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Dahme-Spreewald Schallschutztage am BER
Lokales Dahme-Spreewald Schallschutztage am BER
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00:19 18.06.2017
Ralf Wagner, Leiter Schallschutz der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg, mit den Schalldämmlüftern der neuen Generation. Quelle: Oliver Becker
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Schönefeld

Wie kann ich einen Antrag auf Schallschutz stellen? Wo finde ich die geeignete Baufirma? Welche Kosten übernimmt die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB)? Diese und weitere Fragen können BER-Anwohner auf den Schallschutztagen am 16. und 17. Juni Experten stellen. Bereits zum zweiten Mal lädt das Dialogforum unter dem Motto „Ihr Weg zum schallgeschützten Haus“ ein. Im vergangenen Jahr kamen 800 Leute zu der Veranstaltung.

Experten als Ansprechpartner

Zahlreiche Experten – Baufirmen, Verkehrswertsachverständige und das Schallschutzteam der FBB – geben Tipps zur baulichen Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen. An beiden Tagen gibt es Vorträge, in denen die Grundlagen und das Verfahren des Schallschutzprogramms erläutert werden. „Bei den Schallschutztagen stehen wir mit unserem ganzen Team für ein Gespräch mit den Anwohnern zur Verfügung – auch wenn jemand Kritik oder eine Beschwerde vorbringt“, sagte Ralf Wagner, Leiter der Schallschutz-Abteilung. Es werde dann versucht, das Problem zu lösen.

Schalldämmlüfter werden vorgestellt

Im Mittelpunkt der Messe stehen technische Innovationen wie zum Beispiel die neuen Schalldämmlüfter, die insbesondere in Schlafräumen hilfreich sind. „Zu den neuen Schalldämmlüftern, die wir seit Anfang des Jahres anbieten, wird es am Freitag um 16 Uhr einen Vortrag vom Hersteller mit anschließender Fragerunde geben“, sagt Wagner. Die rund 70 mal 60 Zentimeter großen Lüfter werden in der Regel an die Wand gehängt und sorgen im Gegensatz zu den Vorgängermodellen für einen Luft- sowie Wärmeaustausch und haben einen Pollenfilter. Gegen Ende des Jahres sollen sie auch an Dach und Schrägen angebracht werden können – ein Vorteil gerade bei kleinen Zimmern.

„Auf der Messe wollen wir noch einmal darauf hinweisen, dass die Forderung des Verbandes Deutscher Grundstücksbesitzer in die Irre führt“, sagte der Leiter der Abteilung Schallschutz. Der Verband argumentiert, dass nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg (OGV) am 3. Mai 2016 die Flughafengesellschaft für jedes Haus ein eigenes Lüfterkonzept entwerfen müsse. „Richtig ist“, so Wagner, „dass wir laut OVG-Urteil den Feuchteschutz für alle Häuser nachweisen müssen, ebenso die Raumlufthygiene für die Zimmer, die zum Schlafen benutzt werden – also Schlafzimmer und Kinderzimmer“. Dies werde oft missverstanden. Die Lüfter erfüllten laut dem Gutachter des Gerichts zudem alles, was die Planfeststellung erfordert. „Sonst könnten wir sie nicht einsetzen“, so Wagner.

Verschiedene Module des Schallschutzes

Zweiter Schwerpunkt auf der Messe sind die verschiedenen Module, mit denen die Flughafengesellschaft den Schallschutz flexibel umsetzen will. Denn nicht jeder wolle alles auf einmal und vielfach fehle die baurechtliche Grundlage für Räume, wo Menschen bereits seit 20 Jahren wohnten, betont Wagner: „Trotzdem wollen wir den Leuten Schutz geben – dafür gibt es die Module.“ Die Kosten für den Schallschutz können je Haus stark variieren und fangen bei 12 000 Euro an, können aber auch bei 80 000 Euro liegen.

Rund 26 000 BER-Anwohner haben Anspruch auf Schallschutz. „Wir stehen zu unseren Verpflichtungen und wir leisten Entschädigungszahlungen“, sagte FBB-Personalchef Manfred Bobke-von Camen. Die Flughafengesellschaft prüft die Anspruchsberechtigung, berät die Anwohner und zahlt das Geld für den Schallschutz aus. Beauftragen müssen die Eigentümer die Arbeiten aber selbst. Bobke-von Camen warnt daher vor unseriösen Anbietern – „insbesondere vor Haustürgeschäften“.

Längere Sprechzeiten des Schallschutztelefons

Die FBB berät Anwohner nicht nur bei den Schallschutztagen, sondern auch bei kommunalen Veranstaltungen und über das extra eingerichtete Schallschutztelefon. Die Sprechzeiten der Service-Hotline wurden jüngst verlängert: von Montag und Dienstag neun bis 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag neun bis 19:30 Uhr, Freitag neun bis 16 Uhr. „Damit haben die Anwohner Zeit, sich auch nach der Arbeit bei uns zu melden“, sagte Bobke-von Camen.

Wie viele Anwohner am Ende Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben werden, ist bislang noch nicht klar. Beim Tagschutz sei man bereits bei 55 Prozent der Ansprüche, die tatsächlich auf eine Entschädigung hinauslaufen, sagt Schallschutz-Experte Wagner. Das Beschwerdeniveau sei jedoch sehr niedrig. Die Anzahl der Anspruchsberechtigten könne aber noch weiter steigen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte 2011 mit dem Wissen, dass es abknickende Flugrouten gibt, festgelegt, dass ein Jahr nach Inbetriebnahme des BER die Auswirkungen erneut geprüft werden. Wenn Flugrouten geändert werden oder der Lärmpegel an einem Ort nur um zwei Dezibel ansteigt, muss das Schallschutzgebiet neu ermittelt werden.

Von Oliver Becker

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