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Sanierung des Stichkanals beginnt im Herbst

Landschaftsschutz in Wildau Sanierung des Stichkanals beginnt im Herbst

Nach fast fünfjähriger Vorbereitung beginnt voraussichtlich im Herbst die Sanierung des Stichkanals. Das allerdings kann aufgrund von Bedenken der Unteren Wasserbehörde nur in einer abgespeckten Form geschehen, sodass sich die Fließgeschwindigkeit im Kanal verringern wird. Vor dem Beginn ist ohnehin noch so manche Hürde zu nehmen.

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Geschäftsführerin Antje Girschick verweist auf das ungelöste Problem der maroden Kaimauer an der Mündung des Stichkanals.

Quelle: Franziska Mohr

Wildau. Kaum ist die Sanierung der Tonteiche in den Lausebergen in Wildau abgeschlossen, fokussiert sich Antje Girschick, die Geschäftsführerin der Berlin Brandenburg Area Development Company (BADC) schon auf das nächste Projekt in Wildau – den Stichkanal.

Zuvor allerdings gönnt sich die Agrarökonomin noch einen Blick auf die südlich an die Tonteiche angrenzende, etwa vier Hektar große Blühwiese, auf die der hochgepumpte Schlamm aus den Tonteichen aufgebracht wurde, so dass dort wieder Brutstätten für Vögel sowie ein größerer Artenreichtum entstehen kann. Die Pflege liegt in den nächsten fünf Jahren in den Händen des Kiekebuscher Landwirts Rudi Pahl. Das Projekt finanziert übrigens die Messe Berlin als ökologischen Ausgleich für den gerade an diesem Wochenende sehr begehrten Parkplatz des ILA-Geländes in Schönefeld.

Ein Blick auf den sanierten Tonteich mit Totholzhaufen und der Eisvogelwand mit den Brutröhren

Ein Blick auf den sanierten Tonteich mit Totholzhaufen und der Eisvogelwand mit den Brutröhren.

Quelle: BADC

Ansonsten ist Antje Girschick optimistisch, dass nach mehr als fünfjähriger Vorbereitung im Herbst auch die Rekonstruktion des Stichkanals beginnt. Einen anderen Starttermin lässt der Nist-, Brut- und Lebensstättenschutz auch nicht zu. Bis dahin allerdings ist noch so manche Hürde zu nehmen. Die größte dürfte der noch immer ausstehende Förderbescheid der Landesinvestitionsbank (ILB) für das insgesamt etwa 1,2 Millionen Euro teure Projekt sein.

Die Planungen der Zossener Firma Terra Urbana unterstützte das Land 2014 schon mit knapp 73 000 Euro. Die Untere Wasserbehörde hatte diesbezüglich allerdings Bedenken geltend gemacht. Demnach werden die Spundwände, die das Nachrutschen der Hänge verhindern sollen, nur noch vier Meter und nicht wie ursprünglich vorgesehen sieben bis elf Meter tief in den Stichkanal getrieben. Letzteres hätte aufgrund des Technikeinsatzes und der starken Vibrationen eines zu starken Eingriffs in die Landschaft bedurft. „Dieser Kompromiss bedeutet allerdings, dass wir nur knapp 3000 Tonnen Sedimente entnehmen können, so dass das Gefälle flacher und damit die Fließgeschwindigkeit geringer wird“, erläutert Girschick. Anschließend werden im Stichkanal Ton sowie Kies und Sand aufgefüllt, wodurch die Geruchsbelästigungen zwar nicht gänzlich beseitigt, aber für Anlieger und Spaziergänger stark reduziert werden. Im Stichkanal liegen allerdings auch zahlreiche Versorgungsleitungen. „Hier müssen die Firmen den Schlamm vorsichtig um die Leitungen herum absaugen, damit letztere nicht plötzlich in der Luft hängen“, erklärt die Geschäftsführerin das geplante Vorgehen für den Laien.

Sanierung der Kaimauer kostet 38 000 Euro

Das bisherige Sanierungskonzept enthält auch nicht das Einlaufbauwerk im Mündungsbereich von Dahme und Stichkanal. Die Stadt Wildau beantragte daher bei der Unteren Denkmalbehörde Gelder, mit denen Varianten für die denkmalgerechte Sanierung dieser Kaimauer an der Dahme erarbeitet werden können. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 38 000 Euro, wovon die Stadt Wildau einen Eigenanteil von 60 Prozent aufbringen muss. Noch völlig offen ist derzeit aber, wer die Sanierung dieser Kaimauer bezahlt. Zumal der 1900 in Betrieb gegangene Stichkanal ein technisches Denkmal innerhalb der Schwartzkopff-Siedlung ist.

Teile des ursprünglich 515 Meter langen Stichkanals wurden nach 1945 zugeschüttet, weil der Transport über den Wasserweg im Werk kaum noch benötigt wurde. „Diesen hinter der Bahnlinie verlaufende Bereich tangiert die Sanierung nicht“, sagt Girschick.

Von Franziska Mohr

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