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Schönefeld Rechtsstreit um Lärmschutz dauert an
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06:06 24.07.2018
Seit acht Jahren streiten Anwohner und Gemeinde um einen Lärmschutzwall an der Sportplatzanlage am Friedensweg in Großziethen. Quelle: Josefine Sack
Großziethen

Gerade erst ist die erste Herrenmannschaft der SG Großziethen in die Landesliga Süd aufgestiegen. Der Jubel nach dem knappen 4:5-Auswärtssieg in Woltersdorf dürfte groß gewesen sein. Nicht auszudenken, wenn das letzte Spiel der Saison auf dem heimischen Platz in Großziethen stattgefunden hätte. Das Anfeuern oder laute „Tor“-Rufe sind dort verboten. Denn streng genommen, darf im Stadion am Friedensweg die Lautstärke von 50 Dezibel nicht überschritten werden.

Sportplatz grenzt direkt ans Wohngebiet

Schon seit 2007 wird in Sachen Lärm um die Sportanlage gestritten. Der Kunstrasenplatz, um den es in erster Linie geht, wurde 2010 gebaut. Er liegt mitten im Planungsgebiet des Bebauungsplans Nummer 06/07. Die Gemeinde Schönefeld wollte das angrenzende Wohngebiet, die Ahorn-Siedlung, damals zum allgemeinen Wohngebiet erklären. Für allgemeine Wohnquartiere gelten höhere Emissionswerte als für reine Wohngebiete.

Vorstandsmitglied Robert Schilling (l.) und Ehrenmitglied Willi Belger ärgert die Untätigkeit der Behörden: Seit Langem muss sich der erfolgreiche Fußballverein SG Großziethen mit einem eingeschränkten Spielbetrieb auf dem Platz am Friedensweg begnügen. Quelle: Josefine Sack

Die Anwohner sowie die Hauskrankenpflege Jung & Alt GmbH, die im Erlenweg das Altenheim betreibt, legten daraufhin Widerspruch ein und bekamen Recht: Sowohl das Landesumweltamt als auch das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigten, dass es sich bei der Ahorn-Siedlung nach Paragraph 3 der Baunutzungsverordnung um ein reines Wohngebiet handelt.

Baugenehmigung ist illegal

Der Sportplatzbau ist somit illegal. Die Baugenehmigung für den in der Zwischenzeit errichteten Kunstrasenplatz wurde laut Urteil widerrechtlich erteilt. Es folgten mehrere Schallschutzgutachten. Die Anwohner starteten eine Petition für einen Lärmschutzwall und zogen erneut vor Gericht, mit Erfolg. „Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts Cottbus hätten wir den Sportplatz 2016 stilllegen können“, sagt Jürgen Hahn, Sprecher der Anwohnerinitiative in Großziethen. Hahn wohnt seit 1993 am Ahornweg und ist Experte in Sachen Schallschutz. Hahn hat drei Jahrzehnte im Umweltbundesamt gearbeitet. Den Standort für die Sportanlage inmitten des Wohngebiets hält er für verfehlt. Ein Spielverderber ist Hahn dennoch nicht – im Gegenteil: „Wir wollen den Sportplatz nicht verbieten und auch keinen Abriss“, bestätigt er auf MAZ-Anfrage.

Vergeblicher Kampf um Lärmschutzwall

Sowohl die Anwohner als auch der Verein SG Großziethen haben sich von Anfang an für einen Lärmschutzwall samt Zuschauertribüne eingesetzt. Der Hotelier und Sponsor Willi Belger hat sich in der Vergangenheit sogar mehrfach bereiterklärt, die Kosten für den Schallschutz zu übernehmen. Vergebens.

Im Rathaus Schönefeld stößt das Vorhaben auf taube Ohren. Bürgermeister Udo Haase (parteilos) bestätigt zwar, dass der gültige B-Plan einen Lärmschutz vorsieht. „Es gibt noch kein Urteil, das Klageverfahren vor Gericht läuft noch“, verweist Haase auf das Berufungsverfahren, das sich seit zwei Jahren hinzieht. Und solange nichts entschieden sei, will er nicht handeln: „Wir bauen doch keinen Wall und nachher beharren die Leute weiter darauf, dass der Lärmschutz nicht ausreicht“, begründet der Bürgermeister. Er fordert, dass die Anwohner die Klage zurückziehen.

Dilemma für die Fußballer

„Alles Quatsch“, kontert Hahn. „Wir sind immer für den Schallschutz gewesen“, sagt er und ergänzt: „Ein Wall von vier Metern Höhe reicht aus. In Waltersdorf geht sowas doch auch. Warum nicht hier?“ Zweimal haben die Anwohner den Bürgermeister um einen Schallschutz gebeten und sogar schriftlich zugesichert, den Rechtsstreit nach dem Bau des Lärmwalls beizulegen und keine weiteren Forderungen zu stellen. „Der Bürgermeister ist nicht bereit, seine Fehler einzugestehen“, sagt Hahn zerknirscht.

Seit acht Jahren müssen nicht nur die Anwohner, sondern auch die mehr als 300 aktiven Fußballer in Großziethen mit dem Dilemma leben. Denn aus Lärmschutzgründen gelten auf dem Kunstrasenplatz stark eingeschränkte Nutzungszeiten. Weil die Grasnarbe geschont werden muss, darf zudem der davor liegende Rasenplatz kaum genutzt werden. „Der Zustand ist katastrophal. Fürs Training müssen sich drei Mannschaften einen Platz teilen“, kritisiert Vorstandsmitglied Robert Schilling.

Von Josefine Sack

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