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Dahme-Spreewald Ruhestätte für DDR-Prominenz
Lokales Dahme-Spreewald Ruhestätte für DDR-Prominenz
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08:56 13.09.2013
Die RUhestätte Karl August Richters sollte zum Ehrengrab werden, schlägt Ortschronist Wolfgang Flügge. Quelle: Bischoff
Eichwalde

Unscheinbar sieht es aus, das Grab des ehemaligen Fernseh-Chefkommentators Karl-Eduard von Schnitzler auf dem Eichwalder Friedhof. Grüne Büsche überwuchern den einfachen Stein. Der Frau, mit der der bekannteste Polemiker der DDR die letzten vier Jahrzehnte seines Lebens verheiratet war, der einstigen Schauspielerin Marta Rafael, fällt mit ihren inzwischen 87 Jahren die Grabpflege nicht mehr leicht.

Ein paar Schritte weiter zeigt eine Grabplatte über den Namen eines Ehepaares zwei Herzen ineinander verschlungen. Eines der beiden hat aufgehört zu schlagen. Klaus-Dieter Baumgarten, einst Kommandeur der DDR-Grenztruppen und wegen der Todesschüsse an der Grenze 1996 zu einer Haftstrafe verurteilt, ist auch in Eichwalde beerdigt. „Ich kann mich noch an die Riesen-Gesellschaft erinnern, die zur Beerdigung kam“, sagt Ortschronist Wolfgang Flügge. „Sie reiste in mehreren Bussen an.“
Große Aufmerksamkeit fand kürzlich die Trauerfeier für Horst Pehnert, der als Chefredakteur die Zeitung „Junge Welt“ leitete und später als Vize-Kulturminister die Filmpolitik steuerte. Zu den Trauerrednern zählte der berühmte Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase.

Dass viele Prominente aus der sozialistischen Ära gerade in Eichwalde unter die Erde kamen, hält Flügge nicht für erstaunlich. „Sie fanden hier ein attraktives Wohnumfeld mit vielen schönen Häusern in der Nähe Berlins vor“, bemerkt er. Doch zu einem Ziel von Nostalgie-Touristen oder gar einem Wallfahrtsort wurden ihre Grabstätten nicht. Vielleicht auch, weil ihre Anhänger in die Jahre gekommen sind.

Regionalhistoriker Flügge zieht es zu anderen Gräbern. „Hier ruht in Gott mein innigstgeliebter Mann Karl August Richter“ ist in einer eingefriedeten Familiengrabstätte zu lesen. Gleich mehrere Verdienste erwarb sich der Verblichene um seinen Wohnort. Er gründete eine Seltersfabrik und half damit über den Mangel an sauberem Trinkwasser hinweg, sowie eine Genossenschaftsbank, die Kredite an Geschäftsleute vergab und so Handel und Wandel förderte.

„Richter war ein findiger Kerl mit gut entwickeltem Geschäftssinn“, lobt Chronist Flügge. Die heutige Gaststätte Richtershorn habe er gebaut, als dort der Straßenbahnverkehr aufgenommen wurde. „Unserer Kommune stünde es gut zu Gesicht, ihm ein Ehrengrab zuzuerkennen.“

Brunolf Baade gilt als Vater der DDR-Luftfahrtindustrie und entwickelte deren erste düsengetriebene Verkehrsmaschine. Quelle: Bischoff

Auf viele bekannte Namen fällt der Blick beim Rundgang über Eichwaldes Gräberstätte, die nur zum geringsten Teil in Eichwalde liegt. Überwiegend ist es Zeuthener Gelände, auf dem die Eichwalder ihre Toten begraben. Seit 1925 kaufte ihre Gemeinde dem Nachbarn die Flächen ab. Brunolf Baade liegt hier, der Vater der DDR-Luftfahrtindustrie, und Bruno Golecki, ein Techniker, der nach dem Krieg zur Arbeit in der Sowjetunion verpflichtet wurde. Er trug dort wesentlich zur Entwicklung der Raketentechnik bei, was ihm 1953 den Stalinpreis einbrachte.

Jetzt beugt sich Flügge über einen Grabstein. Er kennt ihn, doch ist der Name nur mit Mühe zu entziffern. „Wilhelm Krüger, der in der Taut-Siedlung wohnte, war ein Gewerkschafter, der von den Nazis wegen seiner Beteiligung an Widerstandsaktionen verhaftet wurde“, erzählt er und bittet Friedhofs-Verwalter Matthias Lebe, den Namenszug nachziehen zu lassen.

Der hat gerade einige Stunden damit verbracht, die Urnenreihengräber zu säubern. Nur Platten mit Vor- und Nachnamen sowie Jahreszahlen zeugen dort von den Verstorbenen. „Angehörige brauchen nichts zu pflanzen und nichts zu gießen, was speziell Leute entlastet, die weiter entfernt wohnen“, erläutert Lebe. Doch war das einigen zu wenig. Sie stellten Blumenschalen und Figuren zwischen die Grabstellen. Lebe postierte die nun auf einer Steinfläche daneben.

„Er leistet hier gute Arbeit“, bescheinigt Friedhofs-Kenner Flügge dem Mann in Arbeitskleidung. „Dass er das Toilettengebäude saniert hat, haben ihm viele Friedhofsbesucher gedankt.“

Nicht nur Richters Ruhestätte solle als Ehrengrab in gemeindliche Obhut kommen, wünscht er sich dann. Auch Karl Hohmann hätte es verdient. Als Altertumsforscher leitete er Ausgrabungen im damaligen Kreis Teltow, als Schuldirektor machte er die Grundschule des Ortes zur höheren Schule. „Alte Eichwalder“, beteuert Flügge, „schwärmen immer noch von ihm.“

Klaus Bischoff
 

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