacke in Orange – nicht Rot, obwohl eben jene Farbe der Leidenschaft das Thema ist. Aber orange, gesteht Burkhard Fritz, sei eigentlich immer seine Lieblingsfarbe gewesen. Das Rot hat sich eher zufällig in viele seiner Fotos „gemogelt“. Bewusst habe er sich seine Motive nicht danach ausgesucht, erklärt der Eichwalder.

Umso spannender, dass er sich für „Die Farbe Rot“ entschied als verbindendes Element der zahlreichen Fotos, die er für seine am Freitag eröffnende Ausstellung in Königs Wusterhausen ausgewählt hat. Das verspricht thematische Vielfalt und Entdeckungen für die Besucher. „,Die Farbe Rot’ passt gut zu unserem Jahresthema“, erklärt Gerd Bandelow, stellvertretender Vorsitzender des Kulturbunds Dahme-Spreewald, der die Ausstellung im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ organisiert. Um „Spuren“ geht es diesmal, die Suche nach Erinnerungen, Zeichen, Quellen, aber auch um nachhaltige Eindrücke. Zahlreiche der geplanten Veranstaltungen des Kulturbundes greifen das Thema auf. So ist am 6. Mai ein literarischer Abend geplant, bei dem jeder, der mitmischen möchte, selbst ein Buch vorstellen kann, das ihn in seinem Leben besonders beeindruckt, also Spuren hinterlassen hat. Bei Burkhard Fritz ist Rot auf jeden Fall die Spur zu seinen vielen Reisen nach Kanada, Tschechien, Israel oder Frankreich: die klassischen roten Telefonzellen und der warm leuchtende Briefkasten mit Krönchen in Großbritannien oder die rotgetünchte Treppe eines alten Observatoriums mitten auf einer viel befahrenen Kreuzung im Moloch Neu-Delhi. „Die Rots sind in den Ländern sehr unterschiedlich“, findet er.

Burkhardt Fritz stellt in Königs Wusterhausen aus

Burkhardt Fritz stellt in Königs Wusterhausen aus.

Quelle: Karen Grunow

Burkhard Fritz hatte sich selbst für eine Foto-Ausstellung beim Kulturbund ins Gespräch gebracht. Seit Jahren kennt er die Mitglieder. Seine Erfahrungen als Kulturfachmann der Eichwalder Verwaltung waren gefragt als im Königs Wusterhausener Bürgerhaus die dann 2014 eingeweihte Galerie eingerichtet werden sollte. In jenem Jahr hatte er erstmals für eine kleine Präsentation in der Schulzendorfer Patronatskirche ein paar seiner Fotos mit roten Motiven zusammengestellt. Die Idee, daraus eine umfassende Ausstellung zu machen, kam dann vor etwa einem Jahr. Gemeinsam mit Birgit Klunk, die übermorgen zur um 19 Uhr beginnenden Vernissage auch die Laudatio auf Fritz halten wird, hat er dann die Bilder ausgesucht und thematisch sortiert.

Natürlich ist auch die Heimat des Vielreisenden vertreten: Die Formsteine der Fassade der Eichwalder Kirche und die Alte Feuerwache mit ihren Backsteinen gehören ebenso zu den Motiven von Burkhard Fritz. „Plötzlich kriegt man ein rot-sensibles Auge“, erzählt er von den Reisen, die er nach dem Gedanken zur speziellen Schau unternommen hat. Manche Bilder scheinen so alltäglich, etwa jenes von den saftigen Tomaten an einem Marktstand. Aber so wie Fritz sich davon angelockt fühlte und den Auslöser seiner Kamera drückte, so schärft das Bild auch den Blick des Betrachters für eben jene Kleinigkeiten, die manchmal eine berückende Farbkomposition ergeben können.

Die roten Telefonzellen in England werden im Zeitalter moderner Smartphones immer seltener

Die roten Telefonzellen in England werden im Zeitalter moderner Smartphones immer seltener.

Quelle: Burkhard Fritz

Wie immer wird es auch ein Galeriefrühstück geben, bei dem Burkhard Fritz über Fotografie reden wird. „Ich fotografiere ja immer schon, mein ganzes Leben lang“, sagt er. Erste Experimente in der Dunkelkammer machte der 1951 in Kleinmachnow geborene und in Eichwalde aufgewachsene Fritz schon als Jugendlicher. Später wurde er – obgleich immer eher privat „Fotograf aus Leidenschaft“, wie er sagt – auch beruflich als Werbefachmann mit dem Blick für das perfekte Bild konfrontiert. Seit 2008 zeigt er immer wieder seine Fotos in Ausstellungen, zahlreiche Jahreskalender mit Eichwalder Impressionen gestaltete er bereits. Nebenbei forscht er zur Ortsgeschichte, organisiert Orgelkonzerte und engagiert sich im Freundeskreis Alte Feuerwache. Seit einigen Monaten ist Burkhard Fritz im Ruhestand, freut sich auf weitere Ausflüge in die weite Welt. Wie immer gilt für ihn: „Ohne Kamera wäre eine Reise nüscht!“

Die Ausstellung eröffnet am 10. März um 19 Uhr und ist dann bis zum 9. April immer freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

Von Karen Grunow

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