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Schneeschimmel auf dem Golfplatz

Motzen Schneeschimmel auf dem Golfplatz

Der Golfplatz in Motzen wird ganzjährig bespielt. Allerdings gibt es jetzt Einschränkungen. Es werden Wintergreens eingerichtet, auf denen die Golfer spielen können. Denn der Platz ist empfindlich und der größte Feind für den Rasen der Winterschimmel. Das ist ein Pilz, der sich schnell ausbreiten kann. Greenkeeper Bodo Bredow hat ihn stets im Auge.

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Bodo Bredow ist Greenkeeper auf dem Golfplatz in Motzen. Er zeigt eine handtellergroße Stelle von Befall des Rasens mit Schneeschimmel.

Quelle: Andrea Müller

Motzen. Der Golfplatz in Motzen ist ganzjährig bespielbar. Allerdings müssen die Golfer in der kalten Jahreszeit Einschränkungen hinnehmen, um das Grün zu schützen. Es werden sogenannte Wintergreens eingerichtet. In Motzen gibt es 18 davon, auf denen die Sportler auch bei Eis, Schnee und Kälte auf ihre Kosten kommen.

„So wird der Platz für die Hauptsaison geschont“, erklärt Greenkeeper Bodo Bredow. Er hat vor fast 25 Jahren angefangen, dort als Mann für den Maschinenpark zu arbeiten und sich schnell zum Greenkeeper weitergebildet. Er ist einer der wichtigsten Leute auf dem Platz, denn der Rasen ist nun einmal das A und O. Und es gibt viele Feinde, die das wertvolle Grün beschädigen können. Einer davon ist der Schneeschimmel – ein Pilz, der sich schnell ausbreitet.

Braune Stellen im Rasen

„Es fängt mit einer Stelle an, die ist so groß wie ein Knopf“, sagt Bredow und hockt sich auf den kurz geschorenen Rasen. Er zeigt auf eine braune Stelle, auf der sich ein weißer Belag ausgebreitet hat. Fast sieht er ein wenig pulvrig aus und erinnert tatsächlich entfernt an Schnee. Der Greenkeeper fährt grob mit der Hand darüber, entfernt so die Oberfläche. Darunter sprießt frisches Grün. „Das kriegen wir hier schnell wieder in Griff“, sagt der Mann, der jede Sorte Gräser aus dem Effeff kennt. Was er hier sieht, kann ihn nicht wirklich beunruhigen.

„Der Schneeschimmel ist eigentlich auf jedem Golfplatz zu finden“, erklärt der Mittfünfziger. Man müsse nur den Anfängen wehren, damit er sich nicht ausbreiten kann. Deswegen geht Bredow jeden Tag das Grün ab. Der Golfplatz in Motzen hat 160 Hektar. Die kranken Stellen werden von ihm und seinem fünfköpfigen Team – im Sommer sind es 14 Mitarbeiter – bearbeitet. Das heißt, der Rasen wird mechanisch belüftet und der Schneeschimmel mit einem Sand einer bestimmten Körnungsgröße bestreut, damit die Oberfläche nicht wieder dicht machen kann. Dazu kommt eine ausgewogene Pflanzenernährung mit Spurenelementen. „Damit können sich die Pflanzen selbst winterhart machen“, erläutert der Fachmann. Nur wenn es ganz schlimm komme, müsse auch mit Pflanzenschutzmitteln eingegriffen werden.

Die Saison beginnt im März

Mit wachsamen Augen beobachtet Bredow die noch wenigen Stellen, auf denen sich Schneereste halten. „Wenn die jetzt nicht von allein verschwinden, beseitigen wir sie“, so der Greenkeeper. Denn darunter entwickele sich ein Mikroklima, das sehr schädlich sei für den Rasen, meint der Greenkeeper und macht Ausführungen über „plus Null Grad“ und „minus Null Grad“. Ersteres sei schlecht, weil das Wasser noch nicht friere, aber der Pilz gedeihe. „Und der wächst schneller als die Pflanze“, weiß Bredow. Immer wieder appelliere er auch an die Golfspieler, die Schuhe regelmäßig zu reinigen – dies insbesondere dann, wenn auch auf anderen Plätzen gespielt wird. „Die Sporen werden sonst von Platz zu Platz übertragen“, sagt Bredow.

Der Winter ist für den Greenkeeper fast gelaufen. Noch werden von seinem Team Weiden beschnitten, wird das Schilf an den 13 Teichen mit Bachlauf gemäht, wo es das Golfspiel im Sommer behindern würde. Der Golfplatz in Motzen hat eine 27-Loch-Anlage und eine weitere mit neun Löchern. In der Saison – die im März beginnt – wird hier jeden Tag gemäht. Die Rasenlänge reicht von 2,5 bis 11 Millimeter. Viele Bereiche bleiben naturbelassen. Dies auch, damit viele Tiere auf dem Gelände ungestört leben können – darunter ein Milan-Pärchen und reichlich Hasen.

Von Andrea Müller

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