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Sanierung der Dankeskirche beginnt

Fördermittelbescheid für Halbe Sanierung der Dankeskirche beginnt

Die dringend nötige Sanierung der Dankeskirche in Halbe kann beginnen. Das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat dafür Fördergelder in Höhe von 30 000 Euro bewilligt. In einem ersten Abschnitt wird damit der marode Kirchturm instand gesetzt. Arbeiten im Inneren des Gotteshauses und am Dach sollen folgen.

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Zunächst soll der Turm der Halber Dankeskirche saniert werden.

Quelle: Karen Grunow

Halbe. Die Sanierung der Halber Dankeskirche kann beginnen. Die Kirchengemeinde erhielt jetzt die erhoffte Zusage des brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur für Fördergelder in Höhe von 30 000 Euro. Damit kann nun die erste große Baumaßnahme, die Instandsetzung und Restaurierung des Kirchturms, realisiert werden.

„Alle waren in den Startlöchern, um endlich loszulegen“, erzählt Eckart Köthe vom Förderverein Dankeskirche Halbe, dessen Mitglieder sich seit 2008 für die dringend nötige Sanierung engagieren. Vorgestern gab es eine erste Anlaufberatung mit den Zuständigen des Kirchenkreises Neukölln, der Denkmalpflege, Handwerkern und dem Architekten Matthias Reckers. Mitte September soll das Gerüst am Turm aufgestellt werden. Wenn die Witterung es zulässt, könnte dieser erste große Bauabschnitt noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Hintergrund

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es Pläne, für den damals schnell wachsenden Ort eine Kirche zu bauen. 1901 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der zunächst jedoch nur wenige Spenden akquirieren konnte. Dank großzügiger Spenden konnte 1912 der Grundstein für das geplante Gotteshaus gelegt werden. 1914 wurde die Kirche geweiht.

Architekt war Curt Carl Ernst Steinberg (1880-1960), der seit 1911 beim Bauamt des Evangelischen Konsistoriums der altpreußischen Kirchenprovinz Brandenburg tätig war. Neben der Dankeskirche entwarf er mehr als 60 kirchliche Bauten - auch Friedhofskapellen und Pfarrhäuser.

Die Halber Kirche ist eine neobarocke Saalkirche, deren Schiff von einer flachen, längsovalen Kuppel überwölbt ist. Zwischen oktogonale Pfeiler, die für eine Art Dreischiffigkeit sorgen, wurden vorkragende Emporen eingespannt. Darunter befinden sich farbige Glasfenster, auf denen Szenen aus dem Leben Jesu zu sehen sind.

Der Bau ist ein schlichter Putzbau, dessen Fassade durch Pfeilervorlagen und die symmetrisch angeordneten Fenster strukturiert wird.

Auffällig ist der hohe und breite Turm, der allerdings nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nur mit gekappter Spitze rekonstruiert worden war. An die Kirche angegliedert wurden das Pfarrhaus und ein Gemeindezentrum, das heute als evangelisches Freizeitheim genutzt wird.

Die Hoffnung ist, dass über das EU-Förderprogramm Leader Gelder für weitere Sanierungsschritte beantragt werden können. Das Kirchenschiff muss dringend saniert werden, an der Treppe zur Orgel muss Schwamm beseitigt werden, die Holzdecke im Inneren hat Wasserschäden, ein kompletter Innenanstrich ist fällig und das Dach muss erneuert werden. „Diese zweite Baustufe wird wohl um die 300 000 Euro kosten“, schätzt Köthe vorsichtig. Er hegt die Hoffnung, dass dann auch noch das angegliederte evangelische Freizeitheim saniert werden kann.

„Insgesamt“, erklärt Eckart Köthe, „sind für die erste Bauphase mit der Turmsanierung rund 180 000 Euro nötig.“ Bereits vor einem Jahr hatten die Halber 40 000 Euro von der Stiftung Dahme-Spreewald der Mittelbrandenburgischen Sparkasse zugesichert bekommen. Für den größten Anteil der Baukosten kommt die Kirchengemeinde auf, außerdem kommt Geld durch ein Sonderförderprogramm des Kirchenkreises hinzu. Darüber hinaus gab es größere Einzelspenden für das Gebäude. Einen erheblichen Teil konnte auch der Förderverein beisteuern, der weitere Spenden sammelte und mit zahlreichen Benefiz-Veranstaltungen für die Restaurierung warb. Die regelmäßigen Konzerte, Vorträge oder Theateraufführungen seien oft sehr gut besucht, so Köthe. Die Kirchengemeinde selbst ist nicht sehr groß, „aber es gibt ein aktives Gemeindeleben“, sagt er. Und die Dankeskirche ist für viele Halber ein zentraler Ort des Dorfes.

Drei große Säulen, erklärt Köthe, habe das Konzept zur Zukunft der Halber Dankeskirche über die Sanierung hinaus, das bereits vor einigen Jahren entwickelt worden war. Der Bau soll Mittelpunkt des Gemeindelebens sein, aber auch für Veranstaltungen genutzt werden. Die große Vision ist, aus dem Halber Gotteshaus eine Gedenkkirche zu machen. „Wegen des Waldfriedhofs kommen viele Leute, die nach Halbe gereist sind, auch hier vorbei“, sagt Eckart Köthe. Menschen, die in der Kirche einen Ort des Halts und Innehaltens suchen. Pfarrer Jürgen Behnken ist auch Seelsorger für Besucher, die auf dem Waldfriedhof und in der Bildungs- und Begegnungsstätte des Bundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge nach Spuren ihrer während der sogenannten „Kesselschlacht“ um Halbe gefallenen Vorfahren suchen. Er begleitet und gestaltet Gottesdienste, die anlässlich von Gedenkfeierlichkeiten abgehalten werden. In der Kirche befindet sich auch eine kleine Gedenkstätte für die Kriegstoten von Halbe.

Von Karen Grunow

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