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Dahme-Spreewald Sanierung von Mittenwalde ist abgeschlossen
Lokales Dahme-Spreewald Sanierung von Mittenwalde ist abgeschlossen
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00:18 12.05.2017
Eine der größten Herausforderungen bei der Stadtsanierung von Mittenwalde war der Umbau der alten Schule in einen moderne Kindertagesstätte.
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Mittenwalde


Mehr als zwanzig Jahre wurde in Mittenwalde gebaut. Unter der Obhut der Gesellschaft für Stadtsanierung (GfS), der Planungsgruppe Werkstadt aus Berlin und des kreislichen Denkmalschutzes wurde die mittelalterliche Stadt nicht nur aus ihrem Dornröschenschlaf geholt, sondern Stück für Stück, Fassade um Fassade, Straße für Straße wieder schön gemacht. Heute gehört Mittenwalde zu den Sehenswürdigkeiten in Brandenburg. Der mittelalterliche Charakter der Stadt konnte weitestgehend gerettet und wieder hergestellt werden.

Blick auf Stadttor und Pulverturm in MIttenwalde am Ende der Yorckstraße. Das Areal wurde umfangreich saniert und ist absolut sehenswert. Quelle: Andrea Müller

„Die Ausgangssituation war desolat“, erinnert sich Gerhard Woltering, Chef der GfS. Wie viele Städte in der ehemaligen DDR war auch Mittenwalde dem Verfall nahe. Es gab kaum Material. Wer bauen oder sanieren wollte, brauchte „Vitamin B“: Beziehungen. „Die Wende hat der Stadt das Leben gerettet“, meint Woltering, der sich damals mit seinem Team ganz bewusst für ein klassisches Sanierungsverfahren entschieden hat. Er hatte schon Jahre Erfahrungen auf dem Gebiet mitgebracht und das Wissen, dass auch im Westen in den 70er und 80er Jahren begonnen wurde, Historisches zu erhalten. Woltering wollte Mittenwalde zu seiner alten Identität zurück verhelfen.

Schöne Fassaden – Laternen im alten Stil: In Mittenwalde wurde genau darauf geachtet, dass alles zusammen passt. Quelle: Andrea Müller

Das Stadttor wurde ebenso saniert wie der Pulverturm. Das Haus am Salzmarkt 5 – eigentlich nur noch eine Bruchbude – wurde gerettet und beherbergt heute das Heimatmuseum mit Schauschmiede und Wein-Garten. Woltering selbst sieht die Sanierung der alten Schule direkt an der Kirche und deren Umbau zur Kita als größte Herausforderung, wenn er auf die lange Zeit der Stadtsanierung zurück blickt. Doch auch viele private Bauherren brachten ihre Häuser in Ordnung. „Das war nicht selbstverständlich“, erinnert sich der Chef der Gesellschaft für Stadtsanierung. Zum einen hatten die Leute nicht so viel Geld. Zum anderen fehlte ihnen anfänglich oft noch das Gespür für die richtigen Materialien. Der Westen mit seinem Überangebot an allem schien ein Paradies für Häuslebauer. Doch wie sollte man den Mittenwaldern klar machen, das Plastikfenster sicher praktisch und preiswert waren, doch nicht zum Charakter einer unter Denkmalschutz stehenden mittelalterlichen Stadt passten? „Das war ein langer Prozess, der viel Überzeugungskraft kostete“, so Woltering. Schließlich seien auch die öffentlichen Mittel für die Stadtsanierung ein Argument gewesen.

Eines der schönsten Häuser in Mittenwalde. Es gehört Privatleuten und wurde von ihnen nach allen Regeln der Kunst wieder zurecht gemacht. Quelle: Andrea Müller

Einige Häuser allerdings – wie das am Salzmarkt 4 – seien nicht mehr zu retten gewesen. „Man muss nicht alles stehen lassen“, weiß Woltering, der unter anderem schon in Leipzig, im Berliner Speckgürtel oder Jüterbog saniert hat. Manchmal sei Abriss besser als weiterer Verfall. Schließlich gehöre auch Erneuerung zum Städtebau. Insgesamt wurde die Stadtsanierung von Mittenwalde mit elf Millionen Euro unterstützt. Das Geld kam von Kommune, Land und Bund. Privatleute mussten fünf Prozent der Fördersumme selbst tragen. Davon wurden 50 Häuser – darunter zehn städtische – saniert. 50 weitere Einzelmaßnahmen – wie etwa Fassadenerneuerung – kommen hinzu. Das öffentliche Straßennetz in Mittenwaldes Mitte wurde denkmalgerecht saniert. Den Abschluss bildeten die Jüden- und Kutschergasse.

Salzmarkt 5: Das Haus beherbergt das Heimatmuseum. Angeschlossen sind auch eine Schmiede und der Wein-Garten. Quelle: Andrea Müller

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Von Andrea Müller

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