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Schönefeld zieht Job-Pendler an

Zwischen Wohnung und Arbeitsplatz Schönefeld zieht Job-Pendler an

Viele Arbeitnehmer in der Region pendeln – das geht aus einer Statistik des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor. Die Gemeinde Schönefeld hat die höchste Einpendlerquote in der Region, täglich beginnen dort 13 513 Arbeitnehmer ihren Job. Aber auch andere Gemeinden profitieren von regionalen Arbeitgebern.

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Die Region profitiert sowohl von Ein- als auch Auspendlern.

Quelle: Scheerbarth

Dahmeland-Fläming. Jörg Sonntag fällt das Pendeln leicht. Seit einem Jahr fährt der Berliner täglich etwa 40 Kilometer mit dem Auto von Reinickendorf zu seinem Arbeitsplatz nach Schulzendorf. Damit ist der 57-Jährige in dieser Gemeinde eine Besonderheit, denn dort gibt es mehr Aus- als Einpendler: 2833 an der Zahl, nur 403 kommen zum Arbeiten in den Ort. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ermittelte auf Zahlenbasis der Bundesagentur für Arbeit, dass Schulzendorf zusammen mit der Gemeinde Am Mellensee die höchste Auspendlerquote in der Region hat.

Hintergrund

Die Anzahl der Pendler ist innerhalb von zehn Jahren in Deutschland um 27,9 Prozent (Stand 2014) gestiegen, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ermittelte. Auch immer größere Distanzen werden zurückgelegt. Demnach verlassen immer mehr Beschäftigte ihren Wohnort, um an einem anderen Ort zu arbeiten und nehmen dafür entweder einen Zweitwohnsitz in Kauf oder tägliche Entfernungen von mehreren Stunden pro Strecke. „Es fällt auf, dass es in Ostdeutschland viel mehr Wochenpendler gibt als in anderen Regionen“, sagt Nina Lepsius, Pressesprecherin des DGB.

In Brandenburg wird seit jeher tendenziell weit gependelt. „Außerdem wird deutlich, dass die Arbeitslosigkeit dort, wo eine gute Bahnanbindung nach Berlin existiert, geringer ist als in berlinferneren Regionen“, sagt Nina Lepsius.

Um Pendler steuerlich zu entlasten , gibt es die Pendlerpauschale. Im deutschen Einkommensteuerrecht werden damit die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte bezeichnet. Die Pauschale kann sowohl von Arbeitnehmern als auch von Selbstständigen in Anspruch genommen werden, unabhängig davon, wie hoch die Aufwendungen für die Fahrten sind. Dabei ist es auch nicht relevant, ob der Pendler zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Motorrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zur Arbeitsstelle gelangt. Seit dem Kalenderjahr 2004 beträgt die Pendlerpauschale 30 Cent für jeden Kilometer.

Für den Schulzendorfer Bürgermeister Markus Mücke (parteilos) ist diese Quote keine Überraschung. Der Ort sei eine reine Wohngemeinde, so Mücke, Arbeitsplätze gibt es dort wenig. Jörg Sonntag ist einer der Wenigen, die dort ihr Geld verdienen. Er nahm den Job als Bauamtsleiter auch deshalb an, weil er antizyklisch unterwegs sein konnte. „Im Vergleich zu den Menschen, die täglich nach Berlin pendeln, habe ich keine Probleme mit dem Straßenverkehr und den Staus“, sagt Sonntag.

Umgebung bietet genug Arbeitsplätze

Weil Schulzendorf eine reine Wohngemeinde ist, hat der Ort viel Zuzug. Vor allem von Menschen, die in Berlin arbeiten. „Es lässt sich hier einfach schön wohnen“, sagt Bürgermeister Mücke, „und man kann gut in Nachbarorte wie Schönefeld, Wildau oder Königs Wusterhausen pendeln.“ Viele Schulzendorfer arbeiten an der Technischen Hochschule oder am Luft- und Raumfahrtzentrum in Wildau, Königs Wusterhausen bietet durch seine Infrastruktur gute Jobperspektiven. Die meisten Jobs bietet jedoch der Flughafen Schönefeld.

Auch die Gemeinde Am Mellensee hat eine sehr große Auspendlerquote, etwa 2300 Menschen arbeiten in den umliegenden Orten, knapp 500 Beschäftigte pendeln ein. Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) ist vor allem froh über den großen Zuzug. „Die Umgebung bietet genug Arbeitsplätze und wir sind ein hervorragender Wohnstandort. Viele Leute finden ihren Lebensmittelpunkt bei uns“, sagt er. Er wünscht sich, dass die viel befahrene Landesstraße in Richtung Zossen einen neuen Belag bekommt. Auch der Bahnübergang sei ein Problem, der oft zu Staus führe.

Gemeinde generiert Umsätze und nimmt Steuern ein

Die höchste Einpendlerquote in der Region hat die Gemeinde Schönefeld, dort gibt es mehr Arbeitsplätze als Einwohner, was unmittelbar mit dem Flughafen zusammenhängt. 13 513 Menschen beginnen dort jeden Tag ihre Arbeit, nur knapp 5 000 pendeln in umliegende Städte und Gemeinden. Probleme mit dem Straßenverkehr hat Schönefeld deshalb nicht, wie Bürgermeister Udo Haase (parteilos) erklärt: „Wir sind mit Regionalzügen, zwei Bundesstraßen, zwei Autobahnen und der S-Bahn sehr gut angebunden.“

Allein der Flughafen beschert etwa 11000 Menschen einen Arbeitsplatz, hier werden über zehn Millionen Passagiere im Jahr abgefertigt. „Pro Million rechnet man mit etwa 1000 Jobs“, so Haase. Im Gewerbeamt Schönefeld sind über 2000 Firmen angemeldet, viele der Unternehmen wie Dachser oder Unitax wachsen.

Starker Zuzug und Investition in Wohnungsbau

„Der Vorteil unserer Gemeinde ist, dass wir so nah an Berlin grenzen. Ansonsten wäre es schwierig, geeignete Fachkräfte zu bekommen“, sagt der Schönefelder Bürgermeister. Aufgrund der Arbeitsplätze habe die Gemeinde die Möglichkeit, Umsätze zu generieren und ordentlich Gewerbesteuer einzunehmen. Durch den starken Zuzug gibt es inzwischen Probleme mit Kita-Plätzen und Wohnungen, private Firmen investieren in Schönefeld viel in den Wohnungsbau. Im Mai wird der Grundstein für einen Komplex mit 400 Wohnungen an der Bertold-Brecht-Allee gelegt.

Wie Schönefeld hat auch Großbeeren mehr Ein- als Auspendler: 5605 Menschen kommen täglich in die Gemeinde, 2976 pendeln hin-aus. Die meisten Arbeitnehmer sind beim Güterverkehrszentrum (GVZ) beschäftigt. Um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu fördern, hat Großbeeren die Buslinien 710 und 711 eingeführt, die direkt an den S-Bahnhof Buckower Chausee angebunden sind. Um auch die S-Bahnhöfe Teltow, Teltow-Stadt und Mahlow besser mit dem GVZ zu verbinden, wurde die Buslinie 600 geschaffen, sagt der Großbeerener Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos). Zusammen mit Blankenfelde-Mahlow zahlt die Gemeinde 50 Prozent der Kosten für die Buslinien an die Verkehrsbetriebe Teltow-Fläming.r.“

Von Melanie Höhn

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