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Sarah Waterfeld liest in Wildau

Satirisches aus dem Bundestag Sarah Waterfeld liest in Wildau

Autorin Sarah Waterfeld hat in Wildau aus ihren Roman „Sex mit Gysi“ und „Was vom Hummer übrig blieb“ gelesen. Die witzig-hintergründige Lektüre gibt überraschende Einblicke in die Arbeit von Politikern im Bundestag.

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Sarah Waterfeld signierte Bücher für die Besucher.

Quelle: Foto: Uta Schmidt

Wildau. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie die politischen Fäden hinter den Kulissen einer Bundestagsfraktion gezogen werden, der könnte beim Lesen der Romane von Sarah Waterfeld ein Stück klüger werden. Vor allem aber garantiert die witzig-hintergründige Lektüre überraschende Einblicke in die Arbeit von Politikern.

Die 34-jährige Autorin und Mutter zweier Kindern arbeitete ab 2012 zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Abgeordnete der Fraktion „Die Linke“ und erhielt dort eine Vielzahl von Inspirationen für ihre zwei Romane, die sie am Freitagabend Zuhörern bei einer Lesung im EWE-Kundencenter im A10-Center Wildau vorstellte. Diese Erfahrungen ließ sie in die Bücher „Sex mit Gysi“ und „Was vom Hummer übrig blieb“ einfließen. In ihnen geht es um In-
trigen, Verrat, Überwachung, aber auch um Beziehungskrisen, Paartherapien, Arbeitsdruck, Konsumverhalten, Angst vor Arbeitslosigkeit und vieles mehr.

Autorin und Zuhörer kamen schnell ins Gespräch

Der Titel „Sex mit Gysi“ sei nicht wörtlich zu nehmen. „Es geht an keiner Stelle um Sex. Der damalige Fraktionsvorsitzende benutzt Sexbegriffe lediglich als Code zur Verschlüsselung von internen Informationen“, so die Autorin. Ein „tantrischer Kreis“ um den Fraktionschef ziehe die Strippen, um durch das Opfern einer Person die Partei in einem Ost-West-Konflikt zu einen. Ob das gelingt? Schnell war Waterfeld mit dem neugierigen Publikum im Gespräch über politische Strategien, Ossi- und Wessi-Witze, ihre eigenen politischen Ansichten und vor allem über ihre tatsächliche Absicht, als Parteivorsitzende der Links-Partei kandidieren zu wollen. „Wenn man als Frau Aufsehen erregen will, muss man was mit Sex machen“, so ihre Erklärung zum provozierenden Buchtitel. Damit habe sie der Medienwelt lediglich einen Spiegel vorhalten wollen. Sie bezeichnete ihr Buch als „transmedialen, satirischen Roman“, in dem Fiktion und Realität gleichrangig agieren. Darin gehe es nicht um die realen Personen, sondern im Falle Gysi um eine Figur mit dem gleichen Namen.

Die Zuhörer hatten sichtlichen Spaß an diesem gedanklichen Spagat zwischen Wirklichkeit und Fantasie. In der Diskussion über das Werk durfte die Frage nicht fehlen: Wie hat Gregor Gysi auf diese Veröffentlichung reagiert? Waterfeld dazu: Der Politiker habe versucht, die Veröffentlichung des Romans durch eine gerichtliche Verfügung verhindern zu lassen. Erfolglos.

Ausflug in eine Welt fiktiver Geschichten

Auch in „Was vom Hummer übrig blieb“ greift Waterfeld Erlebnisse und Erfahrungen aus ihrer Arbeit im Bundestag auf. Im Mittelpunkt steht eine Autorin, die in einem Buch ebenso Skandale von Politikern und Verfassungsschützern aufdeckt aber auch den Literaturbetrieb aufs Korn nimmt. Die Zuhörer genossen den Ausflug in eine Welt fiktiver Geschichten vor dem Hintergrund realer Politik und satirische Einblick in die Berliner Gesellschaft. Sabine Jahn aus Wildau sagte: „Ich arbeite selbst in der IT-Branche. Was im Roman in Bezug auf Abhörmöglichkeiten und Überwachungstechniken beschrieben wurde, ist spannend und hat reale Bezüge.“

Von Uta Schmidt

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