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Sagenhafte Holzfiguren

Schnitzerei für den Spreewald Sagenhafte Holzfiguren

Die Sagenfiguren des Spreewalds kann man in Lübben jetzt bei einer Sagenkahnfahrt erleben. Geschaffen hat sie der Zeuthener Hans Zippan. Liuba, der Teufel, Plon und die Mittagsfrau stammen aus seinem Schnitzmesser. Er hat vier Monate an ihnen gearbeitet. Die Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse gab das Geld: 6500 Euro.

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Der Glücksdrache Plon gehört zu den acht Holzfiguren, die jetzt im Spreewald stehen.

Quelle: Privat

Zeuthen. Acht Figuren aus Holz schnitzte der Zeuthener Hans Zippan für den Spreewald. Sie sind nun während der Kahnfahrten am Stadfließ von Lübben zu sehen. „Ich habe drei bis vier Monate an ihnen gearbeitet“, verrät Zippan, der inzwischen schon wieder die nächsten Projekte in Kopf und Händen hat. „Stillsitzen kann ich nicht“, behauptet er. Dies selbst jetzt, wenn er seinen linken Arm nach einer Operation an der Schulter in einer festen Schlinge trägt. Er könne auch viel allein mit dem rechten Arm erledigen. Was genau er plant, will er aber noch nicht verraten. Im Moment sei er erst einmal stolz auf das, was nun im Spreewald zu sehen ist.

Hans Zippan in seinem Atelier

Hans Zippan in seinem Atelier.

Quelle: Andrea Müller

Mit Kettensägen und feinerem Schnitzwerkzeug hat er den Teufel, die Liebesgöttin Liuba, den Wassermann, die Mittagsfrau, den Glücksdrachen Plon und zwei Schlangen geschnitzt, die ebenfalls Glück bringen sollen. Zu jeder dieser Figuren gibt es eine Spreewald-Sage. So habe der Teufel mit seinem Pflug und zwei Ochsen den Spreewald geschaffen. Doch die Tiere seien kreuz und quer gelaufen, wie es eben der Teufel wollte. Deswegen verliefen die Spreewald-Kanäle nun nach seinem Muster. Liuba hingegen steht als Liebesgöttin für die Fruchtbarkeit ein. Auch sollte man in Frieden leben, soll sie gesagt und stets den Liebenden beigestanden haben. Die Mittagsfrau symbolisiere das Böse, weil sie einst die Bauern auf dem Feld beobachtet haben soll, wenn sie in der Mittagspause auf ihre eignen Felder geeilt sein sollen, um zu arbeiten, was streng verboten war. Diese Bauern habe sie dann mit der Sichel bestraft.

Der Wassermann hat den Armen immer gern Fisch gebracht, damit sie nicht hungern müssen. Bei Luki in Zwergengestalt war es wichtig, dass der kleine Mann sehr große Schuhe trägt. Damals hätten die Leute eben nur einmal im Leben Schuhe erhalten. Luki brachte den Bauern zur Vesper Kuchen aufs Feld. Der Glücksdrache Plon stahl den Reichen ihr Gold und brachte es denen, die keine Reichtümer besaßen. Die Schlangen schließlich sollen Glück bringen. Deswegen trügen viele Häuser im Spreewald als Giebelschmuck angedeutete Schlangen.

Eine der Figuren im Spreewald

Eine der Figuren im Spreewald.

Quelle: Landkreis

„Die Ideen für meine Figuren habe ich mir bei der Lübbener Künstlerin Ingrid Groschke geholt“, sagt Zippan. Sie habe die Sagengestalten bereits in der Vergangenheit für einen Kalender gezeichnet. Jetzt fanden sie auch Eingang in ein Malheft, das bei den Sagenkahnfahrten für die Kinder in der Spreewaldinformation oder direkt beim Fährmann zum Ausmalen zu haben ist. Verwendet hat der Zeuthener Bildhauer für seine Gestalten vor allem Eichenholz, aber er formte auch eine sehr alte Weide aus dem Zeuthener Kienpfuhl um, wo auch sein Skulpturenpfad zu finden ist. Für den Fisch vom Wassermann nahm Zippan das Holz einer Vogelkirsche. „Weil es schon die Musterung der Schuppen mitbringt“, sagt er.

Obwohl das Projekt, das mit Hilfe des Fördervereins des Stadt– und Regionalmuseums Lübben sowie der Stiftung Dahme-Spreewald der Mittelbrandenburgischen Sparkasse unterstützt wurde, inzwischen abgeschlossen ist, liebäugelt Zippan damit, noch vier Skulpturen anzufertigen. „Damit zwischendrin nicht Langeweile aufkommt“, begründet er.

Begleitet hatte die Realisierung des Projektes auch Landrat Stephan Loge (SPD). Er freut sich über diese neue touristische Attraktion. „Die Sagenkahnfahrt ist eine gute Idee, denn sie bietet Unterhaltung für die ganze Familie“, sagte er.

Mitmachen kann man die Sagenkahnfahrt von beiden Häfen aus in Lübben. „Sie sind sehr gefragt“, hat Zippan von den Fährleuten erfahren.

Von Andrea Müller

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