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Schluss mit Schneckentempo

Wildau Schluss mit Schneckentempo

Schnelles Internet soll in drei Jahren fast überall in Dahme-Spreewald verfügbar sein. Der Breitbandausbau soll im Sommer 2017 beginnen. Möglich ist das durch eine Millionenförderung von Bund und Land, die der Kreis am Freitag in Wildau bekam. Knapp 19 Millionen Euro werden ins neue Glasfaser-Netz investiert.

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Surfen im Schneckentempo ist vielerorts in Dahme-Spreeald noch Alltag. Aber das soll sich nun bald ändern.

Quelle: dpa

Wildau. Im Frühjahr 2019 sollen mehr als 95 Prozent der Haushalte in Dahme-Spreewald über schnelles Internet mit einer Übertragungsrate von bis zu 50 Mbit/s verfügen können. Derzeit sind es knapp 60 Prozent. Dieses Ziel nannte der Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Dahme-Spreewald, Gerhard Janßen, am Freitag in Wildau.

422 Kilometer Glasfaserkabel

Zuvor hatte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) im Zentrum für Luft- und Raumfahrt einen Förderscheck über 4,73Millionen Euro an Landrat Stephan Loge (SPD) überreicht. Vom Bund kommen weitere 11 Millionen Euro für den Breitbandausbau in LDS, der knapp 19 Millionen Euro kosten wird. Es werden 422 Kilometer Glasfaberkabel und 328 Kilometer Rohre verlegt. Die Bauarbeiten sollen im Sommer 2017 beginnen und bis Ende 2018 dauern.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (l) überreichte den Förderbescheid am Freitag an Landrat Stephan Loge

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (l.) überreichte den Förderbescheid am Freitag an Landrat Stephan Loge. SPD-Landtagsabgeordnete Tina Fischer und Chef-Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen freuen sich mit ihm.

Quelle: Frank Pawlowski

Weiße Flecken verschwinden

Viele weiße Flecken in der Breitbandkarte des Kreises sollen dann verschwinden. In Mittenwalde zum Beispiel in den Ortsteilen Töpchin, Motzen und Gallun, wo es derzeit nur schlechte Internetverbindungen gibt. Im Schenkenländchen werden Köthen und der Schweriner Horst erschlossen.

Ganz besonders freuen sich die 80 Einwohner des Heideblicker Ortsteils Schwarzenburg im südlichsten Zipfel von Dahme-Spreewald. Sie kämpfen seit Monaten für schnelles Internet in ihrem Ort. Eberhard Wilde, Margot Milek und Jörg Beyer hatten sich am Freitag extra auf den 80 Kilometer langen Weg nach Wildau gemacht, um der Förder-Übergabe beizuwohnen.

„Das ist ein super Tag. Wir sind stolz auf uns und auf den Landkreis. Auch unser Bürgermeister hat sich dafür stark gemacht“, sagte Jörg Beyer. In welchem Schneckentempo die Schwarzenburger derzeit surfen, beschrieb Eberhard Wilde. „Das Windows-10-Update dauerte bei mir 27 Stunden." Zur Breitband-Premiere soll es im Dorf eine große Internetparty geben.

LDS ist Vorreiter in Brandenburg

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist der erste in Brandenburg, der die Bundesförderung erhielt. „Ihr seid mal wieder Vorreiter gewesen. Macht was draus!“, sagte Minister Albrecht Gerber anerkennend. Er berichtete, dass fünf weitere Landkreise die Förderung für den Breitbandausbau beantragen wollen.

Chef-Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen sagte, das Vorhaben sei zugleich ein Konjunkturprogramm für die Region, das den Unternehmen Aufträge bringen könne. Die Ausschreibungen werden gerade vorbereitet. Im März 2017 sollen die Aufträge vergeben werden.

Laut Brandenburger Breitbandatlas rangiert LDS ganz weit vorne bei den Bedarfsmeldungen für schnelles Internet. Größer ist der Bedarf nur in Oder-Spree und Havelland. Den größten Bedarf bei den LDS-Gemeinden gibt es laut Atlas in Mittenwalde .

Von Frank Pawlowski

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