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Dahme-Spreewald SPD will Stipendien für Erzieher-Azubis
Lokales Dahme-Spreewald SPD will Stipendien für Erzieher-Azubis
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15:31 26.02.2018
Tobias Schröter ist Sozial- und Bildungsexperte der Königs Wusterhausener SPD-Fraktion.  Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

 Selten ist in der Königs Wusterhausener Stadtpolitik so viel über die Kinderbetreuung debattiert worden. Dabei geht es nicht mehr nur um Neubauten von Kindertagesstätten als Antwort auf den akuten Patzmangel, wie der jüngste Vorschlag der SPD-Fraktion im Stadtrat zeigt.

300 Euro monatlich für Azubis

Sie will ein Stipendium für Erzieher-Azubis einführen. 300 Euro monatlich sollen sie erhalten, wenn sie in einer städtischen Kita arbeiten. Und zwar für die Dauer der Ausbildungszeit, in der Regel sind das drei Jahre. In diesem Jahr sollen dafür im Stadthaushalt 35 000 Euro bereitgestellt werden. Jährlich soll die Stadt möglichst 15, mindestens aber zehn Auszubildende unterstützen. Im Gegenzug sollen sie sich verpflichten, als Erzieher in einer

Eltern und Einwohner demonstrierten vor einem Stadtverordnetenversammlung im Rathaus für mehr Kitaplätze in der Stadt. Quelle: Frank Pawlowski

städtischen oder freien Kita zu arbeiten. Der Sozialexperte der Fraktion, Tobias Schröter, hält das für einen guten Anreiz. „So sichern wir auch die pädagogische Qualität in den Einrichtungen“, sagte er. Schröter ist überzeugt, dass sich Königs Wusterhausen mit dem Azubi-Stipendium einen Vorteil gegenüber anderen Kommunen verschaffen kann. „Alle sagen, dass es schwer ist, Erzieher zu finden.“

SPD legt überarbeiteten Antrag vor

In dem überarbeiteten Beschlussantrag, der am kommenden Montag im Hauptausschuss beraten wird und zwei Wochen später in der SVV zur Abstimmung steht, sind laut Schröter einige Hinweise der Stadtverwaltung berücksichtigt worden. So ist aus Kostengründen die Zahl der Stipendien auf 10 bis 15 verringert worden, 35 000 Euro sollen jährlich im Stadthaushalt bereitstehen. Ein Vorschlag von Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) zur finanziellen Unterstützung von Praktikanten wurde aufgenommen. Die Azubi-Stipendien selbst lehnt Ennullat ab, er sieht dafür keinen Bedarf. „Es

Bürgermeister Swen Ennullat hält die Stiependien für zu teuer, er schlägt statt dessen Aufwandsentschädigungen für Praktikanten vor. Quelle: Frank Pawlowski

wird ausreichend Personal beschäftigt“, begründet er. Die Bewerberlage sei zufriedenstellend. In den städtischen Kitas arbeiten derzeit 156 Erzieherinnen und Erzieher, bei den freien Trägern sind es 168. Hier sei jedoch eine hohe Fluktuation und Personalmangel zu verzeichnen. Laut Ennullat wird die Stadt in diesem Jahr voraussichtlich 20 Erzieher neu einstellen, zehn beenden ihr Arbeitsverhältnis. Er schlägt vor, statt der Azubi-Stipendien Aufwandsentschädigungen für Praktikanten in städtischen Kitas zu zahlen. Sie sollen monatlich 75 Euro bekommen. Die Stadt rechnet mit jährlichen Kosten von 22 500 Euro für 50 Praktikanten. Die SPD will ihnen 100 Euro zahlen.

Weitere Vorschläge in der Kita-Debatte

Ebenfalls in den SVV-Ausschüssen beraten wird ein Antrag der Linksfraktion, die einen Masterplan für Kitas und Schulen vorschlägt (die MAZ berichtete). Durch eine langfristige Planung, die sich an den

Die Kinderbetreuung ist zu einem Topthema in der Stadtpolitik geworden. Quelle: Peter Geisler

Bauanträgen und dem daraus erwarteten Einwohnezuwachs orientiert, sollen Engpässe bei Plätzen und Personal vermieden werden. Der Bürgermeister selbst hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Oktober mehrere Kitabeschlüsse initiiert, unter anderem zum schnelleren Neubau in Zernsdorf und zur Änderung der Kitasatzung, mit der die Elternbeiträge rückwirkend ab Juli 2017 halbiert werden. Die ersten Ausschüsse stimmten dem bereits zu, die Satzung soll in der SVV im Februar beschlossen werden.

Von Frank Pawlowski

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