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Dahme-Spreewald Sanierungsarbeiten im Zeitplan
Lokales Dahme-Spreewald Sanierungsarbeiten im Zeitplan
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11:30 21.09.2016
Margrit Schulze, Kerstin Lauterbach und Meike Glüsing (v.l.) vor dem ältesten Fenster in der Offiziersgalerie. Quelle: Heidrun Voigt
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Königs Wusterhausen

Die Hirschköpfe, Geweihe und Leuchter sind mit weißer Folie und braunen Klebestreifen fest verpackt. Die Wendeltreppe ist unter Pappe, Vlies und Pressspanstufen versteckt. Man könnte denken, Verpackungskünstler Christo hätte im Schloss König Wusterhausen eine seiner spektakulären Installationen umgesetzt. Aber es sind Schutzmaßnahmen. In der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Herbstresidenz von Friedrich Wilhelm I. werden seit dem Frühjahr die Fenster saniert.

Insgesamt sind es 62 Einfach- und Kastenfenster. „Direkt auf dem Putz liegt außen ein Holzrahmen um die Fenster auf, der Außenblendrahmen“, erläutert Architektin Meike Glüsing. Sie betont, dass die Außenblendrahmen flächendeckend Schäden aufweisen, die teilweise auch zum Abgang geführt haben. Ursache ist laut Architektin eine „falsche“ Bauausführung in den 90er Jahren, die historisch aber so üblich war. Die horizontalen Blendrahmen hatten nahezu kein Gefälle, deshalb blieb der Niederschlag darauf stehen. Zudem wurde Kiefer verwendet – eine weiche Holzart, die nicht pilzresistent ist. „Wir greifen bei der Sanierung auf Eiche zurück und bilden ein Gefälle aus. Das obere horizontale Rahmenstück erhält eine Verblechung“, so Glüsing. Die Außenblendrahmen werden alle erneuert. Und teilweise auch der Putz, der durch die Feuchtigkeit beschädigt wurde.

Die verpackten Geweihe und Leuchter im Schloss erinnern an moderne Kunstinstallationen. Quelle: Heidrun Voigt

Detaillierte Pläne für jeden Bauabschnitt

Die eigentlichen Fenster wurden 1999 instand gesetzt. „Bei ihnen fallen nur kleinere Tischler- und Malerarbeiten an, beispielsweise wird ein Wetterschenkel ersetzt und das Holz erhält einen neuen Anstrich“, sagt Kerstin Lauterbach, Bereichsbauleiterin der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Für jeden Bauabschnitt wurde eine detaillierte Übersicht erarbeitet. Dort steht, aus welcher Zeit das jeweilige Fenster stammt, es finden sich Informationen zu Profilierung, Blockzarge, Fensterbrett, Futterkasten und anderem. „Das älteste Fenster befindet sich in der Offiziersgalerie. Es wurde um 1700 eingebaut. Die äußere Ebene ist noch erhalten. Weitere Fensterbefundungen sind anhand der Profilierung dem Baujahr 1900 sowie dem 19. Jahrhundert zuzuordnen“, so Lauterbach. Die ovalen Fenster wurden in den 60er Jahren ersetzt; ein Großteil der anderen Fenster bei der Schlosssanierung in den Neunzigern.

Inventar bleibt während der Arbeiten im Schloss

„Außer im Obergeschoss, dort sind Kastenfenster, hat das Gebäude Einfachverglasung. Die meisten Schäden sind im Erdgeschoss zu finden“, sagt Glüsing. Die Architektin begründet dies mit dem Kondenswasser, das durch die veränderten Temperaturanforderungen heute anfällt. Im Dachgeschoss und im Keller, wo nicht geheizt wird, gibt es keine größeren Probleme.

Es war sehr aufwendig, die Wendeltreppe zu schützen. Quelle: Heidrun Voigt

Die Sanierung erfolgt in zwei Bauabschnitten, weil das Inventar im Schloss verbleibt. „Im März haben wir das Kunstgut auf die eine Hälfte des Hauses und Ende Juli, nach dem ersten Bauabschnitt, auf die andere geschafft“, erzählt Kastellanin Margrit Schulze. Durch sogenannte Staubtüren – staubdichte Folien, die sich mit Hilfe eines Reißverschlusses öffnen lassen – werden die Holztüren gesichert. „Der Kunstschutz steht für uns an oberster Stelle“, betont die Schlossherrin. Was nicht transportiert werden konnte, wurde aufwendig verpackt. Neben den hölzernen Hirschköpfen und den Geweihleuchtern stecken auch die großen Pferdegemälde, Kaminplatten und Reliefs unter „Christo-Hüllen“.

„Ende Oktober werden die Handwerker fertig sein. Sie sind eingespielt, alles ist bisher gut gelaufen, uns erwarten keine großen Überraschungen mehr“, meint Kerstin Lauterbach zuversichtlich. Die Wiedereröffnung des Schlosses wird am 27. November gefeiert. „Der Generaldirektor der Stiftung und Königs Wusterhausens Bürgermeister werden symbolisch den Schlüssel an das Königspaar übergeben“, sagt Margrit Schulze. Die Langen Kerls exerzieren zum Fest, die Architektin informiert über die Fenstersanierung und es gibt Kostümführungen. Die Gastronomen aus den Kavalierhäusern sind fürs Kulinarische zuständig.

Von Heidrun Voigt

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