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Dahme-Spreewald Schelchen-Begründer beigesetzt
Lokales Dahme-Spreewald Schelchen-Begründer beigesetzt
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05:33 30.09.2017
Hartmut Schelchen liebte seine Arbeit und das Leben. Er hat ein Unternehmen von Weltruf begründet. Er starb im Alter von 87 Jahren. Quelle: PR
Zeesen

Hartmut Schelchen, der Begründer der Schelchen GmbH in Zeesen, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Am Donnerstag wurde seine Urne beigesetzt.

In der Produktion der Schelchen GmbH in Zeesen. Hier werden Einlegesohlen produziert, die Menschen in aller Welt tragen. Quelle: Uta Schmidt

„Hartmut Schelchen war ein Selfmademann, der die Chancen des beginnenden Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte, um eine eigene Produktion für Einlegesohlen aufzubauen“, so Thomas Timm, Geschäftsführer des Zeesener Unternehmens. Hartmut Schelchen hatte sich 1995 aus der Arbeit zurück gezogen und das Unternehmen in jüngere Hände gelegt. Das sind vor allem die Timms. Er als Geschäftsführer und sie, Sabine – die zugleich Großnichte vom „alten“ Schelchen ist – als Prokuristin. Jetzt tritt sie auch als Gesellschafterin die Nachfolge von Hartmut Schelchen an. Firmenfremde neue Gesellschafter sollte es nicht geben. Das wurde, so Thomas Timm, bereits vor zehn Jahren geregelt, „um die unternehmerische Kontinuität zu gewährleisten.“

Für seine Verdienste wurde Hartmut Schelchen (Mitte) im Jahr 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Es wurde ihm von Ralf Christoffers (re.), Wirtschaftsminister in Brandenburg, überreicht. Mit dabei waren auch Schelchen-Geschäftsführer Thomas Timm (l.) und Tilo Bürger. Quelle: Schelchen GmbH

Hartmut Schelchen hatte seinen Firmensitz 1993 von Berlin, wo er in den Nachkriegsjahren zunächst in einem alten Charlottenburger Kuhstall seine unternehmerische Tätigkeit aufnahm, in den Zeesener Gewerbepark verlegt und damit eine Millionen-Investition getätigt. Zum 15. Geburtstag am neuen Standort wurde noch einmal investiert, ein weiteres Gebäude errichtet. 2013 kam dann die nächste Erweiterung.

Als Kriegskind auf der Sonnenseite des Lebens gehen wollen

1930 geboren, erlebte Hartmut Schelchen noch als Junge den Krieg. „Als Kriegskind wollte ich immer auf der Sonnenseite des Lebens gehen und von diesem Gefühl will ich etwas abgeben“, erklärte Schelchen sein gesellschaftliches und unternehmerisches Engagement. Der Mensch stand für ihn stets im Mittelpunkt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihm viele seiner Mitarbeiter treu blieben – damals beim Umzug von Berlin nach Zeesen und in den vielen Jahren danach. 30 Jahre Betriebszugehörigkeit sind in Zeesen keine Seltenheit. Als die Arbeitslosigkeit in Brandenburg bei mehr als 15 Prozent lag, investierte Schelchen in einen kleinen Park für seine Mitarbeiter – damit sie sich erholen und Kraft tanken können. Besonders wichtig war ihm seine Hartmut-und-Iris-Schelchen-Stiftung, die Kinder und Jugendliche in der Region bei ihrer Entwicklung unterstützt. „Der Nachwuchs hatte für ihn und hat für uns oberste Priorität. Deswegen werden wir das fortsetzen, was Hartmut Schelchen begann“, so Sabine Timm.

Sabine Timm ist im Unternehmen Prokuristin. Jetzt tritt sie auch als Gesellschafterin in die Nachfolge von Hartmut Schelchen ein. Quelle: Pr

Heute arbeiten in dem Unternehmen mehr als 150 Frauen und Männer, die Sohlen und Einlegesohlen für Menschen in aller Welt herstellen – von Japan über Südafrika bis nach Amerika. Pedag-Sohlen tragen Frauen wie Männer und Kinder. Auf ihnen tanzen die Menschen, joggen, gehen zur Arbeit oder zum Rendezvous.

Sabine und Thomas Timm nahmen Donnerstag im kleinen Kreis Abschied von Hartmut Schelchen, einem Mann, der nicht nur das Unternehmen gründete, auf- und ausbaute, sondern ihnen Visionen für die Zukunft mit auf den Weg gab: Auf leisen Sohlen, die laut von sich reden machten.

Von Andrea Müller

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