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Schönefeld Droht Kiekebusch der Verkehrskollaps?
Lokales Dahme-Spreewald Schönefeld Droht Kiekebusch der Verkehrskollaps?
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06:42 07.09.2018
An der zusätzlichen Anschlussstelle im Schönefelder Ortsteil Kiekebusch führt vermutlich kein Weg vorbei. Quelle: Josefine Sack
Kiekebusch

Geht es nach Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos), könnte der Spatenstich für das geplante Gewerbegebiet in Kiekebusch noch dieses Jahr stattfinden. Die Einwohner protestieren. Mit Plakaten wollen sie aufhalten, was nicht aufzuhalten ist: „Kiekebusch sagt NEIN zur Autobahnanschlussstelle, NEIN zum Logistikcenter“, ist zu lesen.

Mit Plakaten wollen sie in Kiekebusch aufhalten, was nicht mehr aufzuhalten ist: „Kiekebusch sagt NEIN zur Autobahnanschlussstelle, NEIN zum Logistikcenter.“ Quelle: Josefine Sack

Erste Pläne stammen von 1994

Doch am 2016 geänderten Bebauungsplan (B-Plan) ist nichts zu rütteln: „Das Kind ist in den Brunnen gefallen“, bestätigt Ortsvorsteher Horst Bieber. Die Ursprünge für den Gewerbepark reichen zurück in die Nach-Wende-Zeit. Bevor Kiekebusch 2003 eingemeindet wurde, war der Ort mit 200 Einwohnern die kleinste Kommune Brandenburgs. Anfang der 90er Jahre saß man dort vor einem Dilemma: Es flossen kaum Einnahmen in die Gemeindekasse. Die Idee entstand, südöstlich des Ortsausgangs Gewerbe anzusiedeln. Der erste B-Plan für den „Büro- und Gewerbepark Schönefelder Kreuz“ stammt von 1994.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Gewerbeparks beabsichtigten die Kiekebuscher, im Planungsgebiet zusammenhängende Grünflächen zu schaffen. Mittendrin sollten ein Hotel, eine Tankstelle, Einkaufsmöglichkeiten und eine Handvoll Lagerhallen entstehen. Doch der Investor ging pleite. Die Akten verschwanden in der Schublade.

2016 tauchte ein neuer Investor auf

2016 tauchte ein neuer Investor auf – mit dem Plan, ein Logistikzentrum zu bauen. Der bestehende B-Plan wurde geändert, obwohl sich fast die Hälfte der Kiekebuscher im öffentlichen Beteiligungsverfahren dagegen ausgesprochen hatte. Die Angst vor den Lkws, die künftig am laufenden Band durch den Ort donnern könnten, war groß. Selbst der Flughafenbetreiber beanstandete: „Die durchgeführte Verkehrsuntersuchung ist lückenhaft.“ Die Auswirkungen des zusätzlichen Logistikverkehrs auf die Grundbelastung der A113 könnten nicht adäquat bewertet werden. Das Landesamt für ländliche Entwicklung verwies zudem auf Ausgleichsmaßnahmen für den Kahlschlag landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Knotenpunkt A 113: Um auf die Autobahn zu kommen, müssen die Lkws durch Kiekebusch und Waltersdorf fahren, solange es keine Auffahrt gibt. Quelle: Josefine Sack

Bund muss Anschlussstelle genehmigen

Alles umsonst. Schon zum Jahresende könnten auf dem 15 Hektar großen Gelände die Bagger rollen. „Jeder Quadratmeter Gewerbe bedeutet Einnahmen für uns“, verteidigt Haase das Projekt. Derweil wird um die neue Autobahnabfahrt Kiekebusch gerungen. Voraussetzung für die Anschlussstelle an der A113 ist die Genehmigung des Bunds. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke, zu deren Wahlkreis unter anderen der Landkreis Dahme-Spreewald gehört, führte dazu bereits Gespräche.

Ortsvorsteher Bieber räumt ein: „Wenn wir uns gegen die Auffahrt sträuben, schießen wir uns ein Eigentor.“ Bieber befürchtet, dass die Anschlussstelle nicht rechtzeitig fertig werden und die Lkws bald die ganze Umgebung verstopfen könnten. Bei einer nicht öffentlichen Klausurtagung der Gemeinde soll am heutigen Freitag noch eine andere Variante auf den Tisch kommen: Im Gespräch ist eine weiträumige Umfahrung für Kiekebusch und Waltersdorf.

Von Josefine Sack

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